Home
http://www.faz.net/-gqg-6kbfv
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Lehre aus der Finanzkrise Bankmanagern werden Boni endgültig gestrichen

Bankmanager sollen Ansprüche auf Bonuszahlungen endgültig verlieren, wenn ihr Geldinstitut vom Staat oder von der Branche gestützt werden muss. Das haben Union und FDP nach Information der F.A.Z. verabredet.

© dpa Vergrößern Die Bankentürme der Frankfurter Skyline

Die Regelung soll nachträglich in ein soeben in Kraft getretenes Gesetz eingearbeitet werden, mit dem die Vergütungsstrukturen in Kreditinstituten und Versicherungen geregelt wurden. "Gehaltsexzesse nicht länger auf Kosten der Allgemeinheit" lautet das Motto für diesen Arbeitsauftrag, den der FDP-Berichterstatter für die Novelle, Björn Sänger, im Auftrag beider Fraktionen an Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) übermittelt hat.

Joachim Jahn Folgen:      

Um die Änderung zu beschleunigen, soll sie im "Huckepack-Verfahren" verabschiedet werden, und zwar zusammen mit dem geplanten Gesetz zur "Restrukturierung und geordneten Abwicklung" von systemrelevanten Krisenbanken.

Mehr zum Thema

Schon seit der jüngsten Gesetzesänderung kann die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) die Auszahlung variabler Vergütungsbestandteile verbieten, wenn das Eigenkapital einer Bank oder eines Versicherers zu stark abzusinken droht. Dies gilt nicht nur für Führungskräfte, sondern für sämtliche Beschäftigte. In Finanzkreisen verweist man bislang jedoch auf die Einschätzung von Juristen, dass diese Zahlungen nach einer Rettung des Unternehmens nachgeholt werden könnten.

Frankfurter Skyline_Quer © dpa Vergrößern Die Bankentürme der Frankfurter Skyline

Dem will die Regierungskoalition nun einen Riegel vorschieben. Deshalb sollen Ansprüche auf die Auszahlung variabler Gehaltsbestandteile - etwa der sogenannten Boni - nach Ablauf eines bestimmten Zeitraums endgültig wegfallen. Gedacht ist dabei an zwei Jahre. Dann soll die Bafin die Auszahlung endgültig verbieten können.

Dies soll auch gelten, wenn sich die Lage des Finanzinstituts zwischenzeitlich wieder gebessert hat, dies aber nur einer Unterstützung durch den Staat oder die Sicherungseinrichtungen der Branche zu verdanken ist. Die Regelung könnte insbesondere den Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate und die Commerzbank treffen, die seit der Finanzkrise von einem staatlichen Rettungsfonds gestützt werden.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Elke König Bafin-Chefin: Nicht alle Banken dürften Stresstest bestehen

Die Europäische Zentralbank übernimmt demnächst die Aufsicht über die größten Banken der Währungsunion. Zuvor testet sie deren Bilanzen. Nicht jeder wird bestehen, sagt Finanzaufseherin Elke König der F.A.S.. Mehr

28.09.2014, 16:57 Uhr | Finanzen
Qatar vor Einstieg bei Deutschlands größter Bank

Das Geldinstitut machte deutlich durch eine Kapitalerhöhung, seine Kapitalpuffer aufbessern zu wollen. Die Herrscherfamilie von Qatar kauft für mehrere Milliarden Anteile des Kreditinstituts. Mehr

19.05.2014, 15:05 Uhr | Wirtschaft
Welche Seiten Google löscht Wer das Vergessenwerden vergessen kann

Wegen eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs löscht Google Links zu Webseiten. Eine neue Studie zeigt, wie das Unternehmen das macht. Und wer nicht vergessen wird. Mehr Von Jonas Jansen

28.09.2014, 11:24 Uhr | Wirtschaft
Schäuble nennt Ukraine-Krise einen Weckruf für Europa

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat Europa auch angesichts der Ukraine-Krise zu weiteren Reformen aufgerufen. Mehr

08.04.2014, 13:45 Uhr | Politik
Mittelstandsanleihen-Ticker Creditreform senkt Rating von MT-Energie auf C

Das Rating von Eyemaxx sinkt um eine Stufe. VST gibt das Generalunternehmer-Geschäft auf. Karlie verzeichnet einen deutlichen Umsatzrückgang. Mehr

01.10.2014, 17:40 Uhr | Finanzen
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 05.08.2010, 20:52 Uhr

Wen die Portoerhöhung am meisten kostet

Von Helmut Bünder

Die Deutschen schreiben immer weniger Briefe, daher regt sie die verbraucherunfreundliche Portoerhöhung kaum auf. Aber für manche kostet sie auch Millionen. Mehr 14 9


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Die Maklerschwemme

Immobilienmakler haben’s auch nicht leicht. Es gibt immer mehr davon - ihre Anzahl hat sich verdoppelt. Ihre Blüte hat erstaunliche Parallelen zum Aufstieg der Immobilienportale im Internet. Mehr 2

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden