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Ernteverluste : Einer von zehn Äpfeln landet direkt im Müll

  • -Aktualisiert am

Dieser Apfel ist einer von Millionen, die jedes Jahr schon verfault sind, bevor sie überhaupt Supermarkt angekommen sind. Bild: ZB

Vom Acker in die Tonne: 98.000 Tonnen Äpfel wandern vom Baum in den Müll - jedes Jahr. Schuld daran sind Wetter, Transportbedingungen und Lagerung.

          Mehr als jeder zehnte in Deutschland geerntete Apfel wandert vom Baum postwendend in den Müll. Das ist das Ergebnis einer Studie im Auftrag des Bundesagrarministeriums, die an diesem Mittwoch in Berlin vorgestellt wird und der F.A.Z. vorliegt. Wie hoch die Nachernteverluste ausfallen, liegt vor allem an der Witterung - weshalb die Mengen Jahr für Jahr stark schwanken. Aber auch die Transport- und Lagerbedingungen spielen eine Rolle.

          Anders als bei den Äpfeln, die mit 11 Prozent oder 98.000 Tonnen Nachernteverlust die Rangliste anführen, gibt es im Fall von Weizen weniger Ausschuss. Nur 3,3 Prozent der Ernte landet direkt im Müll; in der Summe sind aber auch das 820.000 Tonnen im Jahr. Im Mittelfeld liegen Kartoffeln mit 5 Prozent oder umgerechnet 537.000 Tonnen und Speisemöhren mit 4,2 Prozent oder 22.000 Tonnen. Berücksichtigt wurden nur echte Totalverluste, etwa durch Schädlingsbefall oder Fäulnis und Schimmel nach falscher Lagerung. Wenn die Produkte wegen schlechterer Qualität „nur“ im Futtertrog, der Biogasanlage oder der Saftpresse landen oder als Dünger auf dem Acker liegen bleiben, tauchen sie dagegen nicht in der Statistik auf.

          Insgesamt sind die Nachernteverluste in Deutschland verglichen mit anderen Ländern eher gering. Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) reicht das aber nicht: „Jede Tonne, die vom Feld auf den Müll wandert, ist eine zu viel.“ Der Weizenverlust beispielsweise ließe sich der Studie nach durch eine bessere Lagerung um 5 bis 6 Prozent verringern. Im Fallen von Kartoffeln und Karotten könnten auch schonendere Erntemethoden und Erntemaschinen helfen. Und die empfindlichen Äpfel halten länger in sogenannte CA-Lagern mit einer kontrollierten Atmosphäre, die den Reifeprozess verzögert. Allerdings sind diese Lager energieintensiv und entsprechend teuer.

          Die Untersuchung ergänzt eine Studie aus dem Frühjahr 2012. Damals wurde untersucht, wie viele Nahrungsmittel auf dem Weg von der Verarbeitung bis zum Verbraucher im Müll landen. Das Ergebnis: 11 Millionen Tonnen im Jahr. Generell entsteht in Industrieländern der meiste Lebensmittelmüll beim Endverbraucher. In den armen Staaten dagegen gehen geschätzt 40 Prozent der Nahrungsmittel schon auf dem Weg vom Acker zum Händler verloren - wegen schlechter Lagerung und Verpackung, mangelnder Kühlung und fehlender Transportmöglichkeiten.

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