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Lufthansa Bordkarte zum Selbstdrucken

02.03.2006 ·  Die Bordkarte am heimischen Computer ausdrucken und die Abfertigungszeit verkürzen. Das können Lufthansa-Kunden von Sommer an, wenn auf innerdeutschen Flügen mit der Einführung dieses neuen Service begonnen werden soll.

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Die Bordkarte am heimischen Computer ausdrucken und damit die Abfertigungszeit am Flughafen verkürzen - das können Lufthansa-Kunden vom kommenden Sommer an. Dann beginnt die Deutsche Lufthansa auf innerdeutschen Flügen mit dem Einsatz dieser Bordkarte. Damit sollten für Kunden und Gesellschaft die Prozesse am Boden noch mehr beschleunigt werden, sagte Carsten Spohr, Bereichsvorstand der Lufthansa-Passage, dieser Zeitung.

Auf dem Ausdruck befindet sich ein zweidimensionaler Barcode, der denen ähnelt, die der Konsument von anderen Produkten wie zum Beispiel Lebensmittelpackungen kennt. Hat der Fluggast seine Bordkarte selbst ausgestellt, kann er direkt zu Sicherheitskontrolle gehen und spart sich dadurch die Zeit der Ticketausstellung am Flughafen. Am Gate angekommen, führt er seine selbsterstellte Bordkarte durch ein Lesegerät und erhält seinen Sitzplatzabschnitt. Spohr legt Wert auf die Tatsache, daß dies eine freiwillige Möglichkeit sei.

Barcode löst Magnetstreifen ab

Wenn ein Fluggast künftig weiterhin den Automaten nutzen oder persönlich bedient werden möchte, stünden ihm auch diese Möglichkeiten offen. Auch habe die Neuerung keinen Einfluß auf die Zahl der Arbeitsplätze der Bodenmitarbeiter. Den Anfang machen aufkommensstarke innerdeutsche Strecken wie Frankfurt-München, Hamburg-Düsseldorf oder Frankfurt-Berlin, wo diese Neuerung erfolgreich getestet wurde. Im europäischen Verkehr werde die Option eines selbsterstellten Tickets 2007 oder 2008 eingeführt werden. Bei Anschlußflügen in Länder, die noch nicht in dieses System eingebunden sind, dient der Ausdruck auch als Vorlage, um eine übliche Bordkarte zu erstellen, sagte Spohr.

Langfristig wird der Barcode den heutigen Magnetstreifen als Datenträger auf der Bordkarte ablösen. Die Investitionen in die Technik und die Lesegeräte, die zum Teil schon in München und Frankfurt installiert sind, bezifferte er auf einen zweistelligen Millionenbetrag. Ziel sei es, die Produktivität zu steigern und zugleich dem Fluggast eine Zeitersparnis zu bieten.

Zeit in vergangenen fünf Jahren halbiert

Wie Spohr weiter sagte, hat sich für den Kunden die Zeit für die Bodenprozesse durch Automatisierung und elektronische Tickets in den vergangenen fünf Jahren halbiert. Selbst die erhöhten Sicherheitsvorschriften, die zu rund 10Prozent zu einer Verlangsamung der Zeit vom Betreten des Flughafens bis zum Einsteigen in die Maschine geführt hätten, seien durch übergreifende Abstimmungen mit den Flughäfen, dem Zoll oder der Bundespolizei fast wieder ausgeglichen worden.

Aus Sicht der Lufthansa hat sich die Produktivität der Mitarbeiter in diesen fünf Jahren verdoppelt. Ziel dieser Neuerung ist, eine bessere Kundenzufriedenheit zu erlangen. „Es gilt die Prozeßqualität des Fliegens auch auf die Bodenabfertigung auszuweiten“, sagt Spohr. Denn schließlich beginnt und endet Fliegen am Boden.

Quelle: F.A.Z., 03.03.2006, Nr. 53 / Seite 11
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