Home
http://www.faz.net/-gqg-7poyv
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Freihandelsabkommen Merkel: Chlorhühnchen werde ich verhindern

Viele Deutsche sind skeptisch wegen des Freihandelsabkommens mit Amerika. Zu Unrecht, sagt die Kanzlerin - und wagt sich weit vor: Chlorhühnchen-Importe werde es mit ihr nicht geben. Aber europäische Konkurrenten für Google & Co.

© dpa Vergrößern Bundeskanzlerin Angela Merkel während des Europa-Wahlkampfes in Worms am vergangenen Samstag

Das Chlorhühnchen ist mittlerweile zum Symbol für das Unbehagen geworden, das viele Deutsche mit dem geplanten Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten (TTIP) verbinden. Die Sorge aktiv aufgenommen hat nun die Bundeskanzlerin und sogar ganz konkret angekündigt: „Es wird keinen Import aus Amerika von Chlorhühnchen geben. Das habe ich schon jahrelang verhindert und das werde ich auch weiter verhindern. Das ist gar keine Frage.“ Sie sagte das an diesem Samstag in Worms auf der CDU-Abschlusskundgebung zur Europawahl am Sonntag.

Dennoch seien die Verhandlungen zu dem transatlantische Handelsabkommen (TTIP) wichtig, weil Freihandel mehr Arbeitsplätze schaffe. Am gestrigen Freitag hatte Merkel bereits betont, angesichts des Widerstands gegen das TTIP-Abkommen sei es wichtig, unbegründete Ängste abzubauen.

Die Kanzlerin forderte die Europäer zugleich auf, endlich digitale Unternehmen als Konkurrenz zu Google oder Apple aufzubauen. „So wie wir es geschafft haben, bei Airbus... einen wirklichen Wettbewerber für Boeing zu schaffen, so dürfen wir nicht nur zugucken, dass nur Samsung ein Wettbewerber zu Google und zu Apple ist“, sagte die Kanzlerin. „Wir müssen zuschauen, dass wir solche Firmen in Europa haben.“ Dies sei auch wichtig, um deutsche und europäische Datenschutzstandards durchzusetzen.

Auch damit griff Merkel eine mittlerweile breit diskutierte Angst unter vielen Bundesbürgern auf. Sie nutzen zwar vielfach die Angebote großer Internetkonzerne wie Google, Facebook und Amazon. Nicht selten beunruhigt sie allerdings, dass die Unternehmen dabei jede Menge Daten sammeln, auswerten und weiterverkaufen.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET/ala., Reuters

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
TTIP Merkel wirbt fürs Freihandelsabkommen

Die Kritik am geplanten Freihandelsabkommen mit Amerika ist groß - und hängt sich nicht nur am Chlorhühnchen auf. Die Kanzlerin plädiert dennoch dafür. Die Vorteile seien schlicht größer. Mehr

19.09.2014, 15:10 Uhr | Wirtschaft
Merkel in Brasilien

Die deutsche Kanzlerin besucht anlässlich der Fußballweltmeisterschaft das südamerikanische Land. Sie gehe von einem "guten Weltcup" aus sagte Merkel. Bei ihrem Besuch will sie für mehr Freihandel werben. Mehr

16.06.2014, 09:35 Uhr | Wirtschaft
TTIP Gabriel bringt die SPD auf Freihandels-Linie

Das Freihandelsabkommen TTIP hat in der SPD große Gegner. Parteichef Sigmar Gabriel hat am Samstag verhindert, dass die Partei einen Ausstieg aus allen Verhandlungen beschließt. Mehr

20.09.2014, 16:29 Uhr | Wirtschaft
Genmais für Europa

Neue Märkte für amerikanischen Genmais, darauf hoffen die US-Farmer. Sie sehen das Freihandelsabkommen TTIP als Chance, den europäischen Markt zu erschließen. Die Angst vor gentechnisch veränderten Lebensmitteln können sie nicht verstehen. Mehr

22.08.2014, 15:00 Uhr | Wirtschaft
CETA Eine Führung durch das Freihandelsabkommen

Das Freihandelsabkommen mit Kanada ist das Vorbild für den umstrittenen Vertrag mit Amerika. Was steht wirklich drin? Wir zeigen und erklären den Vertragstext. Mehr Von Patrick Bernau

26.09.2014, 19:22 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 24.05.2014, 16:55 Uhr

Paris erfrischend kaltblütig

Von Christian Schubert, Paris

Die französische Familienpolitik verschlingt viel Geld. Jetzt will die sozialistische Regierung einige Leistungen kürzen. Gut so! Sie sollte auch noch andere Wohltaten unter die Lupe nehmen. Mehr 1


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Wo die Milliardäre wohnen

In den Vereinigten Staaten wohnen mit Abstand die meisten Superreichen der Welt. Deutschland ist unter ihnen aber auch beliebt - in Europa liegt nur ein Land vor der Bundesrepublik. Mehr 2

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden