15.08.2011 · Der amerikanische Investor und Multi-Milliardär Warren Buffett hat höhere Steuern für reiche und superreiche Amerikaner gefordert. „Meine Freunde und ich sind lange genug von einem Milliardär-freundlichen Kongress verhätschelt worden“, schrieb der 70-Jährige.
Von Roland Lindner, New YorkDer Investor Warren Buffett hat sich in die hitzig geführte Diskussion um den Defizitabbau in den Vereinigten Staaten mit einer Forderung nach höheren Steuern für Reiche eingemischt. In einem Gastbeitrag für die „New York Times“ schlug Buffett eine Anhebung der Steuern für Amerikaner mit einem Jahreseinkommen von mehr als einer Million Dollar vor. Wer mehr als 10 Millionen Dollar verdient, soll nach seiner Ansicht noch einmal zusätzlich besteuert werden.
„Meine Freunde und ich sind lange genug von einem zu Milliardären freundlichen Kongress verhätschelt worden“, schrieb Buffett mit Blick auf sich und andere reiche Amerikaner. Die Regierung in Washington behandle die Superreichen des Landes „wie eine vom Aussterben bedrohte Art“. Der 80 Jahre alte Buffett gehört in die allererste Liga dieser Superreichen und ist nach der „Forbes“-Liste der drittreichste Mensch der Welt hinter dem Mexikaner Carlos Slim Helú und Microsoft-Mitgründer Bill Gates.
Sein Vermögen wurde in der Liste auf 50 Milliarden Dollar beziffert. Buffett gab in seinem Beitrag Einblicke in seine persönliche Steuerverhältnisse: So habe er im vergangenen Jahr 6,9 Millionen Dollar Steuern an die Bundesregierung bezahlt.
„Das klingt nach viel Geld. Aber es entspricht nur 17,4 Prozent meines steuerpflichtigen Einkommens.“ Dieser Steuersatz sei niedriger als bei allen anderen zwanzig Mitarbeitern in der Verwaltung seiner Investmentholding Berkshire Hathaway.
Deren Steuersätze reichten von 33 bis hin zu 41 Prozent. Die Steuerbelastung der reichsten Amerikaner ist nach den Worten von Buffett in den vergangenen beiden Jahrzehnten prozentual drastisch gesunken. So hätten im Jahr 1992 die 400 Amerikaner mit den höchsten gemeldeten Einkommen zusammen 16,9 Milliarden Dollar verdient und davon auf Bundesebene 29,2 Prozent Steuern bezahlt, schrieb der Investor unter Berufung auf Daten der Steuerbehörde IRS.
Bis zum Jahr 2008 habe sich das Einkommen der „Top 400“ auf 90,9 Milliarden Dollar erhöht, der Steuersatz habe aber bei nur noch 21,5 Prozent gelegen. „Wir Superreiche bekommen außerordentliche Steuererleichterungen“, schrieb Buffett. Der Investor widersprach dem Argument, dass höheren Steuern reiche Amerikaner von Investitionen abhalten würden. Der Anfang des Monates vereinbarte Kompromiss im amerikanischen Schuldenstreit sieht wegen des Widerstands der Republikanischen Partei bislang keine Steuererhöhungen vor.
@ Goesche
Nina Wunderlich (nihao75)
- 18.08.2011, 01:13 Uhr
Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens.
Volker Spielmann (Schildwache)
- 17.08.2011, 23:18 Uhr
@Wunderlich
Nils Gösche (cartan)
- 17.08.2011, 16:24 Uhr
@Goesche
Nina Wunderlich (nihao75)
- 16.08.2011, 23:16 Uhr
Reiche besteuern: Das sollte keinerlei politisches Problem lösen??
Raoul Duke (RaDuke)
- 16.08.2011, 07:40 Uhr
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