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Luftfahrt Airbus-Chef verspricht faire Lastenteilung

11.10.2006 ·  Gerechtigkeit und gleichmäßige Belastung der Standorte - das sind die beschwichtigenden Schlagworte von Louis Gallois zum Thema Airbus-Sanierung. Am harten Sparkurs will der neue Chef aber festhalten.

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Der neue Vorstandsvorsitzende von Airbus, Louis Gallois, will das Kostensenkungsprogramm im Unternehmen nicht allein nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten verwirklichen. Wenn es darum gehe, zu entscheiden, wie gespart werde, müßten auch Gesichtspunkte der Gerechtigkeit und der gleichmäßigen Verteilung zwischen den Ländern mit Airbus-Standorten berücksichtigt werden, sagte Gallois im Gespräch mit dieser Zeitung. „Ich glaube nicht, daß man beispielsweise von den Deutschen verlangen kann, daß sie für die Franzosen bezahlen oder umgekehrt.“

Bei der Entscheidung über die künftige Ansiedlung der Endmontage müsse etwa berücksichtigt werden, daß am Standort Hamburg die Stadt die Start- und Landebahn des Flughafens verlängert habe. Die französische Stadt Colomiers nannte er als Beispiel für eine Kommune, die öffentliche Gelder für die Infrastruktur im Umfeld eines Airbus-Werks investiert habe. Auch solche Investitionen seien in die Überlegungen über die Neuausrichtung einzubeziehen, sagte er. Gallois, der Ko-Vorstandsvorsitzender der Muttergesellschaft EADS bleibt, wird an diesem Donnerstag in Hamburg erwartet, wo er unter anderem mit Arbeitnehmervertretern und dem Hamburger Ersten Bürgermeister Ole von Beust zusammentrifft.

„Die Zukunft von Airbus steht auf dem Spiel“

An den Airbus-Standorten in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien wuchs am Mittwoch die Sorge über die bevorstehenden Einsparungen. Gallois dementierte gegenüber dieser Zeitung Pressemeldungen, nach denen etwa in Deutschland fünf Airbus-Werke verkauft werden oder insgesamt 10.000 Stellen gestrichen werden sollen. Entscheidungen darüber würden erst in den nächsten Monaten gefällt und bekanntgegeben, sagte Gallois. Er ließ jedoch keine Zweifel daran, daß er am Restrukturierungsplan seines Vorgängers, Christian Streiff, festhalten werde. Der Plan sieht unter anderem die Verringerung der Verwaltungskosten von 30 Prozent bis 2010 vor sowie Produktivititätssteigerungen um 20 Prozent in den Werken.

„Die Zukunft von Airbus steht auf dem Spiel“, sagte Gallois. Airbus müsse daher auch die Anteile der Fertigung außerhalb des Euro-Raumes erhöhen. Die Schwächung des Dollars gegenüber der europäischen Währung sei nachhaltig, daher müsse Airbus für einen höheren Wertschöpfungsanteil Länder wie Rußland und die Region Nordamerika stärker einbeziehen. Die Preise für Flugzeuge sind in Dollar gehalten, daher leidet Airbus aufgrund seiner Herstellungskosten in Euro unter einem Wettbewerbsnachteil. Airbus prüfe auch weiterhin die Endmontage von A320-Flugzeugen in China, bei der man im Endstadium der Verhandlungen stehe, sagte Gallois.

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