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Kommentar Im Plan

11.01.2005 ·  SPD-Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt wird in einem Jahr und damit pünktlich vor der Bundestagswahl die erste elektronische Gesundheitskarte überreichen können. Insofern - und leider nur insofern - stimmt ihre Aussage, das Projekt liege "im Plan".

Von Andreas Mihm
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SPD-Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt wird in einem Jahr und damit pünktlich vor der Bundestagswahl die erste elektronische Gesundheitskarte überreichen können. Insofern - und leider nur insofern - stimmt ihre Aussage, das Projekt liege "im Plan". Im ursprünglichen Zeitplan des Ministeriums liegt bei diesem "weltweit vermutlich größten IT-Projekt" ansonsten gar nichts mehr. Nicht einmal die technischen Spezifikationen der Karte, die in elf Monaten chipfertig ausgegeben werden soll, liegen fest. Das dauert noch sechs Wochen. Dann erst kommen die kleinen Tests mit ihren großen Unbekannten. Die Verantwortung für die Verzögerungen trägt nicht die Ministerin. Im Gegenteil, ohne ihr beständiges Drohen und Drängen wären die Vertreter der Selbstverwaltung noch heute mit ihrem Lieblingssport beschäftigt, dem kollektiven Fingerhakeln. Sie haben es vermocht, das ganze Projekt über Gebühr zu verschleppen. Das schadet den Kranken, bei denen Falschmedikationen mit einer verbesserten Arzneimittelkontrolle per Karte vermieden werden könnten. Das schadet auch den Versicherten, die weiterhin für unnötig hohe Bürokratiekosten Beiträge zahlen müssen. Und es schadet den Beschäftigten der IT-Industrie, die neue Produkte mit einem Zeitvorsprung in alle Welt verkaufen könnten. Aber das kümmert die Vertreter von Kassen, Ärzten und Apothekern nicht.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.01.2005, Nr. 9 / Seite 11
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Jahrgang 1960, Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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