09.10.2009 · Berlins früherer Finanzsenator und jetzige Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin (SPD) hat einen Rücktritt wegen seiner umstrittenen Äußerungen über Ausländer explizit abgelehnt. Er werde am Montag wie üblich in seinem Bundesbank-Büro in Frankfurt arbeiten, sagte er.
Berlins früherer Finanzsenator und jetzige Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin (SPD) hat einen Rücktritt wegen seiner abwertenden Äußerungen über Ausländer explizit abgelehnt. Er werde am Montag wie üblich in seinem Bundesbank-Büro in Frankfurt arbeiten, wo ein Stapel von Akten auf ihn warte, sagte Sarrazin am Freitag nach einem Auftritt bei einem Kongress in Berlin. „Ich habe alles gesagt, was ich sagen wollte“, lehnte er weitere Stellungnahmen ab.
In dem vor mehr als einer Woche erschienenen langen Interview über Berlins wirtschaftliche Zukunft hatte Sarrazin unter anderem beklagt: „Die Türken erobern Deutschland genauso, wie die Kosovaren das Kosovo erobert haben: durch eine höhere Geburtenrate.“
Zentralrat der Juden wirft Sarrazin Nähe zu Nazis vor
Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat Sarrazin unterdessen wegen dessen Äußerungen über Ausländer Nähe zum Nationalsozialismus vorgeworfen. „Ich habe den Eindruck, dass Sarrazin mit seinem Gedankengut Göring, Goebbels und Hitler große Ehre erweist“, sagte der Generalsekretär des Zentralrats, Stephan Kramer, am Freitag in Berlin. „Er steht in geistiger Reihe mit den Herren.“
Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD), Kenan Kolat, forderte abermals den Rücktritt Sarrazins von seinem Vorstandsposten bei der Bundesbank.
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