18.11.2010 · In Deutschland leben viele qualifizierte Migranten, die Teller waschen oder Taxi fahren - weil ihre Zeugnisse nicht anerkannt werden oder weil Arbeitgeber ihre Abschlüsse nicht einschätzen können. Bildungsministerin Schavan schätzt ihre Zahl auf 300.000. Hier sind sieben von ihnen.
Von Henrike RoßbachRichtlinien für Lesermeinungen
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@fritz Teich Die Alternative zum rumänischen Arzt heißt in Zukunft...
...KEIN Arzt.
Das ist keine krude Hypothese von Paul Rabe sondern eine mathematisch belegbare Tatsache in so ziemlich allen ärztlichen Fachrichtungen.
Sie brauchen nur schauen wieviel deutsche Ärzte in den nächsten 20 Jahren pensioniert werden, wieviele Studenten es heute gibt und wie sich die Relation Patienten/Arzt entwicklen wird. Diese Realtion läßt sich demographisch sehr exact vorhersagen.
Ich wünsche Ihnen, daß sie Privatpatient sind, ansonsten werden Sie zwar nicht von einem rumänischen Arzt aber dafür eben GAR NICHT operiert.
Aber OK, auch mit einem Tumor oder einer gebrochenen Hüfte kann man ja noch Spaß im Leben haben....
Da kommt das ISO so richtig zum Tragen....
... alles kann geprüft werden, jeder hat sein ISO-Zertifikat, aber wer es nicht einhält kann es schnell verlieren beim nächsten Check-Up.
Die Efahrung im Ausland zeigt es: Wer in Europa einen Beruf erlernt hat ist in vielen aussereuropäischen Ländern willkommen, wenn auch oft als überqualifiziert angesehen.
Es wird in etlichen Ländern zwar eine Ausbildung angeboten, aber die beschränkt sich oftmals auf die Theorie (praxisnahe Ausbildung oft nicht möglich, oder einfach nicht implementiert). Der dann in den Arbeitsmarkt Entlassene sieht sich dann mit der Realität konfrontiert und beginnt an sich zu zweifeln, anstatt am System!
Diese versuchen nun ihr Glück in Europa, dem Schlaraffenland, und stellen erneut fest, die Realität ist brutaler als der erhoffte Glücksfall! So fristen die mit ihren Zertifikaten überhäuften Glücksjäger als Putzfrauen/männer oder Hilfskräfte ihr kümmerliches Dasein in der Fremde. Den Schein zu wahren und einmal im Jahr die Familie besuchen in der Heimat ist ein Muss, schon nur damit niemand Verdacht schöpft. So kommen auch diese armen Seelen nicht zu ihrem erhofften Reichtum, aber zumindest zu einem hohen Ansehen in der Heimat.
Was solls." LEBBE geht weider"
Ich will keinen rumaenischen Arzt!
Die DDR reicht mir. Das System mag ja einmal dem der BRD ueberlegen gewesen sein, die Fortschritte der Wissenschaft kamen schneller auch in den Doerfern an, heute ist es aber anders und in Rumaenien ist es noch viel schlimmer. Praxis ist garnichts.
Genau dafür tritt dieses Mitglied der kommunistischen Unterschicht leider ein!
@Raabe Soll hier jeder mit irgendeiner Qualitikation seinen Beruf ausüben dürfen [<10]
Franz-Josef Wilde (drfjwilde)
Wo ich nicht mit Ihnen übereinstimme, ist Ihre Aussage, daß deutsche Abschlüsse in technischen Fächern nur internationales Mittelmass seien.
Können Sie mir Abschlüsse in technischen Fächern nennen, die mehr wert sind als unsere deutschen Diplome?
Und wir bzw. unsere gefallsüchtigen Kultusminister gaben die anerkannte Spitze in technischen Ausbildungen, das deutsche Diplom auf.
Wie ich schon an anderer Stelle angemerkt habe: Deutschland gibt sich auf und macht sich selbst kaputt. Der Bachelor entspricht nicht einmal einem ehemals deutschen Vordiplom.
Vielleicht sollte man mal die Kirche im Dorf lassen und einfach...
...praktisch vorgehen. Dazu gehört Transparenz. Über die klaffende Lücke zwischen der Qualität in- und ausländischer Diplome ist hier alles gesagt worden, über die deutsche "Schein"-Gläubigkeit auch.
Die Möglichkeiten, Prüfungen, die zu vergleichbaren Abschlüssen oder zur Anerkennung führen, im Schnelldurchlauf ablegen zu können, müßten ausgebaut oder verfeinert werden. Wo diese Latte gerissen wird, muß im allgemeinen Interesse wenigstens geprüft werden können, welche Qualifikationen der Aspirant überhaupt hat bzw. seine Papiere für deutsche Arbeitgeber nachvollziehbar übersetzt und überprüft werden. Gutes Deutsch - ggf. auch Fachdeutsch - ist in jedem Fall Voraussetzung.
So kann der Arbeitgeber selbst entscheiden, ob er dem Aspiranten eine Chance gibt oder ob ihm das zu joker ist: Sind nicht nur Nettigkeiten, sondern ist dringend geboten.
Aber noch wichtiger scheint mir, diejenigen wieder einzufangen, die bereits auf gepackten Koffern sitzen. Das geht nur mit mehr Leistungsgerechtigkeit. Wenn man deutsche Akademiker-Gehälter - vor Steuern - mit denen der Hauptabnahmeländer deutscher Emigranten vergleicht, fließt schon die erste Träne. Nach Steuern und Sozialkonfetti kann man die Taschentücher wringen. Was für ein Anreiz...
Ich gebe auf Zeugnisinhalte relativ wenig; im Bewerbungsgespräch; besonders wenn
es fachlich relevant wird, scheidet sich die Spreu vom Weizen! Da erlebt man(n) die größten Überraschungen; positiv wie negativ!
Migranten
Auf der Bildungsleiter von oben nach unten
In Deutschland leben viele qualifizierte Migranten, die Teller waschen oder Taxi fahren - weil ihre Zeugnisse nicht anerkannt werden oder weil Arbeitgeber ihre Abschlüsse nicht einschätzen können.
@Raabe Soll hier jeder mit irgendeiner Qualitikation seinen Beruf ausüben dürfen
Ob ein Elektriker aus Japan hier nicht arbeiten darf, bezweifele ich einmal. In Berlin arbeiten jede Menge japanische Köche, deren Ausbildung zum Teil Jahre länger dauert als hier im Lande. Die arbeiten ohne eine Feststellung der Gleichwertigkeit der Ausbildung. Die Verantwortung tragen die Chefs. Aber sicher darf nicht jeder ohne Qualifikation einen Betrieb gründen und ausbilden und das ist auch gut so. Das kann man auch bestens begründen. Und dann mal als Arzt auf in die USA und andere Länder: Niederlassung einfach so? Nee da fangen sie teilweise von vorne an.
Ein Deutscher muss sich den Qualifikationsansprüchen hier in unserem Lande stellen. Daher ist Sinne der Gerechtigkeit und im Sinne des Verbraucherschutzes auf jedem Fall die Gleichwertigkeit der Nicht-EU-Examina Voraussetzung für eine Berufsausübung hier – bestimmt in akademischen Berufen. Oder soll jeder, der ein Papier vorlegt, aus Ihrem Gehirn einen Tumor entfernen?
Lassen Sie mich raten: In dem Land, in dem in manchen Schulbezirken die Schöpfungslehre (Creative Desgin) gleichberechtigt im Bio ja- genau BIOlogieunterricht gelehrt wird. Na dann, prost Mahlzeit.
MEine Philosophie- und Deutsch- Lehrerin erzaehlte uns, dass sie einen Teil ihres Studiums in Bayern absolvierte und dann nach Koel gewechselt ist. Dort wurden ihr einige ihrer Pruefungen nicht anerkannt und sie musste die Vrolesungen nochmal belegen. Sie meinte: "Da wollte ihr ein Beamter mal zeigen was fuer eine Macht er doch hat!" Das gab mir immer zu Dneken und erzeugte eine starke Antipathie gegen Beamte, ja sogar das gesamte Verwaltungsorgan. In den USA ist das viel einfacher, effektiver, freundlicher ..... geregelt. Raten sie nun mal, wo ich lebe?
Ich weiß nicht, wie es mit England aussieht, doch was die meisten anderen Länder angeht, habe ich Ihre Frage bereits beantwortet:
Ein somalischer Arzt darf hier nicht behandeln. Ein deutscher Arzt dort schon. Das liegt daran, dass die Deutsche Bildungssysteme (noch) anerkannt sind. Sie würden doch auch nicht von einem haitianischen Arzt operiert werden wollen, oder?
"Das soll wohl ein Witz sein" von Herrn Maier
Sehr geehrter Herr Maier,
vor Jahren las ich in einem sauber recherchierten Artikel, wie sich ein kleiner
Kapitän, ich glaube eines Seglers, nach und nach unter Vorlage von Zeugnissen und Diplomen, angekommen dann auf dem Markt in Griechenland bis zum Patent
eines Tankerkapitän vorarbeitete.
Ich denke, das sich in einigen Ländern in dieser Beziehung nichts geändert hat.
Und wenn jetzt Frau Schawan auf Druck linker Ideologen die Zulassungsbeschränkungen aufheben will, dann hoffe ich, nicht eines Tages unter das Messer eines dieser Westentaschenchirurgen oder Zahnklempner ohne anerkenenswertes Diplom zu fallen.
Weil jeder, auch die Emigranten, wissen, das ein Abschluß in Deutschland immer
noch der Türöffner ist. Ob Berufsausbildung oder akademische Ausbildung.
Frau Schawan macht ihre Arbeit nicht, und wenn jetzt Scharen von Wissenschaftlern oder Ärzten unser Land verlassen, und das, nachdem ihnen der
deutsche Steuerzahler das Hochschulstudium ermöglichte, so graben wir uns mit dem Exodus deutscher Eliten und der fast kritiklos ohne weitere Prüfung übernom-
mener Diplome einiger staaten unser eigenes Grab.
Und dieser Niedergang ist gewollt von Menschen, Politikern, die ich im Verdacht habe, Deutschland zu hassen.
Ich habe beruflich recht oft mit Anerkennungen im Ingenieuersbereich zu tun:
Es ist ja nicht so, dass wir nicht anerkennen wollen, sondern, dass die Abschlüsse wirklich nicht vergleichbar sind. Warum sind denn der Baccalaureus- und der Meister-Abschluss gerade im Ingenieursbereich so ungeliebt? Weil sie nicht dem Diplom entsprechen! Nicht anders verhält es sich mit den im Beitrag genannten Abschlüssen.
Gerade für die dringend nachgefragten...
...Ingenieurs- und IT-Fachberufe sind Leistungstests denk- und durchführbar, mit denen sich der tatsächliche Ausbildungsstand eines Kandidaten sehr präzise abbilden läßt. Mehrstündige Klausuren mit einem Querschnitt über das, was die Prüfungsordnung vorsieht. Technisch-naturwissenschaftliches Fachwissen ist international vergleichbar. Und wer hier die sprachliche Latte reißt, überwindet sie später im Beruf auch nicht. Der Mangel an Fachkräften darf nicht zur Aufweichung der Anerkennung von Ausbildung führen. Einen Kandidaten mit einer Qualifikation, über die Zweifel bestehen, auf den Arbeitsmarkt loszulassen, ist unfair den Absolventen deutscher Lehranstalten gegenüber, die dafür ggf. hart arbeiten mußten. Außerdem - Papier ist geduldig. Mit den modernen Bildbearbeitungs- und Kopiermöglichkeiten sowie dem unbegrenzten Informationszugang über das www bastelt sich der versierte Möchtegern-Absolvent schnell seine Vita nach Maß zusammen. Eine ungeprüfte Anerkennung von Auslandsabschlüssen leistete dem nur noch Vorschub.
Ihr Kinderlein kommet, oh kommet doch all ...
234 Jahre nach Unabhängigkeitserklärung sind die USA unter den Industrieländern führende Weltmacht bei Gefängnisinsassen, Niedriglohnhaushalten, Mangel- und Fehlernährung, Drogenmissbrauch, Ungleichheit in Bildung, Gesundheitsversorgung, Resourcenzugang, Mobilität, usw, falls sich die Richtlinienstrategen im Kanzleramt auch für publizierte Zahlen interessieren. Klar, buntes MultiKulti ist lustig beim Einkaufsbummel und mit dem Knipsapparat in der Hand. Ein Gemeinwesen in langfristige Sicherheit und Prosperität zu führen, wo auch junge Menschen Freude daran haben, Nachwuchs in die Welt zu setzen, stellt andere Fragen als aus kurzfristiger Bilanzkosmetik allen alle Tore zu öffnen. Wer immer ein Geschichtsbuch öffnet, egal über welche Region und welche Zeit, dem kann nicht entgehen, dass ökonomisch, kulturell, religiös, ethnisch, rechtlich vertikale und horizontale Kohärenz, Identität und Tradition einer Gemeinschaft wirksame Faktoren sind, die Erfolg und Stabilität von Politik beeinflussen. Erfahrenes Augenmass und behutsame Klugheit sind wichtiger als ideologische Wunschpropaganda und gedankenlose Ruckzuck Agitation. Klar, Homogenität ist ein Rezept ins Abseits, aber wo es wirklich schön ist, dort kommen die Kinder ganz von allein.
In Deutschland ist Bildung passée. Stattdessen gibt's ja die Bildungs-POLITIK.
Wenn dem so ist, dann hat es wohl auch seine Gründe, wenn sich die nach dem Etikett hochgebildeten Zuwanderer nach Öffnen ihrer Verpackung als Schwindel heraussetellen.
Politiker finden jedoch immer einen Weg, damit das sein kann, was nicht sein darf. Unser eigenes Bildungssystem läßt grüßen.
Hauptsache, man holt sich damit das Wohlwollen Derer, die auch ohne ausreichende Leistungsnachweise und ohne Bildung die politisch gesetzten Ziele auf dem Papier erreichen, und Papier ist nachgewiesenermaßen seeeeeehr geduldig.
Die deutschen Bürger sind es soooooo satt, ständig vom beschämenden und kleingeistigen Bildungsnotstand der eigenen Politiker düpiert zu werden.
Diesen Kommentar poste ich noch einmal: Ich berichte über meine Erfahrungen in einer Sachverständigenkommission zur Überprüfung der Gleichwertigkeit der Examina für Zahnmediziner mit im Nicht-EU-Raum erworbener Qualifikation (die anderen dürfen so oder so hier arbeiten), Mitglieder der Kommission waren auch Delegierte der Bezirksregierung. Prüflinge waren durchaus auch deutsche Staatsbürger, aber auch solche, die sich kaum verständigen konnten. Die eingereichten Unterlagen waren häufiger insuffizient, oft intransparent, manchmal dubios. Es wurden an einem Tag praktische Tätigkeiten am Phantom ausgeführt (Füllungen, Kronen, Wurzelfüllungen ...) und an einem zweiten Tag mündliche Prüfungen. Die Qualität dieser Prüfungen kommt keines Wegs dem Examen an deutschen Unis nahe. Die Ergebnisse waren in der Regel katastrophal. Im Übrigen erhalten diese Aspiranten meistens eine Berufsausübungserlaubnis als Assistenten, sind hier also schon „berufstätig“ und behandeln Menschen (zeitlich begrenzt). Ich ziehe damit nicht die Qualifizierung grundsätzlich völlig in Zweifel (!!!!!!), man sollte sich aber wirklich gut überlegen, wen man auf was (Zähne - Gehirn - Brücke - Flugzeug) loslässt, denn das kann Folgen haben.
Warum darf ein deutscher Elektriker in England, Japan, China oder Argentinien arbeiten aber umgekehrt nicht ?
Weil der Strom in Deutschland soviel komplizierter fließt ? Oder weil die dafür zuständige deutsche Handwerkskammer im Zweifel lieber weniger Konkurrenz hat ?
Hallo Herr Hemp,
nein, das sind leider keine Einzelschicksale. Da muss ich Ihnen doch leider entschieden entgegentreten. Ich habe einen Master of Arts in den USA gemacht und einen monatelangen Kleinkrieg mit dem hessichen Kultusministerium führen müssen, bis der Abschluss anerkannt wurde - als deutscher Staatsbürger. Da möchte ich wirklich nicht wissen, wie es anderen ergeht.
Bei den Behörden gilt der alte Satz mit dem Bauern, dem Kennen und dem Fressen. Leider
Eine unbürokratische Anerkennung des Abschlusses gegen Nachweis tatsächlicher Fähigkeiten wäre selbstverständlich zweckmäßig und wünschenswert. Angesichts des Niveaus, auf dem Universitäten in Schwellenländern leider oft arbeiten (müssen) und der dortigen Korruption sollte man sich aber davor hüten, alle Abschlüsse hier ohne Prüfung anzuerkennen.
Von Informationsdefiziten abgesehen: Insbesondere in den MINT-Berufen gibt es Unternehmen, die begabte Studenten noch vor dem Abschluss anwerben, für die also keine Rolle spielt, ob ein Diplom vorliegt. Das sollte für den Programmierer, der Taxi fahren muss, ebenso gelten: Wenn er über Fähigkeiten verfügt, die ihn zu einem wertvollen Mitarbeiter machen, wäre jeder Arbeitgeber blöd, der dies nicht nutzt. Und Beschränkungen in der Berufsausübung gibt es nur in wenigen Bereichen, z.B. kann aus gutem Grund nicht jeder Absolvent aus dem Ausland in Deutschland Arzt oder Lehrer werden.
Und schließlich - auch das macht der Artikel deutlich - fehlen den meisten Migranten schlichtweg die Deutschkenntnisse. Englischkenntnisse sollten in den MINT-Berufen eigentlich auch ausreichen. Wenn jedoch beides nicht vorhanden ist, sind auch die anderen Qualifikationen nur bedingt von Nutzen.
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