08.08.2005 · Der Flugzeugbauer Boeing baut seine Position als Nummer eins auf dem Wachstumsmarkt China aus: Vier chinesische Airlines bestätigten den Kauf von 42 Boeing-Maschinen vom Typ 787 „Dreamliner“.
Der größte amerikanische Flugzeughersteller Boeing Co. baut seinen Vorsprung auf dem Wachstumsmarkt China gegenüber dem europäischen Konkurrenten Airbus aus. Vier chinesische Fluggesellschaften unterzeichneten jetzt Kaufaufträge für insgesamt 42 Langstrecken-Flugzeuge des Typs 787 Dreamliner. Der Auftrag hat nach Angaben der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua ein Volumen von 5,04 Milliarden Dollar (umgerechnet rund 4,08 Milliarden Euro). Schon im Januar hatten sechs chinesische Fluglinien in einem Vertrag mit Boeing ihre Kaufabsicht für insgesamt 60 Dreamliner im Wert von 7,2 Milliarden Dollar erklärt.
Der jüngste Abschluß ist der Vollzug dieses Vertrags durch vier dieser Unternehmen. Mit den zwei noch ausstehenden Gesellschaften befindet sich Boeing nach eigenen Angaben weiter in Verhandlungen über die Order für die restlichen 18 Flugzeuge. "Wir sind weiter zuversichtlich, daß wir die Transaktion in naher Zukunft abschließen können", teilte Boeing mit.
Boeing bestätigte zudem den Vertrag mit den vier anderen Gesellschaften, machte aber keine Angaben zum Preis. In der Vergangenheit hatte Boeing den Preis für einen 787-Jet auf 125 Millionen bis 135 Millionen Dollar taxiert. Bei Großbestellungen erhalten Kunden aber in der Regel einen Rabatt.
60 Prozent Marktanteil
Boeing besitzt derzeit einen Marktanteil von 60 Prozent auf dem chinesischen Markt. Fachleute prognostizieren, daß sich China zum zweitgrößten Markt der Welt nach den Vereinigten Staaten entwickeln wird. Boeing bezeichnete die jüngste Milliardenorder als neue Ära in der Kooperation des Unternehmens mit China. Sie bekräftige die Position von Boeing als langfristiger Partner der chinesischen Luftfahrt.
Der 217-Sitzer Dreamliner soll 2007 seinen Jungfernflug absolvieren und von 2008 an in regulären Betrieb gehen. Das Flugzeug konkurriert mit dem A 350, der zur Zeit von Airbus entwickelt wird. Der A 350 wird frühestens zwei Jahre nach der Boeing 787 erhältlich sein. Boeing setzt in seiner Geschäftsstrategie stärker auf mittelgroße Flugzeuge wie den Dreamliner. Airbus konzentriert sich dagegen mehr auf Großraumflugzeuge wie den jüngst vorgestellten Jumbo A 380. Mit Bestellungen für den Dreamliner hat sich Boeing neben China bisher auch im Wachstumsmarkt Indien sowie in Japan und Nordamerika gegen Airbus durchgesetzt. Teilweise gewann Boeing langjährige Airbus-Kunden.
Wachsende Anstrengung im Vertrieb
Sowohl Boeing als auch Airbus haben ihre Vertriebsanstrengungen in China erhöht. Boeing rechnet damit, daß chinesische Fluggesellschaften in den kommenden zwei Jahrzehnten 183 Milliarden Dollar für Flugzeuge ausgeben werden, weil die Nachfrage nach Flugreisen unter den 1,3 Milliarden Chinesen weiter steigen dürfte. Im vergangenen Jahr war die Zahl der chinesischen Flugpassagiere um 16 Prozent auf 122 Millionen gestiegen. Damit wächst der chinesische Markt zweimal so schnell wie der Weltmarkt. Airbus erhofft sich in den kommenden zwei Jahrzehnten 1600 Aufträge aus China. Boeing rechnet für diesen Zeitraum sogar mit möglicherweise 2000 Aufträgen.
Bei den vier Fluggesellschaften, die jetzt die 42 Flugzeuge bei Boeing bestellt haben, handelt es sich um Air China Ltd., China Eastern Airlines Corp., Shanghai Airlines Co. sowie Xiamen Airline Co. Die beiden Gesellschaften, die noch weiter verhandeln, sind Hainan Airlines Co. und China Southern Airlines Co. Xiamen gehört mehrheitlich China Southern. Die beiden Gesellschaften haben im April auch eine Bestellung für 45 Mittelstrecken-Flieger des Typs Boeing 737 aufgegeben.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.383,71 | −0,75% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2452 | −0,29% |
| Rohöl Brent Crude | 104,88 $ | −1,84% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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