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Lokführer-Streiks „Das kann im Chaos enden“

 ·  Nach der Ankündigung eines 30-stündigen Streiks der Lokführer hat sich jetzt SPD-Chef Beck eingemischt: Zwei unterschiedliche Tarifverträge zu wollen, sei nicht gut für den Betriebsfrieden, sagte er. „Wenn das Schule macht, kann das im Chaos enden.“

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Nach der Ankündigung eines 30-stündigen Streiks bei der Deutschen Bahn wächst die Kritik an der Lokführergewerkschaft GDL. Der SPD-Vorsitzende Kurt Beck lehnte vor allem die Forderung der GDL nach einem eigenen Tarifvertrag ab.

Beck sagte den Dortmunder „Ruhr Nachrichten“, die Forderung, in einem Betrieb für die gleiche Tätigkeit zwei Tarifverträge mit unterschiedlichen Leistungen zu wollen, sei nicht gut für den Betriebsfrieden. „Wenn das Schule macht, kann das im Chaos enden.“

Der SPD-Vorsitzende betonte, er habe nichts gegen tarifliche Auseinandersetzungen. Die GDL organisiere aber nur einen kleinen Teil der Bahn-Mitarbeiter und Lokführer. Es sei ein Problem für die Tarifautonomie, wenn es Spartenbewegungen gebe, die sich nicht um die Belange anderer Mitarbeiter im gleichen Betrieb kümmerten.

Suckale: „Sinnlos weiterzustreiken“

Bahn-Personalvorstand Margret Suckale warf den GDL-Funktionären unterdessen vor, ihre Streikstrategie vorrangig aus Machtinteressen zu verfolgen. Sie bezweifle, dass es bei der momentanen Verweigerung der Gewerkschaft für Verhandlungen vorrangig um die Interessen der Lokführer gehe, sagte Suckale am Dienstag im Deutschlandradio Kultur. „Es geht nicht mehr nur um die Frage, was verdient der Mitarbeiter mehr, sondern darum, was ist für die Funktionäre gut.“

Den Lokführern komme es darauf an, mehr Geld zu verdienen und beruflich voranzukommen, sagte Suckale. Ein eigenständiger Tarifvertrag, wie ihn die GDL fordere, sei für die Mitarbeiter eigentlich völlig nebensächlich. Suckale bekräftigte die Position des Unternehmens, eine Lösung am Verhandlungstisch zu finden. Eine Entscheidung des Gerichts sei für die Bahn lediglich die zweitbeste Lösung. Mit der momentanen Situation verlören sowohl Bahn als auch GDL und Bahnkunden: „Darum ist es auch so sinnlos weiterzustreiken. Viel besser wäre es, wenn wir miteinander sprechen würden.“

30-stündiger Streik angekündigt

Suckale betonte, wenn die Bahn jetzt nachgebe, würden Bahnkunden bei jeder weiteren Lohnrunde mit Streiks konfrontiert. Deshalb werde das Unternehmen zum Schutz der Kunden bei seiner derzeitigen Haltung bleiben.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer hat für Donnerstag und Freitag erstmals zu einem 30-stündigen Streik im gesamten deutschen Nahverkehr aufgerufen (siehe dazu auch: Lokführer streiken am Donnerstag und Freitag). Die Bahn kündigte einen Notfahrplan an.

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Von Patrick Welter

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