18.06.2010 · Immer mehr Krankenkassen erwägen die Einführung eines Zusatzbeitrags. Bei den Kunden kommt das gar nicht gut an. Die Deutsche Angestellten-Krankenkasse hat seit der Einführung eines Zusatzbeitrags von acht Euro annähernd fünf Prozent ihrer Mitglieder verloren.
Von Andreas MihmVon Januar bis Anfang Juni sei die Zahl der Mitglieder um 226.000 auf nun 4,9 Millionen gesunken, sagte der Vorstandsvorsitzende der DAK, Herbert Rebscher, der F.A.Z. Im gleichen Zeitraum habe man trotz des im Februar eingeführten Zusatzbeitrags 56.000 neue Kunden gewonnen. Die Lage der Kasse sei nicht kritisch. „Das ,Unternehmen Leben‘ lebt“, sagte Rebscher unter Anspielung auf den Werbeslogan der drittgrößten deutschen Krankenkasse.
Allerdings verlangte er angesichts der erwarteten Unterdeckung der gesetzlichen Krankenversicherungen von elf Milliarden Euro im nächsten Jahr klare Vorgaben der Politik.
An diesem Samstag beraten Gesundheitspolitiker der Koalitionsfraktionen mit Gesundheitsminister Rösler (FDP) über kurzfristig wirkende Einsparungen. Nachdem das Modell Röslers für eine Finanzreform der Kassen am Widerstand der CSU gescheitert war, hatten die Parteivorsitzenden von CDU, CSU und FDP die Vorlage von Einsparvorschlägen über vier Milliarden Euro bis Juli verlangt. Zudem soll der Steuerzuschuss um zwei Milliarden Euro höher ausfallen als geplant und damit bei 15 Milliarden Euro bleiben. Damit verbliebe eine Deckungslücke von fünf Milliarden Euro, die durch höhere Eigenbeteiligungen der Versicherten zu schließen wäre. Gesundheitspolitiker der CDU hatten eine Sparliste über 2,2 Milliarden Euro erstellt, nach der Ausgabenzuwächse bei Ärzten und Krankenhäusern gekürzt würden sowie Apotheker und Pharmagroßhandel Abschläge hinnehmen müssten.
CDU und FDP würden gerne die unter Schwarz-Rot eingeführten Hausarztverträge wieder streichen, die den Hausärzten zusätzliche Einnahmen von einer Milliarde Euro sichern sollen. Den Krankenkassen, von denen immer mehr die Einführung eines Zusatzbeitrags erwägen, gehen die Kürzungsvorschläge nicht weit genug. Wegen der schwierigen Finanzlage droht einigen Kassen bereits die Schließung durch die Aufsicht. Krankenkassenverbände warnten davor, dass weitere Kassen in Mitleidenschaft gezogen werden könnten.
Hü und Hott bei den gesetzlichen krankenkassen
Max Mahlheim (Akkin)
- 18.06.2010, 21:55 Uhr
Das ist zu wenig!
Bodo Weis (stranger56web.de)
- 18.06.2010, 22:19 Uhr
Kopfpauschale kommt
Hartmut Albrecht (Drahtfuchs)
- 18.06.2010, 23:27 Uhr
Das Erbe der großen Koalition ...
Robert Hamacher (harohama)
- 18.06.2010, 23:40 Uhr
Grundversorgung über die MWST finanziert
Gerd Rost (gerdrostelpasotexasusa)
- 19.06.2010, 05:58 Uhr
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