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Konjunkturpaket und Steuern 142 Euro Entlastung für ein Paar mit zwei Kindern

13.01.2009 ·  Was bringt das neue Konjunkturpaket den Deutschen steuerlich? Der Grundfreibetrag steigt, der Eingangssatz sinkt und der ganze Tarif verschiebt sich. Wir präsentieren mehrere Rechenbeispiele.

Von Manfred Schäfers
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Rückwirkend zum 1. Januar soll es eine erste Entlastungsstufe geben. Der Grundfreibetrag wird um 170 Euro auf 7834 Euro erhöht. Der Eingangssteuersatz sinkt von 15 Prozent auf 14 Prozent. Das heißt, vom ersten zu versteuernden Euro bleiben beim Bürger künftig 86 statt 85 Cent. Um die schleichenden Steuererhöhungen auszugleichen, die sich aus dem Zusammenspiel von progressivem Steuertarif und Inflation ergeben, wird der gesamte Tarif um 400 Euro nach rechts verschoben. Die zweite Entlastungsstufe kommt Anfang 2010 zum Tragen. Dann steigt der Grundfreibetrag auf 8004 Euro. Die übrigen Tarifeckwerte werden im Jahr 2010 um 330 Euro erhöht. Die SPD konnte sich nicht mit ihrer Forderung durchsetzen, die Steuern für Spitzenverdiener (mehr als 125 000 Euro für Ledige und 250 000 Euro für Verheiratete) zu erhöhen.

Das Maßnahmenpaket entlastet die Bürger in diesem Jahr um 2,9 Milliarden Euro und im nächsten Jahr um knapp 6,1 Milliarden Euro – jeweils gegenüber heute. In den Jahren 2009 und 2010, in denen die Konjunktur stimuliert werden soll, sind es damit zusammen 9 Milliarden Euro. Wie die Koalitionsparteien hervorheben, werden Familien und Arbeitnehmer zusätzlich durch die zum Jahreswechsel schon in Kraft getretene Erhöhung des Kindergeldes und des Kinderfreibetrages sowie durch das vom Bundesverfassungsgericht erzwungene Wiederaufleben der alten Pendlerpauschale entlastet. Hinzu kommen die Abzugsfähigkeit der Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung im nächsten Jahr, auch das hat das Bundesverfassungsgericht veranlasst.

Die volle Pendlerpauschale wirkt stärker

Wie das bayerische Finanzministerium errechnet hat, wird ein Ehepaar mit zwei Kindern und einem Jahreseinkommen von 30.000 Euro 2009 durch den neuen Steuertarif um 142 Euro im Jahr entlastet. Unterstellt wurde eine Entfernung zur Arbeit von 30 Kilometern bei 210 Arbeitstagen und 300 Euro an sonstigen Werbungskosten. Viel stärker als die Tarifkorrektur wirkt sich die Rückkehr zur vollen Pendlerpauschale aus. Dadurch hat die Familie 256 Euro mehr. Mit der Kindergelderhöhung und der Entlastung durch den reduzierten Krankenversicherungsbeitrag kommt das bayerische Finanzministerium auf eine beachtliche Gesamtentlastung von 695 Euro. Doch knapp 500 Euro sind nicht Teil des zweiten Konjunkturpakets, sondern längst in Kraft. Im Jahr 2010 steigt die Tarifentlastung dieser Familie nochmals um 82 Euro auf 224 Euro.

Ein Lediger ohne Kinder und ansonsten mit den gleichen Rahmenbedingungen wie die oben genannte Familie, der also ebenfalls 30.000 Euro verdient, wird nach den Berechnungen aus Bayern bei der Einkommensteuer dieses Jahr um 109 Euro entlastet. Im Jahr 2010 sind es sogar 179 Euro. Die Entlastung durch den gesenkten Krankenkassenbeitrag ist dieselbe wie bei der Familie, da er nur von der Einkommenshöhe, nicht aber von den persönlichen Familienverhältnissen abhängt.

Relative Entlastung sinkt rasant mit steigendem Einkommen

Da die Steuerlast mit steigenden Einkommen steigt, wirkt die Rechtsverschiebung des Tarifs in absoluten Zahlen stärker entlastend bei den höheren Einkommen – bis das Einkommen erreicht ist, von dem an der erste Spitzensteuersatz von 42 Prozent greift (derzeit 52.152 Euro für einen Ledigen, Ehepaare das Doppelte). Wenn die obengenannte Musterfamilie 70.000 Euro im Jahr hätte, würde sie steuerlich um 237 Euro in diesem Jahr entlastet, nächstes Jahr sogar um 394 Euro gegenüber heute. Im Fall des Ledigen wären es 158 Euro und 272 Euro. Gemessen an der Abgabenlast, sinkt jedoch die Entlastung mit steigenden Einkommen.

Die relative Entlastung sinkt jedoch mit steigendem Einkommen rasant. Das zeigen die Berechnungen des Bundes der Steuerzahler. Jemand, der bisher knapp über dem Grundfreibetrag mit seinem Einkommen liegt, der zahlt künftig überhaupt keine Steuer mehr, er wird also um hundert Prozent entlastet. Ein Lediger mit 70.000 Euro Jahreseinkommen, der bisher 20.550 Euro Steuern zahlen muss, zahlt zwar im nächsten Jahr 272 Euro weniger, bezogen auf seine Last, sind das aber nur 1,3 Prozent weniger. So sinkt in der Grafik die Kurve, die die relative Entlastung veranschaulicht, drastisch mit steigendem Einkommen. Dabei ist es egal, ob man auf das Jahr 2009 oder 2010 schaut.

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Jahrgang 1961, Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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