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Kommentar : Die Boni-Grenze ist ein Sündenfall

Die EU begrenzt die Boni der Banker. Das wird nur dazu führen, dass das lukrative Investmentbanking abwandert. Oder die Grundgehälter der Banker steigen.

          Londons Bürgermeister Brian Johnson hat es auf den Punkt gebracht: Mit dem Beschluss, die Bankerboni zu begrenzen, schießt sich die EU ein Eigentor. Die Volksseele wird zwar jubeln, dass die ach so gierigen Banker nur noch das Doppelte ihres Grundgehalts als Bonuszahlung erhalten dürfen. Faktisch wird dies aber nur dazu führen, dass das lukrative Geschäft mit dem Investmentbanking aus der EU in andere Teile der Welt von New York bis Singapur abwandert. Wo das nicht geht, werden eben die Grundgehälter steigen.

          Die Deckelung der Boni ist allerdings nicht nur Eigentor, sondern Sündenfall. Für einen derart weitgehenden Eingriff in das freie Spiel der Marktkräfte bedarf es eines herausragenden Grundes. Den gibt es nicht.

          Es stimmt, auf kurzfristigen Erfolg ausgerichtete Bonussysteme haben großen Schaden für die Banken angerichtet. Deshalb liegt es auch im eigenen Interesse der Aktionäre, diese Fehlanreize für die Banker zu korrigieren. Sie tragen am Ende schließlich die Verluste. Anders sieht das aus, wenn der Staat in Krisen marode Banken übernehmen muss: Dann muss er vielleicht sogar die Gehälter kappen, aber als Aktionär, nicht als Gesetzgeber.

          Hendrik  Kafsack

          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

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