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Konjunkturabschwung Bernanke: Keine neue Weltwirtschaftskrise in Sicht

11.04.2008 ·  „Wir haben unsere Lektionen gelernt“, sagt der amerikanische Notenbankchef Ben Bernanke. Er glaubt, dass die aktuelle konjunkturelle Abkühlung in den Vereinigten Staaten nicht mit dem massiven Abschwung im Vorfeld der Weltwirtschaftskrise in den 1930er-Jahren vergleichbar ist.

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Die aktuelle konjunkturelle Abkühlung in den Vereinigten Staaten ist nach den Worten des amerikanischen Notenbankchefs Ben Bernanke nicht mit dem massiven Abschwung im Vorfeld der Weltwirtschaftskrise in den 1930er-Jahren vergleichbar. Zu jener Zeit hätten Zentralbanken Zusammenbrüche von Geldinstituten, Preisverfall sowie das Schrumpfen der Geldmenge zugelassen, sagte der Fed-Chef am Donnerstag. Dies habe zu einer langanhaltenden Rezession geführt.

„Wir haben unsere Lektionen daraus gelernt“, betonte Bernanke. Die Fed stelle nun sicher, dass die gute Funktionsfähigkeit des Finanzsystems erhalten bleibe. Das krisenanfällige Modell der amerikanischen Finanzindustrie sei an mehreren Schlüsselstellen zusammengebrochen, könne aber durch besseres Risikomanagement, eine größere Transparenz und eine bessere Abstimmung der Aufsichtsbehörden repariert werden.

Für verbesserte Finanzmarktaufsicht ausgesprochen

Vor der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank hat sich Bernanke explizit für eine verbesserte Finanzmarktaufsicht in den Vereinigten Staaten ausgesprochen. Die Vorschläge der Arbeitsgruppe, die von Bernanke eingesetzt worden ist, sollten so bald wie möglich umgesetzt werden, sagte der Währungshüter bei einer Rede.

Nach Ansicht von Finanzminister Henry Paulson hat die Kreditkrise die amerikanische Wirtschaft schon deutlich in Mitleidenschaft gezogen. Vom Immobilien- und Finanzsektor gingen zudem weiterhin Gefahren für die Realwirtschaft aus, sagte Paulson. Das von der Regierung beschlossene Konjunkturpaket werde jedoch eine spürbare Wirkung entfalten.

Strauss-Kahn: „Eis und Feuer“

Schon am Donnerstag hatte der geschäftsführende Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, nochmals die kritische Lage der Weltwirtschaft unterstrichen. Dabei befinde sich die globale Ökonomie in einer Situation zwischen „Eis und Feuer“, sagte der Franzose bei einer Pressekonferenz im Vorfeld der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank in Washington.

„Das Eis hat mit der konjunkturellen Verlangsamung zu tun, das Feuer mit der Inflation“, sagte der IWF-Chef. So gebe es angesichts der Finanzkrise weiterhin Abwärtsrisiken für die ohnehin schon skeptischen Wachstumsprognosen, erklärte Strauss-Kahn.

Zur Lage der amerikanischen Wirtschaft und zur Politik der amerikanischen Notenbank, siehe auch das Interview mit dem Ökonom Harald Uhlig von der Universität Chicago: Ökonom Harald Uhlig: „Schwere Krise nicht wahrscheinlich - aber auch nicht unmöglich“

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Von Heike Göbel

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