Airbus kann mit dem mittelgroßen verbrauchsarmen Flugzeug A350 gegen den neuen Verkaufsrenner 787 „Dreamliner“ von Boeing antreten.
Die beiden Airbus-Konzernmütter EADS und BAE Systems gaben dem europäischen Flugzeugbauer grünes Licht für das Projekt. Das teilte EADS nach einer Verwaltungsratsitzung am Donnerstag in Amsterdam mit. Bislang konnte Airbus sein neuestes Modell lediglich vermarkten.
„Verspricht ein gutes Geschäft zu werden“
„Das A350-Programm verspricht ein gutes Geschäft zu werden“, sagten die beiden Chefs von EADS, Tom Enders und Noel Forgeard. Für den A350 liegen derzeit 140 feste Kaufzusagen von neun Kunden vor. Airbus rechnet bis Ende des Jahres mit 200 Bestellungen.
Airbus will 4,35 Milliarden Euro in den A350 investieren. Die vier Airbus-Staaten Deutschland, Frankreich, Spanien und Großbritannien sollen das Projekt mit Starthilfekrediten von bis zu einem Drittel der Kosten fördern. Die Vereinigten Staaten versuchen dies über die Welthandelsorganisation WTO zu verhindern. Im Interesse der Verhandlungen hätten Airbus, EADS und BAE Systems zugestimmt, daß 2006 keine Kredite ausgezahlt werden sollten, erklärte EADS. Airbus hat erklärt, den A350 auch ohne Finanzhilfen finanzieren zu können.
Daten zum Airbus A350
Ursprünglich war der A350 als Langstrecken-Version des A330 geplant. Auf Anregung von Fluggesellschaften wurden jedoch Änderungen vorgenommen bezüglich Anzahl der Sitzplätze und Gewicht des Flugzeugs. Somit ist der A350 nach Angaben von Airbus ein zu 90 Prozent neu entwickeltes Flugzeug.
Es soll zwei Varianten geben: den A350-800 mit 253 Sitzplätzen und den etwas größeren A350-900 mit 300 Sitzplätzen. Dabei handelt es sich um eine typische Drei-Klassen-Bestuhlung.
Der A350-800 hat eine Reichweite von 16.300 Kilometern, der A350-900 von 13.900 Kilometern.
Das maximale Startgewicht beider Modelle soll 245 Tonnen betragen.
Der A350 ist als Konkurrenzmodell zur neuen Boeing 787 gedacht und soll ab 2010 ausgeliefert werden. Die Boeing 787 wird zwei Jahre früher in den Dienst gestellt.
Bislang liegen Airbus Bestellungen und Kaufabsichtserklärungen für 140 Flugzeuge vor. Bis Jahresende sollen es 200 werden.
Der Listenpreis für den A350 beträgt zwischen 153,5 und 170,5 Millionen Dollar. In der Regel gewähren Flugzeugbauer aber Rabatte.
Sowohl General Electric als auch Rolls-Royce bieten Triebwerke für das zweistrahlige Flugzeug an.
Die Entwicklungskosten werden mit 4,3 Milliarden Euro veranschlagt. Für ein Drittel hat Airbus staatliche Beihilfen in Frankreich, Großbritannien, Deutschland und Spanien beantragt.
