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Risikoabsicherung

Metalltarifrunde IG Metall-Südwest empfiehlt 5,5 Prozent mehr Lohn

Die Beschäftigten der Metall-Branche im Südwesten sollen mit einer Forderung nach 5,5 Prozent mehr Lohn in die Tarifrunde ziehen. Darauf einigte sich die IG Metall in Baden-Württemberg. Grund ist die gute Geschäftslage der Unternehmen.

© dpa Vergrößern Die IG Metall im Südwesten empfiehlt 5,5 Prozent mehr Lohn für Metaller

Die Gewerkschaft IG Metall empfiehlt den rund 740.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg, um 5,5 Prozent höhere Löhne zu fordern. Diesen Beschluss fasste die Große Tarifkommission des Gewerkschaftsbezirks am Dienstag in Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart. „Wir wollen im Tarifjahr 2013 deutliche Impulse für mehr Kaufkraft setzen“, sagte der Leiter des einflussreichen IG-Metall-Bezirks Baden-Württemberg, Jörg Hofmann.

2012 sei ein gutes Jahr für die Unternehmen der Branche mit bundesweit rund 3,7 Millionen Beschäftigten gewesen. „Und für 2013 ist kein Abbruch erkennbar“, rechtfertigte Hofmann die Forderung.

Die IG Metall würde mit ihrer Empfehlung bescheidener in die Tarifrunde gehen als die Gewerkschaften des Baugewerbes und des öffentlichen Dienstes, die mehr als sechs Prozent für ihre Mitglieder herausholen wollen.

Eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 5,5 Prozent würde die Branche in Baden-Württemberg mit Unternehmen wie Daimler, Bosch oder Porsche rund 1,65 Milliarden Euro kosten.

Arbeitgeber weisen Forderung als überzogen zurück

Die Forderungsempfehlung will die Gewerkschaft nun in den Betrieben diskutieren, bevor Mitte März der Bundesvorstand der IG Metall eine bundesweite Tarifforderung beschließen und damit die Marschroute endgültig festlegen wird.

Der Arbeitgeberverband Südwestmetall wies die von der IG Metall empfohlene Forderung als zu hoch zurück. „Kaum Wachstum und 5,5 Prozent mehr Geld: Das passt nicht zusammen“, sagte der Südwestmetall-Vorsitzende Stefan Wolf in Stuttgart. Die Forderung sei überzogen.

Ein Drittel der Betriebe habe derzeit mit einer unterdurchschnittlichen Auftragslage zu kämpfen, weit mehr als ein Drittel der Unternehmen habe schon im vergangenen Jahr keine Gewinne mehr geschrieben. Der von der Gewerkschaft geforderte Konsumzuschlag sei Unfug.

Der Arbeitgeberverband BDA hatte angesichts der bevorstehenden Tarifrunden im ersten Halbjahr vor zu hohen Lohnforderungen gewarnt. Was über die Produktivität hinausgehe, vernichte Arbeitsplätze.

Pilotbezirk Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg waren in Tarifverhandlungen wiederholt Pilotabschlüsse mit den Metall-Arbeitgebern erzielt worden, die in anderen Bezirken übernommen wurden. Im vergangenen Jahr hatte die IG Metall mit den Arbeitgebern einen Lohnzuwachs um 4,3 Prozent vereinbart - den höchsten Zuwachs seit zwei Jahrzehnten. Gefordert hatte die Gewerkschaft eine Tariferhöhung um 6,5 Prozent.

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In Baden-Württemberg starten die Tarifverhandlungen in diesem Jahr am 21. März und sollen am 19. April fortgesetzt werden. Die Friedenspflicht endet am 30. April, danach wären erste Warnstreiks möglich. „Ich erwarte am zweiten Verhandlungstermin ein Angebot der Arbeitgeber“, sagte Hofmann.

In den bereits laufenden Tarifverhandlungen für die Mitarbeiter der Bau-Branche fordert die Gewerkschaft IG Bau 6,6 Prozent mehr Lohn, für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst verlangt die Gewerkschaft Verdi 6,5 Prozent mehr.

Quelle: Reuters

 
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