17.11.2007 · Nach dem bislang längsten Lokführerstreik ist kein Ende des Tarifkonflikts in Sicht - so die offizielle Version. Doch mehr und mehr sickert das Gerücht durch, die Bahn werde bald ein neues Angebot vorlegen.
Auch nach dem bislang längsten Lokführerstreik ist das Ende des Tarifkonflikts bei der Bahn weiter offen - das zumindest ist die offizielle Version. GDL-Chef Manfred Schell sagte am Samstag, er rechne „mit allem und nichts“ und sei desillusioniert.
Mehr und mehr sickert aber das Gerücht durch, die Bahn plane einen neuen Kompromissvorschlag vorzulegen. Das berichten mehrere Zeitschriften. Der Konzern wolle der Lokführergewerkschaft GDL ein neues Angebot unterbreiten, um unbefristete Streiks zu verhindern, schrieb der „Spiegel“ am Samstag in einer Vorabmeldung. Grundlage solle abermals das Ergebnis der Mediationsrunde mit den CDU-Politikern Kurt Biedenkopf und Heiner Geißler sein. Das Unternehmen wolle nun aber nicht mehr einen Kooperationsvertrag zwischen der GDL und der größten Bahn-Gewerkschaft Transnet zur Bedingung machen. Die GDL wolle im Gegenzug lediglich für die Lokführer verhandeln und nicht für das gesamte Fahrpersonal. Biedenkopf und Geißler hätten sich in den vergangenen Tagen wieder in die Verhandlungen eingeschaltet, berichtete das Magazin weiter.
Auch „Focus“ schrieb unter Berufung auf Konzern-Insider, das Unternehmen wolle der GDL in Kürze einen Kompromissvorschlag vorlegen. Die Bahn wollte sich dazu nicht äußern.
Schell: „Sehr zufrieden“ mit den Streiks
GDL-Chef Schell zog eine positive Bilanz des Streiks, der in der Nacht zum Samstag zu Ende gegangen war. Er sei „sehr zufrieden“ mit dem Arbeitskampf, auch wenn die Resonanz in den neuen Bundesländern größer gewesen sei als in Westdeutschland. Zu den Forderungen von Bundesverkehrsminister Tiefensee nach einer raschen Einigung der Tarifparteien sagte Schell, der SPD-Politiker habe bislang keine Basis für Verhandlungen angeboten.
Die Gewerkschaftspitze wolle nun das Wochenende abwarten und sehen, ob noch etwas passiere. Über weitere Streiks will die GDL am Dienstag beraten. Bis einschließlich Montag soll es keinen weiteren Ausstand geben. Schell betonte, die Gewerkschaft könne es sich finanziell leisten, weiter zu machen. Die Bundesrepublik könne sich dies jedoch nicht leisten.
„Mit Hochdruck“
Die GDL-Lokführer waren am Samstagmorgen an ihre Arbeitsplätze zurückgekehrt und hatten ihre Züge wieder ins Rollen gebracht. Seit dem frühen Morgen werden streikbedingte Staus im Güterverkehr abgebaut. Es werde „mit Hochdruck“ daran gearbeitet, liegengebliebene Güter weiterzutransportieren, sagte ein Bahn- Sprecher am Samstagmorgen. Auf Rangierbahnhöfen seien mehr Mitarbeiter im Einsatz als normalerweise.
Die Personenzüge fahren wieder weitgehend nach dem normalen Fahrplan. Bis sich die Lage im Güterverkehr normalisiert habe, werde es noch einige Zeit dauern, sagte der Bahn-Sprecher. Der „Annahmestopp von Güterzügen von und nach Ostdeutschland“ im Warenverkehr sei aber bereits wieder aufgehoben worden.
Streikpause bis Montag
Im Kampf um einen eigenständigen Tarifvertrag und deutlich mehr Geld hatte die GDL 48 Stunden lang den Personenverkehr bestreikt, der Ausstand im Güterverkehr dauerte sogar 62 Stunden.
GDL-Chef Schell hält einen unbefristeten Arbeitskampf in der Zukunft für möglich, sollte der Bahnvorstand kein verbessertes Angebot vorlegen. „Wenn sich jetzt immer noch nichts tut, dann fordert unsere Basis, in einen unbefristeten Streik zu treten und so lange zu warten, bis das verhandlungsfähige Angebot der Bahn auf dem Tisch liegt“, sagte Schell dem Berliner „Tagesspiegel“. Ob in einzelnen Sparten oder in allen, werde man kommende Woche sehen, sagte er mit Blick auf eine Entscheidung des GDL-Hauptvorstands, der am Montag zusammentritt.
auch wenn es schwer fällt - volles Verständnis
Sven Orban (svorb)
- 17.11.2007, 10:36 Uhr
Kein Verständnis
Michael Foltin (EG4-R81)
- 17.11.2007, 13:39 Uhr
Rücksichtnahme ?
Horst Koehler (dfriedrich77)
- 17.11.2007, 14:37 Uhr
Herr Friedrich, ...
Herrmann Mueller (Herbie_2005)
- 17.11.2007, 16:08 Uhr
Herr Müller,
Michael Foltin (EG4-R81)
- 17.11.2007, 18:31 Uhr
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