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Neues Kabinett : So reich sind Trumps Minister

Bildungsministerin Betsy DeVos war Chefin einer Investment-Gruppe Bild: Reuters

Angeblich will Donald Trump die Macht an das Volk zurückgeben, doch viele seiner Minister sind steinreich. Neben dem Präsidenten gibt es zwei weitere Milliardäre. Das Kabinett besitzt mehr als vier Milliarden Dollar – ohne Trump.

          Die neue Regierungsmannschaft von Donald Trump wird wohl so vermögend sein wie kein anderes amerikanisches Kabinett je zuvor. Wie das Magazin „Forbes“ schätzt, ist die Gruppe zusammengerechnet etwa 4,5 Milliarden Dollar „wert“ – die zukünftigen Minister für Landwirtschaft und Veteranen noch nicht mit eingerechnet.

          Hanna Decker

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Das wären 60 Prozent mehr als das aggregierte Vermögen des Kabinetts von Barack Obama, das auf einen Wert von 2,75 Milliarden Dollar geschätzt wird. Auch Trumps eigenes Vermögen von 3,7 Milliarden Dollar ist in diese Rechnung nicht mit einbezogen, genauso wenig wie etwa das von Trumps vermögenden Beratern.

          Mit Abstand die wohlhabendste Person im neuen Kabinett, das noch vom Senat bestätigt werden muss, dürfte der designierte Handelsminister Wilbur Ross werden. Der 79 Jahre alte Hedgefonds-Manager, der früher einmal der Demokratischen Partei angehörte, aber schon lange zu Trumps Unterstützern zählt, hat laut dem Magazin etwa 2,5 Milliarden Dollar angehäuft. Als Finanzinvestor übernahm er mehrfach Unternehmen in der Krise, die er dann mit Gewinn weiterverkaufte. Dabei konzentrierte er sich auf die Stahl-, Bergbau- und Ölindustrie. Die von ihm gegründete Private-Equity-Gesellschaft WL Ross & Co verkaufte er im Jahr 2006, blieb jedoch Chefstratege.

          Der designierte Handelsminister Wilbur Ross hat ein Vermögen von 2,5 Milliarden Dollar

          Tillerson will sich von seinen Aktien trennen

          Auch Betsy DeVos, die Bildungsministerin werden soll, darf sich „Milliardärin“ nennen (1,25 Milliarden Dollar). Die Neunundfünfzigjährige war zuvor Chefin der Investment-Gruppe Windquest. Ihr Ehemann Richard DeVos Junior ist der Erbe des Kosmetik-Herstellers Amway, der laut „Forbes“ über ein Vermögen von rund fünf Milliarden Dollar verfügen soll. DeVos erregte Aufsehen mit der Forderung, reichen Eltern Gutscheine zuzuteilen, wenn sie ihre Kinder auf Privatschulen schicken und so die öffentlichen Einrichtungen „entlasten“.

          Zwei der bekanntesten Mitglieder im künftigen Kabinett Trumps verfügen laut „Forbes“ über ein neunstelliges Vermögen: Da ist zum einen Rex Tillerson, designierter Außenminister und langjähriger Chef des Ölkonzerns Exxon Mobil. Auf seinen Konten sollen sich 325 Millionen Dollar befinden. Tillerson hatte mehr als 40 Jahre lang für das Unternehmen gearbeitet und pflegte zuletzt besonders intensive geschäftliche Beziehungen zur Regierung des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

          Zum Jahreswechsel schied er aus dem Unternehmen aus. Anfang Januar versprach er, sich von seinen mehr als 600.000 Exxon-Mobil-Aktien zu trennen. Außerdem sollen zwei Millionen Aktien in einen unabhängig verwalteten Treuhandfonds eingebracht werden.

          Der designierte Finanzminister Steven Mnuchin soll immerhin 300 Millionen Dollar besitzen. Der frühere Hedgefonds-Manager und Goldman-Sachs-Banker geriet zuletzt unter Druck, weil er Vermögenswerte in Höhe von 100 Millionen Dollar in Form von Anteilen an Offshore-Firmen auf den Cayman-Inseln verschwiegen haben soll. Auf den weiteren Plätzen im „Ranking der Vermögenden“ in Trumps künftigen Kabinett befinden sich laut dem Magazin unter anderem die designierten Minister Andy Puzder (Arbeit, 45 Millionen), Ben Carson (Wohnungsbau und Stadtentwicklung, 29 Millionen) und Elaine Chao (Verkehr, 24 Millionen).

          Im Kabinett von Barack Obama waren wohl bis auf drei Personen alle Minister Millionäre. Rund 2,5 Milliarden Dollar gehörten allein der Handelsministerin und Hyatt-Erbin Penny Pritzker, die eine der reichsten Frauen Amerikas sein dürfte. Weitere 150 Millionen werden Außenminister John Kerry zugeschrieben, der in die Heinz-Unternehmerfamilie eingeheiratet hat.

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