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Moscovici trifft Schäuble Frankreich bittet Deutschland um mehr Geduld bei Defizitabbau

 ·  Freundschaftliche Geste: Frankreichs Finanzminister Moscovici bittet seinen deutschen Amtskollegen Schäuble öffentlich um mehr Zeit, um das Haushaltsdefizit auf weniger als drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu verringern.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (21)
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Helmut Friedrich
Helmut Friedrich (krokos) - 05.04.2013 11:49 Uhr

"...würden Investoren zunehmend Vertrauen in Präsident Francois Hollande gewinnen."

Klar. Ganz besonders die französischen Unternehmer freuen sich enorm über Hollandes neue 75% Steuer und die sonstige "Wachstumspolitik" ihrer Regierung!

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Johann Maynard

Der will doch nur Zeit gewinnen,

bis zur nächsten Bundestagswahl, um dann vom Bundeskanzler Steinbrück die Schuldenunion mit Deutschland als Genossensolidarität einzufordern.

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Rolf Huchthausen

"Frankreich bittet Deutschland um mehr Geduld bei Defizitabbau" (???)

FRA bittet DE nicht! FRA verkündet! Ganz gleich was DE davon hält!

Was aber viel interessanter wäre, worauf begründet sich denn die Hoffnung, daß mit "etwas mehr Zeit" die Dinge wieder ins Lot geraten?

Die sozialistische Regierung hat genau was in FRA in Kraft gesetzt, um aus dem Dilemma des permanenten Haushaltsdefizits > 3 % herauszukommen?

Ich bin mir nicht sicher, ob FRA jemals die Maastricht-Kriterien eingehalten hat? Warum nun diese Farce und Heuchelei?

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Walter Kunz
Walter Kunz (kuwa) - 05.04.2013 08:32 Uhr

ist doch klar - die EU-Verträge sind doch für die Staaten vom Mond

Frankreich wirde nie die Veträge einhalten.

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Horst lauterbach
Horst lauterbach (ash26e) - 05.04.2013 08:07 Uhr

Geduld.

Warum?? Agenda2010 als Vorbild!!!! Wozu? Wenn das keinem Franzosen klar ist?!?!

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Denise Berning
Denise Berning (DeBe1) - 05.04.2013 07:24 Uhr

"""bittet"""???

Europa wird uns von der Deutschen Regierung mit Begriffen, wie Freundschaft mit den Völkern Europas, Partnerschaft, "auf Augenhöhe" etc. verkauft. Was davon trifft denn zu, wenn ein gewählter Volksvertreter Frankreichs einen Finanzminister eines anderen Landes fragen muss, wie er seinen Staatshaushalt zu managen hat? Was davon trifft denn zu, wenn man eine stolze Nation zum Bittsteller Deutschlands macht? Was davon trifft denn zu, wenn alle demokratischen Prinzipien der Budgethoheit usw. unterlaufen werden, indem man einen deutschen Minister "bittet"? Herr Schäuble, Frau Merkel - es erschreckt mich zutiefst, was Sie aus Deutschland, aus Europa und aus der Demokratie gemacht haben und ich würde mich so langsam für Deutschland und Sie schämem müssen, wenn ich nicht endlich eine politische "Alternative" gefunden hätte.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 05.04.2013 14:17 Uhr
Alexander Pfaff

Das wird der Trick sein!

Genaus wie Zyperns Regierungschef das Thema ,,Sparguthaben" als Vorschlag eingebracht hat, um dieses dann anschließend abzulehnen, um so gegen die EU und Deutschland Stimmung machen zu können, so wird Moscovici etwas ähnliches vorhaben. Wird Schäuble die bitte ablehnen, kann man zu Hause wunderbar Stimmung gegen die bösen Boches machen. Wir Schäuble sich darauf einlassen, hat mein ein kleines Zwischenziel erreicht und kann anschließend, nach kurzer Verschnaufpause, die nächste Bitte, oder sagen wir besser Forderung, bei Schäuble vorbringen.

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Hermann Goedel

"wenn _man_ eine stolze Nation zum Bittsteller Deutschlands macht" ...

... "man" ist leider falsch, werte Frau Berning. Unsere lieben Nachbarn haben sich das alles selbst gebastelt. Und zwar auf traditionell welsche Art und Weise (und in diesem Zusammenhang bekommt Sarkozys "Mittelmeerunion" einen ganz neuen Dreh).
.
Unsere Alternativen (leider gibt es drei) heißen:

- Alternative für Deutschland
- Pro Deutschland
- Die Freiheit.

Möge die nächste Regierungsbildung von einer der drei abhängig sein.

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Florian Meier
Florian Meier (Flo635) - 05.04.2013 06:03 Uhr

Geste hin oder her

es ist ein weiterer Schritt in die falsche Richtung; obendrein ein schlechtes Vorbild für die anderen Euroschuldenländer. Frankreich braucht umfassende Wirtschaftsreformen anstatt immer noch mehr Geduld. Hollandes Pläne zu noch höherer Besteuerung Reicher werden dazu nicht beitragen.

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Mathias Goldstein

Widersprüchliches aus Paris

Zitat:
"Deutschland und andere Partnerländer in der Euro-Zone sollten nicht auf weitere Sparmaßnahmen pochen, weil dies die französische Konjunktur weiter belasten würde."

Angesichts von 57% Staatsquote sind Sparmaßnahmen mit Härten verbunden. Stimmt.

Aber: Monsieur le Finanzminister hat ein Problem: Letzte Woche gab der große Präsident ein Interview auf TV France2, was seitdem auf YouTube konsumierbar ist:

Dort rastet Hollande regelrecht aus und betont mehrmals, mit ihm werde es nie und nimmer einen Sparhaushalt geben. Sehr erregt und gleich zweimal. Nur die Begründung ist anders, denn Hollande argumentiert mit Psychologie: Sollte der Staat sich einschränken, könnten die Franzosen den völlig falschen Eindruck bekommen, der Aufschwung durch Hollandes segensreiche Sozialisten-Regierung stehe nicht unmittelbar bevor.

Ebenfalls behauptete Hollande, Frankreich sei genauso stark wie Deutschland. Wieso die Bundesrepublik dann aber ein Drittel mehr in die EU-Töpfe zahlt, ließ er offen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 05.04.2013 14:10 Uhr
Alexander Pfaff

Bei allen Krisenländern sind Italien...

...und ganz besonders Frankreich die gefährlichsten Länder. Deren Größe, gepaart mit der stolz irgendetwas zu ändern/zu reformieren sind die Hauptprobleme. Leider sind deutsche Politiker nicht willens, nicht in befähigt Frankreichs Grenzen aufzuzeigen. Wie sagt Helmut Schmidt, Deutschland könne, aufgrund seiner speziellen Verantwortung, hinsichtlich seiner Geschichte, niemals den ersten Schritt aus dem Euro machen. Kommt keine neue Politiker-Generation, wird Deutschland untergehen...alternativlos!

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Fritz Garbor

Wo sind die selbstbewussten Exportschlager aus F.?

... der ganz kleine preiswerte 2 Sitzer- Sportwagen, den niemand anbietet?
... eine neue DS?
... eine Fassadenarchitektur statt Modernismus?
Es gibt viele Möglichkeit, aber es fehlt der Mut... alles ist zu ängstlich bürgerlich- kommod heute.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 05.04.2013 14:05 Uhr
Alexander Pfaff

Tja, Frankrreich...

hat nunmal den Euro und muß seine Fahrzeuge, oh Wunder, zum gleichen Preis verkaufen, wie die deutsche Konkurrenz, was nicht ganz so gut funktioniert, da Image, Qualität und Produktion- und Absatzmärkte außerhalb der EU fehlen. Aber der franz. Staat hat ja alles dafür getan, um genau all das herbeizuführen. Warum soll Frankreich mehr Zeit bekommen? Reformen durchführen!

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mathias dumke

Von Griechenland lernen, heißt siegen lernen. Oder wie lebe ich auf Kosten anderer.

Und natürlich ist Frankreich "auf einem guten Weg" und bis zum Endsieg des Sozialismus braucht es eben wie üblich noch "etwas Geduld".
Da die Mehrzahl der französischen Unternehmen nicht mehr wettbewerbsfähig sind, wird jetzt zuerst einmal die Autoindustrie verstaatlicht und anschließend mittels Rettungsschirm "gerettet". Und weil das so gut funktioniert wird es dann auf ganz Frankreich übertragen.
So rettet jetzt in der "EU" ein Land das andere; die "Sieger" treten lächelnd vor die Kamera und versichern dem Bürger, dass das "Schlimmste überstanden" sei.
Dieses europäische "Erfolgsmodell" wurde übrigens bereits von Münchhausen angewandt und übertrifft sogar noch die kühnsten Erwartungen der Anhänger Keynes'.

Ist da nicht mal wieder ein Nobelpreis fällig oder zumindest eine Auszeichnung wie "verdienter Steuermann der (E)UdSSR als dynamischster Wirtschaftsraum der Erde"?

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Peter Bayer

Was soll das?

Versucht Frankreich den Eindruck zu verstärken Deutschland versuche die Eurozone zu beherrschen oder was soll das?

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Martin Hasselfeldt
Martin Hasselfeldt (mh-no) - 05.04.2013 00:39 Uhr

Mehr Schulden machen

"Frankreich ist nicht der neue „kranke Mann“ Europas"
Das klingt ein wenig wie "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten".
Erneut zeigt sich, dass alle Vereinbarungen in Europa die Tinte nicht wert sind, mit der sie unterschrieben wurden. Fiskalpakt soll Einhaltung der Maastricht-Kriterien nunmehr garantieren usw. usw. Ich kann es nicht mehr hören; glaubwürdig ist es schon lange nicht mehr.
Deutschland ist milliardenschwere Verpflichtungen eingegangen und erhielt im Gegenzug luftige Versprechen, die, wie man sieht, mit einer Selbstverständlichkeit nicht eingehalten werden, dass einem schwindlig wird.
Ich befürchte, dass der Versuch, alte Schulden mit immer mehr neuen Schulden zu bekämpfen, mangels politischer Einsicht tatsächlich in einem unkontrollierten Desaster enden wird. Die französische Regierung (aber nicht nur sie) tut alles dafür, dass es so kommt.

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Heiner Peters

Der neue kranke Mann Europas

Hat man vor den Hartz-Reformen Deutschland nicht so bezeichnet?

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Martin Hofmann-Apitius

Eine Bitte wie diese ....

... sollte kein Anlass für Häme sein. Ich wäre froh, wenn das Forum die Offenheit des französischen Finanzministers als das interpretieren würde, als was es "rüberkommt": als offenes Wort unter Freunden. Also kein Grund für "Frankreich-bashing".

Ich bin nach wie vor der Meinung, dass der Euro ein gescheitertes Experiment ist, aber wir sollten vor lauter Frust über Angelas Euro-Rettungswahn nicht unsere guten Manieren vergessen. Also Anerkennung und Verständnis für den französischen Finanzminister, der gerade seinen eigenen schweren Kampf führt und einem stolzen französischen Volk, dem man vor der Wahl das Blaue vom Himmel versprochen hat, erklären muss, dass die Party jetzt vorüber ist.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 05.04.2013 10:34 Uhr
Achim Schröder
Achim Schröder (asfn) - 05.04.2013 10:34 Uhr

Ich habe hier leider noch nichts von solchen frankophilen Party-Abschwörungen gelesen.

Viel gelesen habe ich aber von Schulden- oder Bankenunion. Beides läuft wohl auf das Gleiche hinaus. Sprich: WIR sollen den Gürtel wieder enger schnallen, obwohl unsere Party schon mit der Wiedervereinigung jäh beendet wurde, spätestens aber mit Schrödi's Agenda. Das französische Beharrungsvermögen wird sich so aber nur im Schneckentempo ändern und wir werden gleichzeitig unsere Sozialsysteme völlig ruinieren. Man darf die taktischen Finessen der Franzosen nie unterschätzen. Die DM abschaffen, um seine Minderwertigkeitskomplexe wegen eines verfallenden Franc zu heilen, war schon so eine "genial" kurzsichtige taktische Idee zum Schaden Europas. Das reicht jetzt erst mal!

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Christopher Kern

Ach ne, Seitenwechsel?

Vor einigen Jahren war die BRD noch der „kranke Mann“. Seit wann wird denn die franz.Elite mit ihren Ausbeutungstendenzen in Europa einsichtig und bittet um Nachsicht? Gleich welche Politgarnitur in Paris antritt, werden die eigenen Hausaufgaben hintenangestellt. Wie soll denn Wirtschaftswachstum neben den bankrotten staatlichen Betrieben entstehen, wenn KMUs bereits bei einer Betriebsgröße von 50 Mitarbeitern stranguliert werden wie ein Großkonzern? Man fahre einmal (mehrfach) durchs Land und versteht warum die EG-Agra-Hochburg festbetoniert ist. Das grenzt natürlich an Intelligenz.

Gemessen an den kulturellen Gemeinsamkeiten der europ.Völker, ist diese Politikerkaste (insgesamt) schwer erträglich.

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Dieter Spethmann
Dieter Spethmann (dspeth) - 04.04.2013 22:06 Uhr

Es ist immer gut, wenn Paris und Berlin miteinander sprechen- nur sollte man sich nicht täuschen

Die frnzösische Initiative von 1990, Deutschland zur Aufgabe der DMark zu zwingen, hat sich als die nach hinten losgehende Kanone erwiesen. Gut, das war ein klassischer Fehler der Pariser Diplomatie, übrigens nicht der erste in meiner Lebenszeit. Aber niemand kann es tagen, die Auswirkungen dieses Fehlers bis in alle Ewigkeit auszudehnen. Das ist der Punkt, um den es geht. Gemessen daran sind die Redereien um ein Prozent mehr oder weniger Staatsverschuldung Kindereien. Im Kern geht es um die Frage, wie Frankreich es anstellt, wieder mit seinen eigenen Einnahmen auszukommen.

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04.04.2013, 21:16 Uhr

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