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Luftfahrt EU und Amerika einig über „Open Skies“

22.03.2007 ·  Künftig werden fast alle Flughäfen auf beiden Seiten des Atlantiks für internationale Flüge geöffnet. Die EU verspricht sich dadurch billigere Flugtickets und mehr Arbeitsplätze. In fünf Jahren könnten die Kunden etwa 12 Milliarden Euro sparen, glaubt der zuständige Kommissar. Für die Briten allerdings gibt's eine Extrawurst.

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Die EU-Staaten haben sich auf ein gemeinsames Luftverkehrsabkommen mit den Vereinigten Staaten geeinigt und damit den Weg für mehr Wettbewerb bei Transatlantikverbindungen frei gemacht. „Wir haben einen Durchbruch bei Open Skies, dem Luftverkehrsabkommen zwischen EU und USA“, erklärte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee am Donnerstag nach Beratungen unter seinem Vorsitz in Brüssel. Die Einigung wurde durch Zugeständnisse an Großbritannien möglich, dessen Fluggesellschaften bislang den Verkehr Richtung Amerika dominieren.

Durch das „Open Skies“-Abkommen soll die Zahl der Flugpassagiere über dem Atlantik in den nächsten Jahren um 26 Millionen steigen. Die EU verspricht sich zudem Zehntausende neue Arbeitsplätze sowie günstigere Flugtickets für die Verbraucher. Das Abkommen sei „gut für Passagiere und gut für die Airlines“, unterstrich Verkehrskommissar Barrot. Dadurch würden in der EU und den Vereinigten Staaten jeweils 40.000 neue Arbeitsplätze entstehen und für die Verbraucher ergäben sich in fünf Jahren Einsparungen von 12 Milliarden Euro, hieß es.

Ausnahme für Heathrow

Auf Bitten Großbritanniens soll das Abkommen erst sechs Monate später als zunächst geplant, nämlich am 30. März 2008, in Kraft treten. Damit gewinnt die britische Regierung Zeit für die Neuzuteilung von Start- und Landerechten am Flughafen Heathrow. Bislang dürfen nur vier Airlines von Heathrow aus in die Vereinigten Staaten fliegen: Die britischen Fluggesellschaften British Airways, Virgin Atlantic und die amerikanischen Unternehmen American Airlines und United Airlines.

Zuletzt hatte sich London gegen das „Open Skies“-Abkommen gewehrt. Großbritannien wollte eine Ausnahme für den größten europäischen Flughafen Heathrow erreichen, der als überlastet gilt. Verkehrsminister Douglas Alexander hatte vor dem Rat gesagt, er wolle den EU-Partnern die Position seines Landes deutlich machen. Die britische Regierung fürchtet durch das Abkommen mehr Konkurrenz für British Airways und Virgin Atlantic. 38 Prozent der von europäischen Unternehmen angebotenen Transatlantikflüge entfallen auf britische Airlines.

Alle Flughäfen geöffnet

„Open Skies“ umfasst nach Angaben der EU-Kommission mehr als die Hälfte des weltweiten Flugverkehrs. Alle Flughäfen in der EU und den Vereinigten Staaten würden für internationale Flüge geöffnet. Das Abkommen könnte beim Gipfel zwischen der EU und Amerika Ende April unterzeichnet werden. Es muss in allen 27 EU-Staaten ratifiziert werden.

Geplant sind auch schon Verhandlungen über ein Nachfolgeabkommen, in dem die EU auch mehr Möglichkeiten für den Einstieg bei amerikanischen Fluglinien durchsetzen will. Großbritannien will Teile des ersten Abkommens automatisch aussetzen, wenn es nicht bis Mitte 2010 zum Nachfolgeabkommen kommt. Bislang gibt es für den Luftverkehr nur bilaterale Abkommen zwischen einzelnen europäischen Staaten und Washington.

Quelle: FAZ.NET mit dpa, AFP, Reuters
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