Einen besseren Auftakt zu seiner Sommerreise als die Debatte über das Kernkraftwerk Krümmel hätte sich Umweltminister Sigmar Gabriel nicht wünschen können. Den größten anzunehmenden Unfall in der Informationspolitik des Kraftwerkbetreibers Vattenfall nutzt er, um sein Image als der Grüne von der SPD zu polieren.
Dass die meldepflichtigen Zwischenfälle in Krümmel auf der Störfallskala als „Null“-Ereignisse gewertet werden, belegt eindrucksvoll seine Fähigkeit, aus nichts eine große Welle zu erzeugen. Gabriel wäre ein schlechter Politiker, würde er die Vorlage nicht nutzen, um den medialen Erfolg in politischen Gewinn umzumünzen.
Scheinbar generös
So dreht er den Spieß herum: Weil alte Kernkraftwerke weniger sicher seien als jüngere, sollten sie früher vom Netz gehen. Wären die alten Anlagen aber wirklich so gefährlich, wie Gabriel glauben machen will, müsste er sie als Atomaufseher stilllegen. Weil Gabriel weiß, dass es dafür keine Handhabe gibt, bietet er den Betreibern scheinbar generös an, die Strommengen der alten auf jüngere Meiler zu verteilen.
Letztere würden dann zwar länger laufen als 2021, dem Enddatum des deutschen Atomausstiegs. Dafür gingen mehr Kraftwerke früher als geplant vom Netz. Und zwar endgültig. Das ist das Gegenteil dessen, was die Konzerne wollen und was der klima- und wirtschaftspolitische Verstand nahelegt. Solange die Meiler sicher sind, müssen alle weiterlaufen.
Heiße Luft und dicke Backen -
Karl-Heinz Andresen (khaproperty)
- 17.07.2007, 20:09 Uhr
Hochgestuft
Helga Steckhan (helag)
- 17.07.2007, 21:12 Uhr
Ein bisschen schwanger ...
Dirk Bremer (dataxpress)
- 17.07.2007, 21:12 Uhr
"Der Grüne von der SPD"
Erich Grantzau (oncidium)
- 17.07.2007, 21:20 Uhr
Besser ein Grüner als ein Schwarzer
Konstantin Schneider (bundesboy)
- 17.07.2007, 22:51 Uhr
