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Veröffentlicht: 16.01.2016, 13:52 Uhr

Japan Krach um den Neubau des Olympiastadions in Tokio

Der spektakuläre Entwurf der Stararchitektin Zaha Hadid hatte zwar den ursprünglichen Wettbewerb gewonnen, wurde dann aber doch abgelehnt. Der neue Entwurf gleiche nun eher einem Fleischkloß als einem Fahrradhelm, sagen Spötter.

von , Tokio
© AP Ausgewählt und dann doch abgelehnt: Der Entwurf von Zaha Hadid ähnelt in der Form einem Fahrradhelm

In Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio entwickelt ein Thema sich zum Dauerbrenner: Japan und das Copyright. Vergangenes Jahr zog das Land schmachvoll das Logo für die Sommerspiele zurück, weil ein belgischer Designer Schutzrechte verletzt sah. Nun klagt die irakisch-britische Architektin Zaha Hadid, Japan habe mit dem neuen Stadionentwurf von ihren früheren Plänen abgekupfert.

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Hadid hatte ursprünglich den Wettbewerb um den Bau des Olympiastadions mit einem gewaltigen und hoch gewölbten Entwurf gewonnen, den Liebhaber mit einem Ufo und Spötter mit einem gigantischen Fahrradhelm verglichen. Im vergangenen Sommer aber wurde die Stararchitektin unsanft herausgeworfen. Ministerpräsident Shinzo Abe kippte ihren Entwurf, nachdem der öffentliche Ärger über die drastisch auf 252 Milliarden Yen (2 Milliarden Euro) gestiegenen Baukosten zu groß geworden war.

38066966 © AP Vergrößern Der neue Entwurf von Architekt Kengo Kuma

Tapfer war diese Entscheidung, weil ein Neubau dieser Größenordnung nicht über Nacht geplant werden kann und die Zeit bis 2020 knapp bemessen ist. In Windeseile wurde im Dezember in einem hastig einberufenen Wettbewerb ein neuer Entwurf des japanischen Architekten Kengo Kuma ausgewählt. Der neue Stadionentwurf sieht mit seinem Flachdach konventioneller und zurückhaltender aus. Kuma will mit viel heimischem Holz arbeiten und greift in moderner Form traditionelle Elemente japanischer Baukunst auf. Spötter vergleichen seinen Entwurf mit einem Fleischkloß. Wichtigster Vorteil ist, dass Kuma verspricht, das Stadion für 159 Milliarden Yen (1,2 Milliarden Euro) zu bauen.

Hadid sieht trotz anderem Design ein Teilplagiat

Der Kuma-Entwurf zeige in Struktur und im Layout signifikante Ähnlichkeiten mit ihren Plänen, sagt nun Hadid. Verdächtig ist, dass Kumas Büro mit zwei Bauunternehmen zusammenarbeitet, die schon in Hadids Planungen involviert waren. Und ist es Zufall, dass der Japan Sport Council nach Angaben von Hadids Büro verlangt, alle Eigentumsrechte an ihrem Entwurf aufzugeben - und als Faustpfand die letzte Tranche nicht auszahlen will?

Japanese architect Kengo Kuma is designer of New Olympic Stadium © dpa Vergrößern Architekt Kengo Kuma

Architekt Kuma wies den Plagiatsverdacht am Freitag weit von sich. Jedermann könne sehen, dass das Design unterschiedlich sei. Jegliche Ähnlichkeiten in Bezug auf die Anordnung der Sitze oder die Winkel der Sitzreihen ergäben sich aus den Bedingungen des Projekts. Er wies auch den Vorwurf Hadids zurück, wonach die Regierung in Tokio nicht gewollt habe, dass ein Ausländer das nationale Stadion baue.

 
Fleischkloß statt Fahrradhelm: Der Krach um den Neubau des Olympiastadions in Tokio

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