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Krisenprävention Banken-Stresstests werden aufgeweicht

04.03.2011 ·  Aussagen aus der Europäischen Kommission deuten darauf hin, dass die neuen Banken-Stresstests nicht so scharf ausfallen werden, wie es die Aufseher ursprünglich angekündigt hatten. Vor allem Umschuldungen von Staaten könnten in Stresszenarien unberücksichtigt bleiben.

Von Markus Frühauf und Werner Mussler
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Die neuen Banken-Stresstests werden nicht so scharf ausfallen, wie es die europäischen Aufseher ursprünglich angekündigt hatten. Darauf deuten Aussagen aus der Europäischen Kommission. In der EU-Behörde hieß es am Freitag, die meisten nationalen Aufsichtsbehörden seien dagegen, die Auswirkungen eines Kursverfalls von Staatsanleihen auf das Bankbuch zu überprüfen. Das habe sich im Verlauf der Gespräche der EU-Bankenaufsichtsbehörde EBA mit den nationalen Aufsehern über die Methodik der Stresstests am Mittwoch gezeigt.

Damit würden in den neuen Banken-Stresstests nur die Handelsbücher, aber nicht die Bankbücher auf ihre Krisenanfälligkeit geprüft. In den Handelsbüchern halten die Banken die zum Weiterverkauf bestimmten Anleihen, während sie Schuldtitel, die sie bis zur Endfälligkeit halten wollen, dem Bankbuch zuordnen. Würden die Bankenaufseher in einem Krisenszenario die Umschuldung eines finanzschwachen Eurolandes annehmen, müssten sie auch die Abschreibungen auf Anleihen aus dem Bankbuch miteinbeziehen. Solange das Bankbuch aber nicht Gegenstand der Stresstests ist, wird auch die Umschuldung eines Staates nicht in den Stressszenarien berücksichtigt.

Allerdings rechnen die Finanzmärkte im Fall von Griechenland bereits sehr konkret mit einer Umschuldung. Denn griechische Staatsanleihen werden derzeit mit weniger als 70 Prozent ihres Nennwerts gehandelt. Damit wird an den Märkten ein Forderungsausfall von mehr als 30 Prozent unterstellt. Irische Anleihen werden mit 75 Prozent ihres Nennwerts gehandelt.

Der in der EU-Kommission für Banken zuständige Direktor in der Generaldirektion Binnenmarkt, Elemer Tertak, sagte am Donnerstag, dass die Mehrheit der EU-Bankenaufseher sich dagegen ausgesprochen habe, die Auswirkungen eines Kursverfalls bei Staatsanleihen auf das Bankbuch zu überprüfen. Das müsse aber nicht das letzte Wort sein, fügte er hinzu.

In der EU-Behörde hieß es am Freitag, es sei nicht sehr wahrscheinlich, dass sich das jetzige Meinungsbild unter den Aufsehern noch ändere. Die EBA habe aber noch nicht alle Details festgelegt. Solange diese noch nicht feststünden, sei es „theoretisch“ denkbar, dass die Auswirkungen einer Restrukturierung von Staatsschulden auf das Bankbuch in den Tests doch als Möglichkeit durchgespielt werden.

Die EU-Bankenaufsichtsbehörde EBA hatte in dieser Woche angekündigt, die Banken über erste Details der Stresstests informieren zu wollen. Bis 18. März soll feststehen, welche Krisenszenarien und welche Banken geprüft werden. Am 11. März findet bei der Bundesbank ein Treffen zwischen Aufsehern und deutschen Banken zu den neuen Stresstests statt. Im vergangenen Sommer waren bei den ersten Stresstests 91 Banken geprüft worden, von denen sieben durchfielen. Von den 14 geprüften deutschen Instituten bestand die verstaatlichte Hypo Real Estate den Stresstest nicht. Die erste Testrunde war scharf kritisiert worden, weil alle irischen Banken bestanden hatten. Doch schon im Herbst musste für Irland ein 85 Milliarden schweres Rettungspaket geschnürt werden, weil der Staat die Belastungen durch seine maroden Banken nicht mehr finanzieren konnte.

In Aufsichts- und Finanzkreisen wird der Ausschluss des Umschuldungsszenarios in den neuen Stresstests mit dem von den Euroländern geplanten dauerhaften Krisenmechanismus begründet. Die Ausgestaltung des Europäischen Stabilitätsmechanismus wollen die Regierungschefs Ende März beschließen. Mit diesem Rettungsfonds soll die Umschuldung eines Eurolandes verhindert werden.

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