17.08.2009 · Ohne Wasser kein Leben, das wissen alle. Doch Wasser wird knapp. Etwa eine Milliarde Menschen leben ohne sauberes Trinkwasser. Und es wird künftig noch schlimmer werden. Höchste Zeit also darüber nachzudenken, wie es trotzdem für alle reichen kann.
Von Nadine OberhuberGäbe es kein Wasser, dann gäbe es auch kein Leben, das wissen alle. Nun gibt es Unmengen von Wasser auf unserer Erde, sie heißt ja nicht umsonst der Blaue Planet: Dreiviertel der Erdoberfläche sind von Wasser bedeckt, das sind Tausend Milliarden Kubikkilometer flüssiger Lebensgrundlage.
Aber garantiert so viel Wasser auch das Leben für alle? Eben nicht. Trotz der enormen Massen, die um unsere Kontinente schwappen, reicht es schon jetzt nicht für alle. Stellt man sich die Wassermenge der Welt in der Größe eines Wasserballes vor, ist nur ein Achthundertstel davon Süßwasser. Das entspricht der Größe eines Tischtennisballs. Davon ist wiederum nur ein Bruchteil als Trinkwasser für Lebewesen nutzbar - das ist nur ein Tropfen von der Größe einer Erbse. Und davon wiederum steckt ein Teil in Gletschern oder Packeis. Die Menge, die wirklich trinkbar über die Erde rinnt, ist nur einen Stecknadelkopf groß.
Noch nicht im Bewusstsein
Trotzdem könnte sie für 1,7 Billionen Menschen reichen. Für 280 Mal so viele, wie auf der Erde leben. Jedenfalls theoretisch, denn tatsächlich ist das Wasser extrem ungleichmäßig über den Erdball verteilt. Und es wird künftig noch viel schlimmer sein. Wasser wird knapp. Das ist nur noch nicht bei allen ins Bewusstsein gesickert.
Wobei es physikalisch gesehen nicht ganz sauber ist: Denn wirklich verschwinden kann Wasser nicht. Es bewegt sich in einem geschlossenen Kreislauf um den Globus: Es verdunstet, wabert dann in dicken Wolkenbändern um die Welt, um woanders wieder herabzuregnen. Durch die Erwärmung ändert sich dieser Wolkenzug und damit die Verteilung: Während auf der einen Seite in China, Spanien und Afrika Flüsse austrocknen und Grundwasserspiegel sinken, flutet der Monsun in Burma oder Bangladesch regelmäßig zwei Drittel der Landmasse. Selbst auf Nordamerika prasselt nun ständig Starkregen herab. Werden aber die Küsten überschwemmt und steigt der Meeresspiegel an, dringt Meerwasser in die Trinkwasservorräte ein.
Parallel wird der Durst nach Wasser größer: Seit 1950 hat sich der Wasserverbrauch der Menschheit verdoppelt. Duschen und Waschmaschinen schlucken aber nur einen Bruchteil davon. Mehr als zwei Drittel des Süßwassers versickern im Boden, um Felder zu bewässern und Viehfutter wachsen zu lassen. Wenn die Welt noch mehr Menschen ernähren will, muss sie sich viel einfallen lassen. Wir haben einmal zusammengetragen, welche Ideen zur Lösung des Wasserproblems bestehen. Um mehr zu erfahren, klicken Sie auf die Texte in der rechten Spalte! Dort können Sie auch sich selbst testen: Sind Sie ein Wasserverschwender?
Wasser sparen - aber richtig!
Christian Becker (cjb-78)
- 17.08.2009, 10:00 Uhr
Milchmädchenrechnung?
Holger Assmann (Black-Sheep)
- 17.08.2009, 13:54 Uhr
@ Christian
Frank Geiser (geiser123)
- 17.08.2009, 15:15 Uhr
Bevölkerungexplosion - Wassermangel
Ulrich Mauer (UMAU)
- 17.08.2009, 16:05 Uhr
Nadine Oberhuber Jahrgang 1973, freie Autorin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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