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Kommentar : Riskante Operationen

Krankenhäuser machen nicht immer gesund, sondern manchmal auch krank. Sie operieren zu viel.

          Dass Krankenhäuser nicht immer gesund, sondern auch krank machen, wissen nicht nur überarbeitete Pfleger und Ärzte. Auf 15.000 wird die Zahl der Patienten geschätzt, die in Kliniken an dort erworbenen Keimen sterben. Krankenhausaufenthalte erscheinen Patienten aber zunehmend auch deshalb riskant, weil Ärzte wohl auch operieren, wenn es medizinisch nicht angebracht ist. Das wäre ein Verstoß gegen den hippokratische Eid, der Ärzten verbietet, dem Kranken zu schaden.

          Dennoch gibt es für dieses Fehlverhalten mittlerweile Belege: Die Zahl der Operationen an Herzen, Hüften, Knien und Wirbelsäulen steigt schneller, als dies allein durch medizinischen Fortschritt und zunehmende Alterung der Patienten erklärt werden kann.

          Die Ursache liegt in falschen wirtschaftlichen Anreizen. Da Krankenhäuser nach der Menge der Operationen bezahlt werden, suchen klamme Kliniken sich mit teuren und vielleicht nicht notwendigen Operationen über Wasser zu halten. Dagegen helfen einerseits Änderungen bei der Finanzierung, andererseits Aufklärung. Hier können die Kassen mehr tun. Auch sollte der Patient sich bei größeren Eingriffen nie auf einen Arzt alleine verlassen.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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