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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Nach der Pannenserie Vattenfall entlässt Kernkraft-Chef

 ·  Die Pannenserie in Krümmel und Brunsbüttel hat zu personellen Konsequenzen geführt: Vattenfall entbindet den Geschäftsführer der Kernkraftsparte Bruno Thomauske von seinen Aufgaben. Auch der Kommunikationschef ist seinen Job los.

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Nach einer Pannenserie in seinen Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel zieht der Vattenfall Europe-Konzern personelle Konsequenzen. Der Geschäftsführer der Sparte Nuclear Energy, Bruno Thomauske, werde von seinen Aufgaben entbunden, teilte das Unternehmen am Montag nach einer Krisensitzung mit.

Seine Aufgabe soll bis auf weiteres der Kraftwerksvorstand der Vattenfall Europe AG, Reinhardt Hassam, übernehmen. Zudem wird auch Johannes Altmeppen als Leiter der Konzernkommunikation das Unternehmen verlassen. Die Entscheidungen seien in enger Abstimmung mit dem schwedischen Mutterkonzern getroffen worden.

Außerdem kündigte Vattenfall an, unabhängig von den behördlichen Untersuchungen der Ereignisse noch in der laufenden Woche eine hochrangige Expertengruppe mit Vertretern aus Technik und Wissenschaft einzusetzen. Sie soll ausgestattet mit einem Etat in Höhe von fünf Millionen Euro eine Gesamtanalyse vornehmen und Verbesserungsvorschläge erarbeiten.

Schon länger schlecht gelitten

Thomauske wird vor allem verantwortlich gemacht für die jüngsten technische Pannen und Kommunikationsdefizite: Etwa dafür, dass Prozessrechner im Kraftwerk Krümmel unter der Datenlast zusammenbrachen, dafür, dass der Reaktor zu schnell heruntergefahren wurde, dafür, dass einer von den Dutzend Leuten auf dem Leitstand vorsorglich eine Atemschutzmaske aufzog, als die Lüftung Rauch vom Trafobrand draußen in den Reaktorstand trug, oder dafür, dass er die Namen der betroffenen Beschäftigten nicht herausrücken wollte - zu deren Schutz vor einer aufgeregten Öffentlichkeit und nach einem zuvor mit den Behörden abgestimmten Verfahren, wie er glaubhaft sagt.

Thomauske, von Atomkraftgegnern jüngst als „Pannen-Bruno“ bezeichnet, ist unter den Kernkraftopponenten nicht erst seit diesen Tagen schlecht gelitten. Seine frühere Tätigkeit für das Bundesamt für Strahlenschutz wirkt nach. Über Jahre hat der promovierte Physiker als Bediensteter des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) penibel und mit hoher Sachkenntnis das Genehmigungsverfahren für Schacht Konrad im wahrsten Sinne durchgezogen - gegen viele politische Widerstände. Auch die Zwischenlager an den Atomkraftwerken hat er genehmigt, die notwendig wurden, weil Rot-Grün die Aufarbeitung und die Erkundung (und damit den möglichen Bau) des Endlagers für hochradioaktive Abfälle in Gorleben unterbunden hat. Dass Thomauske anschließend zur Energiewirtschaft gewechselt ist, bringt ihm bis heute den zwischen den Zähnen herausgepressten Vorwurf alter Kollegen ein, er habe wohl seine eigenen Zwischenlager genehmigt.

BfS stellt Forderungen an Vattenfall

Der Präsident des BfS, Wolfram König, forderte unterdessen von Vattenfall vertrauensbildende Maßnahmen. Er hoffe, daß die von dem Unternehmen angekündigte offensivere Kommunikation umgesetzt werde, sagte König am Montag im Deutschlandfunk. Vattenfall könnte dies jetzt beweisen, in dem es zum Beispiel dem zuständigen Ministerium genehmige, die Schwachstellen-Liste für Brunsbüttel offen zu legen. Hiergegen gebe es immer noch eine Klage.

König kritisierte, eine verzögerte Informationspolitik stehe nicht im Einklang mit den Sicherheitsanforderungen, die die Betreiber nachweisen müßten. Hier gebe es Nachholbedarf auch bei dem Bewusstsein der Firmen. Er verwies zugleich erneut darauf, daß die Zahl der „meldepflichtigen Ereignisse“ bei älteren Atomkraftwerken zunehme.

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