Home
http://www.faz.net/-gqg-rw7s
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Freitag, 17. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Kommentar Die Kindergärtnerin

17.01.2006 ·  Deutschlands oberste Kindergärtnerin Ursula von der Leyen will den kostenlosen Kindergartenplatz für alle. Das sollte Eltern aufschrecken. Besser wären Gebühren und Wettbewerb. Denn kostenfreie Güter sind meist nicht gut.

Von Heike Göbel
Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (10)

Finanzpolitisch unbekümmert bricht Deutschlands oberste Kindergärtnerin Ursula von der Leyen eine Lanze für den kostenlosen Kindergartenplatz für alle. Das sollte nicht nur Finanzminister und Kämmerer aufschrecken, sondern auch Eltern und solche, die es werden wollen.

Denn kostenfrei oder zu marginalen Gebühren bereitgestellte öffentliche Güter sind meist nicht in einem vertrauenerweckenden Zustand. Die Mängel haben System. Wer Gebühren zahlt, schaut eben genauer hin, was er für sein Geld bekommt, und er erwirbt sich in gewissem Umfang echte Mitsprache über das Gebotene.

Nicht im Interesse der Kinder

Ist der Kindergarten generell gebührenfrei, gräbt das nicht nur privaten Angeboten das Wasser ab, der Staat wird sich dann auch bald das Recht nehmen, Kinderbetreuung zuzuteilen wie heute schon den Grundschulplatz. Im Gegenzug werden Eltern Auswahl- und Mitsprachemöglichkeiten schnell verlieren. Diejenigen, die es sich leisten können, weichen dann auf den verbliebenen kleinen, teuren Markt für private Betreuung aus.

Das alles liegt gewiß nicht im Interesse der Kinder. In ihrem Interesse liegt es, wenn sich die Familienministerin für kostendeckende Gebühren und großen privaten Wettbewerb einsetzt, beides zusammen hebt die Qualität. Über den geplanten Steuerabzug werden die Kosten für die meisten Familien tragbar, den Rest regelt die Sozialpolitik.

Quelle: F.A.Z., 17.01.2006, Nr. 14 / Seite 11
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Gläubiger dritter Klasse

Von Holger Steltzner

Wenn in Griechenland in Kürze der Schuldenschnitt vollzogen wird, ist die EZB fein raus. Ein juristischer Trick schützt die Bilanz der Zentralbank. Mitten im Spiel werden einfach die Regeln geändert. Mehr 3 4

17.02.2012 17:45 Uhr
  Vortag
Dax 6.848,03 +1,42%
 OK
Umfrage

Sollen Kinderlose einen „Solidarzuschlag" zahlen?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.