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Immer mehr Importe Die Biolebensmittel reichen nicht

 ·  Der Ökolandbau in Deutschland hinkt einer neuen Studie zufolge der steigenden Nachfrage nach Biolebensmitteln hinterher. Immer mehr Bioprodukte werden deshalb importiert.

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Der Ökolandbau in Deutschland hinkt der steigenden Nachfrage nach Biolebensmitteln hinterher. Das führt dazu, dass immer mehr Ökonahrung importiert wird - was wiederum deren Umweltbilanz verschlechtert. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Bonn im Auftrag der Grünen, die der F.A.Z. vorliegt. „Billigschnitzel exportieren und hochwertige Bioprodukte importieren, das ist das irrsinnige Ergebnis schwarz-gelber Agrarpolitik, die an den Interessen der Landwirte immer mehr vorbeigeht“, sagte die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Renate Künast. Die Verbraucher wollten längst eine neue ernährungspolitische Ausrichtung, „weg von Agrardumping und hin zu regionalen und ökologischen Produkten“.

Der Untersuchung nach hat sich das Handelsvolumen von Ökolebensmitteln hierzulande seit dem Jahr 2000 auf gut 7 Milliarden Euro verdreifacht; Deutschland ist mit einem Anteil von 30 Prozent der wichtigste Markt in Europa. Der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Flächen aber hat sich nur verdoppelt: auf 6,3 Prozent oder 1 Million Hektar. In Niedersachsen und Schleswig-Holstein sei 2010 mehr Fläche in konventionelles Ackerland zurückverwandelt worden als umgekehrt, schreiben die Autoren. Anderswo ist dagegen ein Bio-Boom ausgebrochen: Während 2004 in Polen nur knapp 83000 Hektar Land ökologisch bewirtschaftet wurden, waren es 2010 fast 522000 Hektar, ein Plus von 531 Prozent. In Frankreich betrug der Zuwachs 58 Prozent, in Deutschland nur 29 Prozent. „Jeder zweite Bio-Apfel und jede zweite Bio-Möhre, die in Deutschland verkauft werden, stammen inzwischen aus dem Ausland“, heißt es in der Studie.

Eine Ursache für die schleppende Entwicklung des deutschen Ökolandbaus sei die Förderung von Biogasanlagen. Weil sich mit Energiepflanzen viel verdienen lässt, steigen die Pachtpreise, was die Umstellung auf die Herstellung von Biolebensmitteln unattraktiver macht. Künast kritisierte, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel in den Verhandlungen über die EU-Agrarreform die Gelder für den Ökolandbau habe kürzen lassen. „Das werden wir auf nationaler Ebene ändern, sobald wir regieren.“ Die Grünen-Sprecherin für Ländliche Entwicklung, Cornelia Behm, sagte: „Während die konventionelle Landwirtschaft fast ungeschoren davonkommen soll, drohen für den Ökolandbau Kürzungen.“

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07.05.2013, 08:50 Uhr

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