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Konjunktur / Arbeitsmarkt Weniger Angst vor Arbeitslosigkeit

17.08.2006 ·  Die Angst der Deutschen, ihren Arbeitsplatz zu verlieren, hat nachgelassen. Eine aktuelle Umfrage zeigt, daß die Bürger zuversichtlicher sind. Allerdings nicht, wenn es um die Frage geht, wieviel Geld sie in Zukunft in der Tasche haben werden.

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Die Bundesbürger beurteilen die Wirtschaftslage so optimistisch wie seit Jahren nicht mehr. Das zeigt eine am Donnerstag in Berlin veröffentlichte Umfrage der Wirtschaftsjunioren Deutschlands (WJD). Demnach sehen 46 Prozent die Entwicklung der deutschen Wirtschaft positiv. Das sind mehr als doppelt so viele wie vor einem Jahr. Die Mehrheit glaubt daran, daß ihr Arbeitsplatz sicher ist.

Nur noch 16 Prozent, daß es in den nächsten zwölf Monaten mit der Konjunktur wieder abwärts geht. Vor einem Jahr waren es noch 27 Prozent. Ähnlich optimistisch eingeschätzt wurde die Gesamtlage den Angaben zufolge zuletzt im Boomjahr 2000.

Schlechtere persönliche Finanzlage erwartet

Für ihre persönliche Lage erwarten die meisten Bundesbürger allerdings keine Besserung. Zwar gehen gut zwei Drittel davon aus, daß ihre Arbeitsstelle nicht gefährdet ist. Nur jeder Fünfte erwartet jedoch, daß er künftig mehr Geld in der Tasche hat. Wegen der befürchteten steigenden Ausgaben für Gesundheit, Wohnen, Auto und Altersvorsorge erwarten dagegen 38 Prozent, daß sich ihre Finanzlage in den kommenden zwölf Monaten verschlechtern wird.

Immer mehr Bundesbürger würden länger arbeiten, wenn sie damit ihren Arbeitsplatz sicherer machen könnten. 60 Prozent der Befragten sind laut Umfrage dazu bereit. 2004 seien es noch 49 Prozent gewesen; im Jahr 2005 waren es schon 55 Prozent. Die Bereitschaft zu unregelmäßigen Arbeitszeiten sei dagegen zurückgegangen: von 57 Prozent im Vorjahr auf heute 47 Prozent.

Note 3,4 für die Bundesregierung

Laut WJD-Umfrage - im Mai und Juni unter 8.500 Bürgern ab 16 Jahren - sind 28 Prozent der Bürger bereit, zur Sanierung des Staatshaushaltes Abstriche bei den staatlichen Leistungen hinzunehmen. 24 Prozent würden weniger Urlaubs- oder Feiertage in Kauf nehmen, 23 Prozent das Einfrieren von Löhnen.

Die Zahlung einer einmaligen Abgabe würden 16 Prozent der Befragten hinnehmen, 12 Prozent Steuererhöhungen. Ein Drittel lehne alle diese Maßnahmen ab. Die Bundesregierung erhält den Angaben zufolge von den Befragten die Durchschnittsnote 3,4.

Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt

Die optimistische Einschätzung der Bürger kommt zeitgleich mit positiven Zahlen vom Arbeitsmarkt: Im zweiten Quartal 2006 hat die durchschnittliche Zahl der Erwerbstätigen gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,5 Prozent (185.000 Personen) zugenommen. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes stieg somit die Erwerbstätigenzahl auf rund 38,9 Millionen Personen, die ihren Arbeitsort in Deutschland hatten.

Damit hat sich der Beschäftigungsaufbau im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresergebnis im zweiten Quartal weiter fortgesetzt. Gleichzeitig sank im gleichen Zeitraum aufgrund weniger Arbeitstage die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen um 1,3 Prozent (4,6 Stunden).

Bankenverband: Günstige Aussichten für dieses Jahr

Dem Bankenverband BdB zufolge bleiben die Aussichten auf einen schwungvollen Konjunkturverlauf zumindest in diesem Jahr günstig. Der BdB setzte seine Wachstumsvorhersage für 2006 auf gut zwei Prozent von eindreiviertel Prozent herauf. Die Wirtschaftsleistung war im Frühling mit 0,9 Prozent so stark gewachsen wie seit gut fünf Jahren nicht mehr.

Zudem hat der Aufschwung jetzt auch Problembereiche wie den Bau erfaßt. 2007 werde die Wirtschaft dann wegen der Steuererhöhungen und der schwächeren US-Konjunktur in schwierigeres Fahrwasser geraten, erklärte der BdB. Mit einem Plus von etwas über einem Prozent werde die Wirtschaft aber auf Wachstumskurs bleiben.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters, dpa, Dow Jones, Destatis
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