27.03.2006 · Die Beschäftigung in der Medizintechnik weist parallel zum Geschäftsverlauf nach oben. Das ist die gute Botschaft. Doch der Personalaufbau könnte noch höher ausfallen. Denn Firmen suchen Mitarbeiter zunehmend im Ausland.
Von Rüdiger KöhnDas Bild ist selten: Im Gegensatz zu anderen florierenden Branchen wie die Chemieindustrie weist die Beschäftigung in der Medizintechnik parallel zum positiven Geschäftsverlauf nach oben. Das ist die gute Botschaft. Doch der Personalaufbau - das ist die weniger erfreuliche Nachricht - könnte noch höher ausfallen, würden die deutschen Hersteller angesichts der Inlandsschwäche nicht verstärkt ihr Geschäft im Ausland suchen.
Vorstandssprecher Ulrich Hermann Krauss von Carl Zeiss Meditec vermutet jedenfalls, daß die Unternehmen noch stärker mit ihren Aktivitäten ins Ausland gehen und dort nach Arbeitskräften suchen. Aber auch ein anderer Punkt bremst die Beschäftigungswirkung im Inland: „Es wird zunehmend schwieriger, geeignete Ingenieure und Naturwissenschaftler für die Forschung und Entwicklung zu finden“, sagt Krauss. Hochqualifizierte Mitarbeiter werden rar.
Experten für Software und Elektrotechniker
Dabei findet gerade diese Gruppe der Hochschulabsolventen reichlich Einsatzmöglichkeiten. Ihr Anteil am gesamten F&E-Personal beträgt laut Fachverband Spectaris 59 Prozent und liegt damit deutlich über dem Niveau des verarbeitenden Gewerbes (50 Prozent). Die Wissenschaftlerintensität zeigt sich auch im hohen Anteil der Personalaufwendungen an den gesamten F&E-Ausgaben von 64 Prozent (verarbeitendes Gewerbe: 48 Prozent).
Gefragt sind vor allem Experten für Software, Elektroniker und Elektrotechniker; ein Zeichen dafür, daß die Informationstechnologie in der Medizintechnik immer weiter vordringt. Nicht nur Hochschulabsolventen haben Zukunft, sondern auch Facharbeiter. Ihr Anteil in der Medizintechnik ist mit 56 Prozent ebenfalls überdurchschnittlich hoch (verarbeitendes Gewerbe 46 Prozent).
„Schnell zur begrenzenden Determinante entwickeln“
Deren Einsatz in der Produktion verlangt insbesondere Mechatroniker und Feinmechaniker. „Der Faktor Mensch kann sich schnell zur begrenzenden Determinante entwickeln“, warnt Spectaris-Hauptgeschäftsführer Sven Behrens. Er sieht die Gefahr nicht allein in der demographischen Entwicklung mit dem Rückgang der jungen Jahrgänge, sondern auch in dem im internationalen Vergleich unterdurchschnittlichen Anteil von Hochschulabgängern im Ingenieurwesen und in der Naturwissenschaft.
Zwar müssen sich die Bewerber darauf einstellen, eher in kleinen und mittleren Betrieben zu arbeiten. Denn 95 Prozent der Medizintechnik-Unternehmen in Deutschland beschäftigen weniger als 250 Mitarbeiter. Doch eröffnen sich damit vor allem in Nischenfirmen auch interessante Aufstiegsmöglichkeiten.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.319,85 | −3,26% |
| Dow Jones | 12.118,60 | −2,22% |
| EUR/USD | 1,2433 | +0,58% |
| Rohöl Brent Crude | 98,82 $ | −2,76% |
| Gold | 1.606,00 $ | +3,08% |
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