Home
http://www.faz.net/-gqe-74e5o
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 16.11.2012, 09:24 Uhr

Kurzarbeitergeld Rösler lehnt längere Auszahlung ab

Aus der Wirtschaft nehmen die Forderungen nach einer längeren Auszahlung des Kurzarbeitergeldes über sechs Monate hinaus zu. Wirtschaftsminister Rösler lehnt das ab - weil die Situation nicht mit der von 2008 und 2009 vergleichbar sei.

© dpa Konzerne wie Opel, Thyssen-Krupp, Bosch und Infineon haben bereits zahlreiche Beschäftigte in Kurzarbeit geschickt

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) lehnt eine längere Auszahlung des Kurzarbeitergeldes über sechs Monate hinaus zum jetzigen Zeitpunkt ab. Dafür gebe es derzeit keinen Anlass, sagte Rösler den Zeitungen der Essener WAZ-Gruppe vom Freitag. „2008 und 2009 waren wir mit einem massiven Einbruch der Weltwirtschaft konfrontiert. Trotz der schwächeren wirtschaftlichen Entwicklung kann derzeit von einer solchen Krise nicht die Rede sein“, sagte der Minister. Aus der Wirtschaft nehmen die Forderungen nach einer längeren Auszahlung des Kurzarbeitergeldes über sechs Monate hinaus zu.

Konzerne wie Opel, Thyssen-Krupp, Bosch und Infineon haben bereits zahlreiche Beschäftigte in Kurzarbeit geschickt. Mit Kurzarbeit können Unternehmen auf einen konjunkturell bedingten Auftragseinbruch reagieren, ohne gleich Mitarbeiter zu entlassen. Dafür wird vorübergehend die betriebliche Arbeitszeit gekürzt.

Mehr zum Thema

Das Kurzarbeitergeld wird von der Bundesagentur für Arbeit (BA) gezahlt. Sie erstattet 60 Prozent des ausgefallenen Nettoeinkommens. Sind Kinder zu versorgen, steigt der Wert auf 67 Prozent. Ziel ist, dass Unternehmen einen Teil der Lohnkosten einsparen. Im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 gab es Sonderregelungen für das Kurzarbeitergeld, die Bezugsfrist wurde vorübergehend verlängert.

Die deutschen Unternehmen spüren die lahmende Konjunktur in Europa zunehmend. Die Zahl der Beschäftigten, für die konjunkturelles Kurzarbeitergeld angemeldet wurde, war im vergangenen Monat mit 44.164 auf dem höchsten Stand seit Dezember 2010, wie eine Sprecherin der Bundesagentur für Arbeit auf dapd-Anfrage sagte.

Landesvertreterversammlung FDP Niedersachsen © dpa Vergrößern „2008 und 2009 waren wir mit einem massiven Einbruch der Weltwirtschaft konfrontiert. Trotz der schwächeren wirtschaftlichen Entwicklung kann derzeit von einer solchen Krise nicht die Rede sein“

Die Behörde halte das aber für noch nicht besorgniserregend: „Für Nichtkrisenzeiten geht man davon aus, dass bis zu 100.000 Personen alles normal ist“, sagte die Sprecherin. Beunruhigt ist hingegen Jörg Hofmann, der Bezirksleiter der IG Metall Baden-Württemberg. „Sorgen muss man sich nach den Erfahrungen von 2008 schon machen“, sagte er der dapd. Er forderte die Bundesregierung auf, einen klaren Rahmen für die Kurzarbeiterregelung zu schaffen.

Quelle: FAZ.NET mit Material von AFP und dapd

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Brandbrief nach Brüssel Europa fürchtet um seine Stahlbranche

Die Billigkonkurrenz aus dem Osten bedroht die europäische Stahlindustrie. Man dürfe nicht warten, bis die Schäden irreversibel werden, schreiben die Wirtschaftsminister von sieben Staaten. Mehr

07.02.2016, 14:08 Uhr | Wirtschaft
Debatte im Parlament Einreiseverbot für Trump in Großbritannien?

Im britischen Parlament wurde über ein Einreiseverbot für den republikanischen Präsidentschaftsbewerber aus den Vereinigten Staaten, Donald Trump, diskutiert. Die meisten Redner im britischen Parlament lehnten dies aber ab. Deutliche Worte wurden aber durchaus gefunden – und die waren nicht nett. Mehr

19.01.2016, 18:10 Uhr | Politik
Weitere Nachrichten Iran und Russland für Krisentreffen der Ölproduzenten

Der Aktienkurs des Action-Kamera-Spezialisten Go Pro stürzt nach Vorlage des jüngsten Quartalsberichts ab. Französische Supermärkte müssen Lebensmittelreste künftig verwerten. Mehr

04.02.2016, 06:47 Uhr | Wirtschaft
Berlin Poroschenko: Ohne Waffenruhe sind Reformen in Ukraine schwierig

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko und Bundeskanzlerin Angela Merkel sprachen sich für ein Festhalten am Minsker Abkommen aus, das Ende vergangenen Jahres verlängert worden war. Das Abkommen sei Voraussetzung für einen Waffenstillstand. Mehr

01.02.2016, 17:54 Uhr | Politik
Hessischer Rundfunk Wahl Manfred Krupps gilt als sicher

Am Freitag bestimmt der Rundfunkrat den neuen Intendanten des Hessischen Rundfunks. Eine Umfrage unter den Mitgliedern des Rundfunkrates zeigt, Manfred Krupp hast beste Chancen auf den Posten. Mehr Von Peter Lückemeier, Frankfurt

31.01.2016, 13:29 Uhr | Rhein-Main

Was Cryan von Zetsche lernen kann

Von Georg Meck

Während die Deutsche Bank Untergangphantasien provoziert, triumphiert Daimler. Fünf Lektionen lehren, wie Cryan so erfolgreich wird wie Zetsche. Mehr 13 28


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden