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Neue Studiengebührendebatte Ausländer zieht es an deutsche Hochschulen

Deutschland ist das beliebteste nicht-englischsprachige Ziel für ausländische Studenten. Das provoziert eine neue Diskussion über Studiengebühren. Mit großen Risiken.

© ZB Die deutschen Hochschulen sind bei Studierenden aus dem Ausland beliebt. Sollte man nun von ihnen Gebühren nehmen?

Die deutschen Hochschulen ziehen regelmäßig harsche Kritik auf sich: Zu voll seien sie, und vor allem zu mittelmäßig. Was Kritiker überraschen dürfte, ist der gute Ruf, den sie im Ausland genießen. Denn immer mehr Menschen kommen zum Studium nach Deutschland. In Berlin ist schon jeder dritte Studienanfänger Ausländer.

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Die Zahl der ausländischen Studenten erreichte 2012 einen neuen Rekord: 265.000 Ausländer waren nach Angaben des Statistischen Bundesamt hierzulande eingeschrieben. Davon waren 193.000 oder 8 Prozent aller Studenten „Bildungsausländer“, wie sie inzwischen häufig genannt werden: Sie besitzen eine ausländische Hochschulzugangsberechtigung und sind vermutlich nur zum Studium nach Deutschland eingereist (im Gegensatz zu den 72.000 „Bildungsinländern“, die ein deutsches Abitur haben). Zwei Drittel stammen aus Ländern außerhalb der EU, ihr Anteil hat sich stetig erhöht.

Kritiker dürfte außerdem verwundern, wie beliebt ein Studium in Deutschland auch im internationalen Vergleich ist. Gastland Nummer eins sind die Vereinigten Staaten mit fast 700.000 ausländischen Studenten. Dann folgen Großbritannien, Australien und - als erstes nichtenglischsprachiges Land - Deutschland. Auf Platz fünf kommt Frankreich. Gute Kenntnisse in der Sprache des Gastlandes haben normalerweise einen großen Einfluss auf die Wahl des Studienortes. Doch hierzulande kommt nur ein knappes Zehntel der ausländischen Studenten aus einem deutschsprachigen Land.

DAAD: Hohe Reputation

Die Präsidentin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), Margret Wintermantel wundert sich freilich nicht über die starke Anziehungskraft der deutschen Hochschulen. Sie genössen eine hohe Reputation auf der Welt, sagt sie. „Besondere Stärken des deutschen Systems sind sicherlich die forschungsorientierte Lehre und ein breites und höchst differenziertes Studienangebot.“ Vor allem die Ingenieurs-, Natur- und Wirtschaftswissenschaften seien international sehr anerkannt.

Das Deutsche Studentenwerk hat in einer großangelegten Befragung 2009 herausgefunden, dass 80 Prozent der Bildungsausländer erwarten, durch ein Studium in Deutschland ihre Berufschancen zu verbessern. Etwa die Hälfte hält die Studienbedingungen für besser als im Heimatland; dieser Anteil ist allerdings deutlich geschrumpft. Ein Drittel der Befragten nannte als wichtiges Motiv, dass sie sich ein Studium in Deutschland leisten können. Dabei dürften auch die im internationalen Vergleich niedrigen Studiengebühren eine Rolle gespielt haben.

Gebühren für Studenten aus Nicht-EU-Ländern?

Die Studienbeiträge sind nun fast abgeschafft worden; sie werden nur noch in Niedersachsen erhoben. Doch beginnt gerade eine Diskussion darüber, ob nur Studenten, die aus den Nicht-EU-Ländern stammen, Gebühren zahlen sollen. Die regierenden Grünen in Baden-Württemberg denken laut darüber nach und auch einige deutsche Hochschulen. Die Befürworten führen ins Feld, dass deutsche Studierende in Staaten außerhalb der EU auch zur Kasse gebeten werden.

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