Home
http://www.faz.net/-gqg-785mv
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Moscovici trifft Schäuble Frankreich bittet Deutschland um mehr Geduld bei Defizitabbau

 ·  Freundschaftliche Geste: Frankreichs Finanzminister Moscovici bittet seinen deutschen Amtskollegen Schäuble öffentlich um mehr Zeit, um das Haushaltsdefizit auf weniger als drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu verringern.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (21)

Der französische Finanzminister Pierre Moscovici hat seinen deutschen Amtskollegen Wolfgang Schäuble um mehr Geduld beim Abbau des Haushaltsdefizits gebeten. Deutschland und andere Partnerländer in der Euro-Zone sollten nicht auf weitere Sparmaßnahmen pochen, weil dies die französische Konjunktur weiter belasten würde, sagte Moscovici während einer Veranstaltung zur Würdigung der deutsch-französischen Beziehungen in Straßburg. „Es ist mir wichtig, dass Deutschland das versteht.“ Es wisse, dass Schäuble dafür Verständnis habe, weil Deutschland ein starkes Frankreich an seiner Seite wünsche.

Schäuble selbst machte auf der Veranstaltung allerdings deutlich, dass die Bundesregierung weiterhin strickt darauf bestehe, dass die Haushaltsdefizite in der Euro-Zone zurückgeführt werden. Haushaltsdisziplin und Wachstumsförderung würden sich nicht gegenseitig ausschließen, sagte Schäuble. Es müsse deshalb aufgehört werden, entweder nur von Austerität oder von Wachstum zu sprechen.

Moscovici: Frankreich ist nicht der neue „kranke Mann“ Europas

Moscovici trat zugleich dem Eindruck entgegen, dass Frankreich der neue „kranke Mann“ in Europa sei und deshalb mehr Reformen umsetzen müsse. Ganz im Gegenteil würden Investoren zunehmend Vertrauen in Präsident Francois Hollande gewinnen. Als Beleg verwies der Finanzminister auf die jüngste Anleihe-Mission der Regierung, bei der zehnjährige Papiere zu einer rekordtiefen Rendite  von 1,94 Prozent am Markt plaziert werden konnten.

Frankreich hat längst eingeräumt, auch im laufenden Jahr seine Haushaltsziele nicht einhalten zu können. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone sollte 2013 eigentlich die Maastricht-Grenze einer maximalen Neuverschuldung von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts wieder einhalten. Nun rechnet das Land in diesem Jahr mit einem Defizit von 3,5 Prozent und will im kommenden Jahr die Drei-Prozent-Marke erreichen. Der Schuldenstand Frankreichs hat sich im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt von 2011 auf 2012 von 85,8 auf 90,2 Prozent erhöht.

Für dieses Jahr erwartet Moscovici keine großen Sprünge in punkto Wirtschaftswachstum. „Die EU-Kommission sagt 0,1 Prozent für 2013 - und ich befürchte, das wird nicht weit davon entfernt liegen“, erklärte der Finanzminister. „Ich hoffe, es wird mehr sein, wir kämpfen dafür, dass er mehr sein wird.“

  Weitersagen Kommentieren (16) Merken Drucken
Weitere Empfehlungen
Bernd Lucke AfD-Chef: Der Mindestlohn schadet Deutschland

Die Euro-Gegner der AfD wollen wieder mit ihrem Kernthema punkten: Die Südländer sollen raus aus dem Euro, die Lage in Griechenland sei viel schlimmer als zugegeben. Parteichef Lucke macht Kanzlerin Merkel schwere Vorwürfe. Mehr

09.04.2014, 15:00 Uhr | Wirtschaft
Rückblick Die Chronik der griechischen Krise

Griechenlands Schuldenmisere hält Europa seit Jahren in Atem. Bis zur nun laufenden Rückkehr an die Märkte hat das Land zwei Rettungsprogramme und einen Schuldenschnitt hinter sich. Mehr

09.04.2014, 17:27 Uhr | Wirtschaft
Euroraum Griechische Staatsschulden steigen weiter

Das Europäische Statistikamt hat neue Zahlen zum Defizit der Euroländer vorgelegt. Griechenlands Haushalt ist zwar weiter in den roten Zahlen. Doch die EU lobt den ersten „Primärüberschuss“ seit zehn Jahren. Mehr

23.04.2014, 12:43 Uhr | Wirtschaft

04.04.2013, 21:16 Uhr

Weitersagen
 

Politiker und Staatsmänner

Von Walter Hamm

Noch ist etwas Zeit, den Schaden des großen Rentenpakets zu begrenzen. Hier sind Politiker gefragt, die nicht nur an die nächste Wahl denken. Sondern auch an die nächste Generation. Mehr 4 13


Die Börse
Name Kurs Änderung
  F.A.Z.-Index --  --
  Dax --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --