21.10.2005 · Airbus hat Sorgen: Der Flugzeugbauer braucht in den nächsten Monaten 1.400 Ingenieure, etwa für die neuen Flugzeuge A380 und A350. Sollten die Ingenieure nicht zu finden sein, müßten Teile der Entwicklung ausgelagert werden.
Dem europäischen Flugzeughersteller Airbus mangelt es an Ingenieuren.
Wie Airbus-Finanzchef Andreas Sperl vor dem Club Hamburger Wirtschaftsjournalisten sagte, bereite ihm dies große Sorge. Um den Ingenieurengpaß in Europa zu überwinden, wird der Flugzeughersteller nach Angaben Sperls in Nordamerika nach Wichita in Alabama ein zweites Entwicklungszentrum eröffnen. Sperl sagte: „Wir müssen dahingehen, wo genügend Ingenieure sind.“ Ein weiteres Entwicklungszentrum von Airbus steht in China.
„Wir brauchen einen gesunden Mix“
In den nächsten Monaten muß Airbus weltweit 1.400 zusätzliche Ingenieure einstellen. Diese würden für zahlreiche Entwicklungsaufgaben für die Frachtversion des Großraum-Airbus A380, den Militär-Transporter A400M und das neue Flugzeug A350 benötigt. Airbus sucht nicht nur Berufsanfänger, sondern auch erfahrene Ingenieure.
Sperl: „Wir brauchen einen gesunden Mix.“ In Deutschland wird Airbus allein im laufenden Jahr 1.400 neue Arbeitsplätze schaffen. Schon in den vergangenen Jahren hat Airbus kräftig eingestellt. Von 2001 bis zum Jahr 2006 stieg die Zahl der Vollzeitentwickler im Konzern von 10.000 auf 18.000, die allerdings teilweise auch bei Zulieferern beschäftigt sind. Sollte Airbus nicht genügend Ingenieure finden, müßten laut Sperl Teile der Entwicklung ausgelagert werden.
33.000 Mitarbeiter an 16 Standorten
Der Flugzeugbauer bevorzugt allerdings Experten im eigenen Haus und vermeidet es, mehr als 50 Prozent auszulagern. Weltweit beschäftigt Airbus 33.000 Mitarbeiter an 16 Standorten und setzt rund 20 Milliarden Euro um. Das im Vergleich zum Konkurrenten Boeing mit fünf Jahren noch junge Luftfahrtunternehmen konnte in den vergangenen Jahren Marktanteile gewinnen.
Bezogen auf die Flugzeuge, die durch die Welt fliegen, ist Boeing nach Schätzungen Sperls mit einem Marktanteil von etwa 60 Prozent noch immer führend. Airbus konnte in der Vergangenheit bei den neu in den Markt gebrachten Flugzeugen aufholen und phasenweise sogar Boeing schlagen. In diesem Jahr werden beide Unternehmen etwa gleichauf liegen. Airbus verzeichnet 20 Neuaufträge für 2005 und liegt damit deutlich über dem avisierten Ziel von zehn Neuabschlüssen im Jahr.
Dabei half der wieder wachsende Luftfahrtmarkt. Für 2005 wird weltweit mit einem um 7 Prozent höheren Passagieraufkommen gerechnet. Wachstumsregionen sind laut Sperl Dubai, Abu Dhabi, China und Indien.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.383,71 | −0,75% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2452 | −0,29% |
| Rohöl Brent Crude | 104,88 $ | −1,84% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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