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Niedrigzinsen : Euro-Umverteiler

Der Bund muss weniger Zinsen für seine Schulden zahlen. Aber das macht uns nicht zu Krisengewinnern, wie es manche Jubelmeldungen suggerieren. Das unausgesprochene Ziel der Niedrigzinspolitik ist eine riesige Umverteilung.

          Wir basteln uns die Welt, wie sie uns gefällt. Nach diesem Motto kann man sich die Euro-Krise auch schönreden. Deutschland sei der Krisengewinner. So oder so ähnlich lasen sich am Wochenende Jubelmeldungen mit Verweis auf die Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der SPD. Von 2010 bis 2014 rechnet das Ministerium mit einem um 41 Milliarden Euro geringeren Zinsaufwand.

          So erfreulich das für den Bundesfinanzminister Schäuble ist, so ärgerlich ist das für den Sparer. Denn ihn bestraft die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank mit einer Rendite von null. Im Lauf der Zeit frisst so selbst die (noch) moderate offizielle Inflation erhebliche Teile des Vermögens auf.

          Auch wer keine Bundesanleihen im Depot hat, blutet indirekt über seine Lebensversicherung oder den Sparplan. Der entgangene Zins für den Sparer wiegt schwerer als die Erleichterung des Bundes. Das unausgesprochene Ziel ist eine riesige Umverteilung vom Gläubiger zum Schuldner.

          Verlierer der finanziellen Repression sind Rentner und Sparer. Gewinner sind Banken und Schuldenstaaten. Aber auch Hausbesitzer und Aktionäre - von denen es bekanntlich in Deutschland am wenigsten gibt.

          Quelle: F.A.Z.

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