26.04.2012 · Kaum jemand tankt das Biosprit-Gemisch „E10“. Dabei wird es günstiger verkauft als anderes Benzin. Und inzwischen kommen die meisten Autos problemlos damit zurecht.
Von Christoph RuhkampRichtlinien für Lesermeinungen
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Ein breites Bündnis aus Bundesregierung (v.a. Herr Röttgen),
Autoherstellern, Ölkonzernen und sogenannten
Autofahrer-Interessenverbänden wie dem ADAC redet uns ständig
ein, wie toll E10 ist. Wie man sieht, mit mäßigem Erfolg.
Die Gegenargumente sind stark: Langfristige Motorschäden sind nicht
sicher ausgeschlossen, Mehrverbrauch (wie viel?), fragwürdiger
Umweltnutzen, Verheizen von Lebebnsmitteln,...
Ein guter Reiter ernährt sein Pferd nicht mit Brackwasser, auch
wenn es ein bißchen billiger ist. Das selbe gilt für
Autofahrer.
Autofahren ist emotional: Das eigene Auto ist kein Dreckfresser.
Mein liebes Autochen bekommt nur anständiges E5 und hochwertiges
Motoröl. Und dankt es mir mit freudigem, zuverlässigem Lauf
und einem langen Leben.
Seine Plörre kann Herr Röttgen mit seinen Öko-Freunden
selber trinken.
Ich lasse mir weder von der Bundesregierung noch von den Brüsseler
Spießgesellen vorschreiben was ich tanke, wie ich meine Wohnung
beleuchte etc.
Was für mein Fahrzeug als gut erachte, wofür ich mein sauer
erarbeites Geld ausgebe war und ist noch immer meine ureigenste Angelegenheit!
Mir steht diese permanente Gängelei "Oberkante Unterlippe"!
Wir leben in einem freien Land!
Wer E10 tanken möchte, soll das tun.
Wer nicht, tut es nicht.
-> Wir leben in einem freien Land! Gottseidank!
PS: Es wird ja auch niemand gezwungen rosa Unterhosen zu tragen.
Es ist eine Roßtäuscherei zu behaupten, E10 sei "günstiger", wie es leider auch in diesem FAZ-Artikel geschrieben wird. Sicher, E10 ist billiger. Aber wegen des geringeren Energiegehalts ist E10 im Endeffekt teurer (!) - bzw. bestenfalls gleich teuer - wie normales Super. Bei einem Preisniveau um die 1,62 herum gleichen die 3 Cent Unterschied gerade mal den energetischen Nachteil von E10 aus. Zusammen mit den anderen Nachteilen, insbesondere dem Verbrauch von landwirtschaftlichen Flächen, gibt es überhaupt keinen Grund, E10 zu tanken. Das ist eine völlig rationale Entscheidung.
ADAC ist für mich jetzt erledigt
Ich habe dem ADAC schon letztes Jahr einen netten Brief geschrieben und mich über die Informationspolitik des ADAC beschwert bei dem Thema. Ich habe auch mit Kündigung gedroht und jetzt ziehe ich sie durch. Der ADAC hat NICHTS getan in den letzten Monaten um OBJEKTIVE Berichte und Analysen aus eigenem Anspruch heraus zu starten. E10 ist immernoch eine fadenscheinige Lüge, egal ob andere Länder das schon nutzen oder ob es schädlich ist oder nicht...es ist eine Öko-Lüge! Und der Staat verdient damit sogar noch Geld. Wenn wir es nicht tanken entgeht dem Staat der Mehrverbrauchsgewinn, aber dafür nimmt er sich dann die Strafzahlung von den Tankstellen, die wir ja eh zahlen. CLever, oder ? Den ADAC interessiert es 0. Keine Lust mehr...ein Mitglied weniger.
In den letzten Wochen waren in zahlreichen Zeitungen und Magazinen sehr
ähnliche unreflektierte Werbebotschaften für E-10 zu lesen,
nun also auch hier - schade. Trotz erheblichen Werbeaufwandes
überwiegt jedoch bei den Lesern die Ablehnung. Offenbar hat sich
die Mehrzahl der Bürger ihren kritischen Verstand doch bewahrt.
Ein Aspekt wird in den Leserbeiträgen allerdings nicht
erwähnt, weil kaum jemand E-10 getankt hat: E-10 erhöht massiv
den Ölverbrauch. Habe es selbst ausprobiert mit einem Golf 1.4 TSI,
der zuvor praktisch kein Öl verbraucht hat. Wollte das Zeug einfach
selbst mal testen. Nach 5 Tankfüllungen, d.h. ca. 2500 -3000 km war
kein Öl mehr messbar, der Ölpeilstab absolut trocken, die
Warnlampe an. Also hieß es, Öl vom Feinsten nachkaufen.
Allein durch diesen Effekt ist jede theoretisch schöngerechnete
Kostenersparnis dahin.
Seitdem nur noch Super Plus getankt mit dem Effekt: Null
Ölverbrauch und rund zehn Prozent weniger Spritverbrauch.
Dass bis jetzt keine Schäden durch E10 bekannt wurden wundert mich gar nicht. Die müssen ja nicht nach ein paarmaligem Tanken auftreten. Wenn nun durch E10 die Motoren etwas weniger lang leben, so kann das der Autoindustrie nur recht sein, da sie damit ein paar neue Wagen mehr verkaufen.
Haftet der Autohersteller für die Motorschäden? Darf man
Lebensmitteln (neudeutsch: Biomasse) in den Tank füllen? Ich habe
bis heute keine Antworten auf diese fragen bekommen.
Die Konzerne pachten in Afrika riesige Landflächen für den
Anbau von Biosprit. Diese Ignoranz kostet viele Menschen Hungertod.
Da ist nix billiger -- Und Brot kommt nicht in meinen Tank, wenn ich es vermeiden kann
"... obwohl es einige Cent billiger angeboten wird als das normale Superbenzin."
Das ist eine Mogelpackung, denn E-10 enthält weniger Energie, so
daß der Spritverbrauch steigt und ich am Ende mehr bezahle. Zudem
gehe ich das Risiko eines kapitalen Motorschadens ein, auf dem ich
sitzen bleibe, denn die Beweislast, daß E-10 den verursacht trage ich.
Desweiteren enthält der Alkohol mehr "virtuelle" fossile
Energie (zur Herstellung und Destillation), als tatsächlich im
Motor gewonnen werden kann.
Wer E-10 tankt, sorgt auch dafür, daß die Lebensmittelpreise
steigen, denn die Pacht für Ackerflächen steigt aufgrund des
EEG. Damit wird dann auch der Hunger in der Welt verschärft, denn
es ist lohnender für den Tank zu produzieren, als für die
Versorgung der eigenen Bevölkerung.
Es gibt genügend Studien, die beweisen, daß die sog.
Biokraftstoffproduktion die Atmosphäre und sonstige Umwelt
stärker belastet als der Verbrauch von Erdöl.
für die Argumentation der Benzin-, Auto- und miniSter-Hersteller.
Allerdings - wo in aller Welt ist Bio billiger als Normal.
Nur bei frecher Mogelpackung oder der Unverfrorenheit alle anderen noch
mehr abzuledern.
Super E5 müsste eigentlich wesentlich billiger sein als E10.
Vielleicht sogar deutlich billiger als Diesel.
Meinen Mini Countryman S habe ich gemäss
Vorschlag seitens BMW mit E10 gefahren; während reisen in der
Schweiz und Italien hatte ich immer das Gefühl, dass der Motor
ruhiger lief und weniger verbrauchte.
Nun habe ich einen Langzeittest durchgeführt mit dem Ergebnis, dass
E10 einen Mehrverbrauch von 1,1 Ltr. auf 100 km verursacht; der Motor
läuft viel ruhiger!
Diese Feststellung habe ich BMW München mitgeteilt (ohne Reaktion)
und meinem Händler, der mir meine Feststellungen "als bei BMW
bekannt" bestätigte!
Meine Folgerung: Unsere Bundesregierung veräppelt wieder das
Wahlvolk und die Industrie spielt mit!
... sollten lieber mal dafür Sorge tragen, daß wir in Deutschland wieder Sprit zu annehmbaren Preisen erhalten! Es kann ja wohl nicht angehen, daß eines der produktivsten Völker der Erde trotz 40- und mehr- Stundenwochen sich kaum noch den Luxus eines PKW's (geschweige eines deutschen Fabrikats) leisten kann, während die werten Damen und Herren in dicken BMWs, Audis oder Mercedes der Oberklasse durch die Gegend jückeln! Komischerweise zahlen gerade die europäischen Völker die höchsten Spritpreise, die es aufgrund ihrer Produktivität und ihrer pro Kopf kosten für die achso tolle EU am wenigsten verdient hätten! Glücklicherweise haben die da oben noch nicht die Autobahnmaut für PKWs eingeführt, wo sie uns ja ansonsten schon rund ums KFZ gängeln (Anschnallpflicht, Spritpreise, KFZ-Steuer, Umweltzonen, etc...). Pflanzt mehr Bäume und laßt wieder Urwälder entstehen, das ist effizienter, günstiger und vor allem schöner als unsinnige Monokulturen! Ich freue mich auf die kommenden Wahlen...
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.04.2012 18:48 Uhr@C. Menke
Wenn wir uns auf "durchfahrende" beschränken, soll's mir recht sein.
Die Politiker sind tatsächlich die richtige Adresse
Da haben Sie tatsächlich den korrekten Adressaten ausgewählt,
denn die Politik ist für die im Vergleich sehr hohe Besteuerung von
Kraftstoff verantwortlich. Diese erlegt dem deutschen Autofahrer eine
unnötige Last auf, die über die hohen Marktpreise noch hinaus geht.
.
Hinsichtlich der Autobahnmaut widerspreche ich Ihnen allerdings. Als
Urlaubs- und Transitland für unsere Nachbarn täte Deutschland
gut daran, auch die Durchfahrenden zur Kasse zu bitten.
Der Umweltschutz wird postuliert – ist aber keineswegs erwiesen. Sicher gibt es ganz tolle EU-Vorschriften – die alle nur das beste wollen – wer sich aber auch nur ein bisschen mit "Nachwachsenden Rohstoffen" von der Business- und nicht von der PR-Seite beschäftigt, weiss, dass die Flächenumwandlung lukrativ sein kann – dass das aber ein Geschäft mit sehr unschönen Seiten ist
EU-Studie stellt Biokraftstoff in Frage
Einer Studie zufolge setzt die Gewinnung von Biosprit so viel CO2 frei, dass sie die EU-Klimaziele gefährdet. Wer das nicht glauben mag, kann gerne mal nach "EU-Studie stellt Biokraftstoff in Frage" googlen. Noch Fragen?
E10, habe es vorher auch schon in Frankreich getankt. In der Tat ist der
finanzielle Aspekt sehr gering. Der höhere Verbrauch kostet bei
meinem Fahrzeug 1,8 Cent, somit habe ich nur einen Preisvorteil von 1,2
Cent. Möglicherweise zusätzliche Kosten durch höheren
Verschleiß.... Aber ich nutze hier die Möglichkeit mein Geld
nicht irgendwelchen Ölscheichs in den Rachen zu schmeißen.
Essen vertanken ist kein Problem..... Gibt ohnehin zu viele Lebensmittel
(mir ist bewusst das diese sehr ungerecht verteilt sind, da ändert
aber E10 nichts dran). Ungünstig ist nur, wenn hier
tatsächlich Waldflächen für gerodet werden. Genug
Ackerland für energiehaltigere Pflanzen als Mais haben wir im Osten
der Republik genug.
Tolles Geschäft
Für 1,2 Cent vermuteten Preisvorteil riskieren Sie den
"möglicherweise höheren Verschleiß" Ihres Motors?
Da zahle ich sie lieber als Versicherungsprämie und bleibe nicht
liegen. Und vermeide 3-4-stellige Reparaturkosten. Zumal es Berichte
gibt, daß der Mehrverbrauch von E10 je nach Motorelektronik auch
höher ausfallen kann.
Essen oder tanken?
Die Lebensmittel werden immer teurer und knapper, aber was soll's - tanken Sie ruhig. Ihre Kinder werden ihren Kampf mit den Ölscheichs bestimmt zu schätzen wissen. Die Autos spucken den Bioanteil einfach hinten raus - daher Mehrverbrauch.
Laut einer neuen Studie könnten Biotreibstoffe die Umwelt sogar schädigen
Laut einer neuen Studie werden durch massiven Anbau von Biotreibstoffen
erheblich mehr an N2O freigesetzt. Dies führt zu einer erneuten
Schädigung der Ozonschicht und würde somit die Umwelt wieder
belasten bzw. zerstören. Name der Studie "„Impacts of
the production and consumption of biofuels on stratospheric ozone".
Hinzu kommen die hier schon genannten Probleme des vernichten von
Ackerplatz für Lebensmittel usw.
"Die Deutschen kaufen kein E10 - obwohl sie’s könnten"
Ich nagel mir auch keine Schweinshaxe an die Haustür - obwohl ich's könnte.
Wenn diese Staatsverwaltung meint, mir mein ganzes Leben vorschreiben zu
müssen, dann solle sie auch so konsequent sein, und mich zwingen.
Dann sollen sie das gesetzlich regeln, mir Knast oder Ordnungsgeld
androhen und einen Wachhund vom Ordnungsamt neben die Zapfsäulen
stellen, der dann über das korrekte Benehmen seiner Untertanen wacht.
Das gilt jedenfalls für mich, irgendwann knallt es sowieso.
mir ist erinnerlich, dass der ADAC in einem Test vor E 10 wegen nachgewiesener Motorschäden warnte. Dieser Testbericht vor ca. 1 Jahr war für mich bisher ausschlaggebend, kein E 10 zu tanken.
Da hier mal wieder in höchsten Tönen von Klimaschutz und
Umweltverträglichkeit gepredigt wird, hier
mal die Kehrseite der Medaille:
Mit unter den größten Produzenten von Ethanol aus organischen
Rohstoffen ist Indonesien. Quadratkilometerweise
muß der Urwald weichen, um neuen Platz für
Ölpalmenplantagen zu schaffen. Alte Plantagen wurden in den letzten
Jahren kurzerhand gerodet. Kaffee, Tee, Kakao alles flog raus.Fährt
man heute z.B. durch Sumatra, fährt man vor allem durch
Ölpalmplantagen. Ein Liter Speiseöl kostet in Indonesien mehr
als bei uns, weil es für die Plantagenbetreiber lukrativer ist es
zu exportieren bzw selber zu Sprit zu verarbeiten. Fast 2 Euro für
einen Liter Speiseöl, ist für uns nicht viel, kann aber sehr
viel sein wenn man im Schnitt nur 80 Euro im Monat verdient.
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