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Neue Geldquelle Ärzte wollen fünf Euro Praxisgebühr pro Besuch

28.06.2010 ·  Patienten sollen nach den Vorstellungen der Kassenärzte künftig für jeden Arztbesuch fünf Euro bezahlen. Bislang beträgt die Gebühr einmalig zehn Euro je Quartal - damit sind binnen drei Monaten bislang beliebig viele Arztbesuche ohne erneute Zahlung der Praxisgebühr möglich.

Von Andreas Mihm
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Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Köhler, hat am Montag eine Ausweitung der Praxisgebühr vorgeschlagen und damit die von den Krankenkassen verlangten Honorarkürzungen für Kassenärzte abgelehnt. Mit dem Vorschlag sollen angesichts der für 2011 und die Folgejahre erwarteten Milliardendefizite im Gesundheitswesen neue Geldquellen für die gesetzliche Krankenversicherung erschlossen werden. Ähnliche Vorschläge hatte die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände gemacht. Auch Gesundheitspolitiker der Koalition hegen Sympathie für eine Gebühr je Besuch.

Köhler verwies auf die geringe Steuerungsfunktion, die die im Januar 2004 gegen viele Proteste von der rot-grünen Bundesregierung eingeführte Gebühr noch besitze. Mit durchschnittlich 18 Arztbesuchen im Jahr gehen die Deutschen trotz Gebühr internationalen Statistiken zufolge weiterhin so häufig wie kaum ein anderes Volk zum Doktor.

Die Praxisgebühr spült deshalb nach Kassenberechnungen nur etwa 1,5 Milliarden Euro im Jahr ins System, 900 Millionen Euro weniger als bei der Einführung erhofft. Eine feste Gebühr von 5 Euro je Besuch könnte diesen Betrag vervielfachen. Dennoch würden chronisch Kranke bei durchschnittlich 2,1 Arztbesuchen im Quartal nicht stärker belastet als derzeit, rechnete Köhler vor.

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Jahrgang 1960, Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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