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Kommentar zu Managergehältern : Rundum sorglos

Bild: F.A.Z.

Vergütungsfachleute halten die öffentliche Aufregung über Managergehälter und das Entgegenkommen der Politik für übertrieben. Doch ganz so in Ordnung, wie es auf den ersten Blick scheint, ist die Vergütungswelt nicht.

          Selten waren die Studien zu den Gehältern der Dax-Chefs so unspektakulär wie in diesem Jahr. Um gerade einmal 3 Prozent sind die Bezüge der Konzernlenker zuletzt gestiegen, während die Gewinne der Unternehmen um ein Vielfaches zulegten. Kein Wunder, dass Vergütungsfachleute die öffentliche Aufregung über Managergehälter und das Entgegenkommen der Politik für übertrieben halten.

          Doch ganz so in Ordnung, wie es auf den ersten Blick scheint, ist die Vergütungswelt nicht. Dem Aufsichtsrat von Volkswagen war es sichtlich unangenehm, dass die Bezüge von Vorstandschef Martin Winterkorn auf rund 20 Millionen Euro gestiegen wären, wenn er nicht noch nachträglich die Kriterien geändert hätte. Auch andernorts haben sich die Vergütungssysteme in einer Weise verselbständigt, dass angesichts der vielen Incentives, Parameter und Zielwerte kaum einer weiß, welche Summen theoretisch möglich sind.

          Ein weiteres Ärgernis sind die Beiträge zur Altersvorsorge. Diese haben mitunter schon das Niveau der Fixgehälter erreicht. Und während Deutschland über die Rente mit 69 diskutiert, haben Vorstände häufig schon mit 60 Jahren Anspruch auf ihre Pension. Diese Rundum-sorglos-Pakete gilt es schleunigst zu ändern.

          Julia Löhr

          Redakteurin in der Wirtschaft.

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          Quelle: F.A.Z.

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