01.02.2007 · Künftig bietet Eon bundesweit Gas an. Die Folge wird ein Preisrutsch sein. Sicher hat sich das Unternehmen schon etwas einfallen lassen, damit dieser nicht allzu kräftig ausfällt. Ob das gelingt, hängt von der Konkurrenz ab. Ein Kommentar von Holger Schmidt.
Von Holger SchmidtEon eröffnet den Wettbewerb auf dem deutschen Gasmarkt. Sicher nicht ganz freiwillig, sondern um den politischen Druck aus Brüssel und Berlin zu mindern, bietet der Energiekonzern künftig in ganz Deutschland Gas - und auch Strom - an.
Den Gasverbrauchern kann das Motiv egal sein, denn sie bekommen erstmals die Möglichkeit, dem Preisdiktat ihres Regionalversorgers auszuweichen. Da Eon unter kritischer Aufsicht der Wettbewerbshüter steht, darf der entfachte Wettbewerb kein Sturm im Wasserglas werden. Also muss Eon Preise verlangen, die einen Wechsel des Anbieters attraktiv machen.
Das ist Wettbewerb
Das aber wird gleich in mehrfacher Weise teuer für Eon: Das Unternehmen kannibalisiert damit nicht nur seine eigenen Vertriebsgesellschaften, sondern auch die vielen Stadtwerke, die ihr Gas vom marktführenden Großhändler Eon Ruhrgas beziehen. Diese Stadtwerke werden ihre Lieferverträge nachverhandeln wollen, um mit dem Eon-Direktvertrieb konkurrieren zu können.
Die Folge wird ein - zumindest einmaliger - Preisrutsch auf dem Gasmarkt sein. Sicher haben sich die Strategen bei Eon auch schon etwas einfallen lassen, damit dieser Preisrutsch nicht allzu kräftig ausfällt und schnell zu Ende geht. Ob das gelingt, hängt allerdings von der Reaktion der Konkurrenz ab. RWE muss nun mit seiner Vertriebsgesellschaft Eprimo nachziehen, um Eon nicht das Feld zu überlassen. Genau das ist Wettbewerb - endlich.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.368,84 | −1,82% |
| Dow Jones | 12.419,90 | −1,28% |
| EUR/USD | 1,2370 | +0,01% |
| Rohöl Brent Crude | 103,24 $ | −0,01% |
| Gold | 1.540,00 $ | −2,50% |
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