Home
http://www.faz.net/-gqg-74e5o
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Kurzarbeitergeld Rösler lehnt längere Auszahlung ab

Aus der Wirtschaft nehmen die Forderungen nach einer längeren Auszahlung des Kurzarbeitergeldes über sechs Monate hinaus zu. Wirtschaftsminister Rösler lehnt das ab - weil die Situation nicht mit der von 2008 und 2009 vergleichbar sei.

© dpa Vergrößern Konzerne wie Opel, Thyssen-Krupp, Bosch und Infineon haben bereits zahlreiche Beschäftigte in Kurzarbeit geschickt

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) lehnt eine längere Auszahlung des Kurzarbeitergeldes über sechs Monate hinaus zum jetzigen Zeitpunkt ab. Dafür gebe es derzeit keinen Anlass, sagte Rösler den Zeitungen der Essener WAZ-Gruppe vom Freitag. „2008 und 2009 waren wir mit einem massiven Einbruch der Weltwirtschaft konfrontiert. Trotz der schwächeren wirtschaftlichen Entwicklung kann derzeit von einer solchen Krise nicht die Rede sein“, sagte der Minister. Aus der Wirtschaft nehmen die Forderungen nach einer längeren Auszahlung des Kurzarbeitergeldes über sechs Monate hinaus zu.

Konzerne wie Opel, Thyssen-Krupp, Bosch und Infineon haben bereits zahlreiche Beschäftigte in Kurzarbeit geschickt. Mit Kurzarbeit können Unternehmen auf einen konjunkturell bedingten Auftragseinbruch reagieren, ohne gleich Mitarbeiter zu entlassen. Dafür wird vorübergehend die betriebliche Arbeitszeit gekürzt.

Mehr zum Thema

Das Kurzarbeitergeld wird von der Bundesagentur für Arbeit (BA) gezahlt. Sie erstattet 60 Prozent des ausgefallenen Nettoeinkommens. Sind Kinder zu versorgen, steigt der Wert auf 67 Prozent. Ziel ist, dass Unternehmen einen Teil der Lohnkosten einsparen. Im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 gab es Sonderregelungen für das Kurzarbeitergeld, die Bezugsfrist wurde vorübergehend verlängert.

Die deutschen Unternehmen spüren die lahmende Konjunktur in Europa zunehmend. Die Zahl der Beschäftigten, für die konjunkturelles Kurzarbeitergeld angemeldet wurde, war im vergangenen Monat mit 44.164 auf dem höchsten Stand seit Dezember 2010, wie eine Sprecherin der Bundesagentur für Arbeit auf dapd-Anfrage sagte.

Landesvertreterversammlung FDP Niedersachsen © dpa Vergrößern „2008 und 2009 waren wir mit einem massiven Einbruch der Weltwirtschaft konfrontiert. Trotz der schwächeren wirtschaftlichen Entwicklung kann derzeit von einer solchen Krise nicht die Rede sein“

Die Behörde halte das aber für noch nicht besorgniserregend: „Für Nichtkrisenzeiten geht man davon aus, dass bis zu 100.000 Personen alles normal ist“, sagte die Sprecherin. Beunruhigt ist hingegen Jörg Hofmann, der Bezirksleiter der IG Metall Baden-Württemberg. „Sorgen muss man sich nach den Erfahrungen von 2008 schon machen“, sagte er der dapd. Er forderte die Bundesregierung auf, einen klaren Rahmen für die Kurzarbeiterregelung zu schaffen.

Quelle: FAZ.NET mit Material von AFP und dapd

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Weitere Nachrichten Karstadt-Mitarbeiter haben Angst vor weiteren Einschnitten

Bei Thyssen-Krupp gibt es derzeit keine Gespräche über den Verkauf der Marine-Sparte, die Autobranche warnt vor Dauerstreiks und Apple will die Beats-Musik-App in iTunes aufgehen lassen. Mehr

27.10.2014, 07:09 Uhr | Wirtschaft
Big Data im Alltag

Besserer Service für die Kunden, Ressourcenoptimierung für Unternehmen - aber auch mehr Überwachung für Beschäftigte? Über die Chancen und Risiken von Big Data wird viel debattiert. Mehr

04.09.2014, 09:30 Uhr | Wirtschaft
Wegen Ukraine-Krise Deutsche Exporte nach Russland brechen ein

Deutsche Unternehmen bekommen die Wirtschaftssanktionen gegen Russland zu spüren: Die Exporte sanken im August im Vergleich zum Vorjahr deutlich. Mehr

29.10.2014, 11:51 Uhr | Wirtschaft
Russisch-ukrainische Verhandlungen über Gaslieferungen gescheitert

Die Verhandlungen über die Konditionen von Gaslieferungen aus Russland in die Ukraine sind in der Nacht gescheitert. Angeblich lehnte Russland einen Kompromissvorschlag ab Mehr

16.06.2014, 08:33 Uhr | Politik
Ukraine-Krise Aufgewacht, Europa!

Europa agiert in der Krise um die Ukraine zögerlich und unentschlossen. Doch das Zurückweichen vor Putins Aggression könnten die Staaten der EU und ihre Bürger noch bitter bereuen. Ein Gastbeitrag. Mehr Von George Soros

23.10.2014, 10:57 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 16.11.2012, 09:24 Uhr

Nahles’ Rezepte

Von Philipp Krohn

Auch in der betrieblichen Altersversorgung will die Bundesarbeitsministerin die Macht der Gewerkschaften ausbauen. Ihre Pläne sind äußerst fragwürdig. Mehr 4

Umfrage

Sparen Sie angesichts der niedrigen Zinsen noch?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Womit im Umweltschutz am meisten verdient wird

Deutsche Wind- und Solarenergie sind weltweit gefragt. Das gilt auch für andere Bereiche aus dem Umweltschutz, wie unsere Grafik des Tages zeigt. Mehr 1

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden