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Kommentar Das BIP ist nicht alles

 ·  Politiker wollen den Wohlstand nicht mehr nur am Wirtschaftswachstum messen. Das verkünden sie heute. Ändern wird sich trotzdem nicht viel. Denn das BIP war schon bisher nicht der einzige Maßstab.

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Seit Monaten tobt die Debatte um einen neuen Wohlstandsindikator, der das BIP ergänzen oder ersetzen soll. Heute hat eine Kommission des Bundestags ihre Lösung vorgestellt. Wozu braucht die Politik so etwas?

Klar ist: Es gibt viel Kritik am Bruttoinlandsprodukt. Sie trifft auch zu: Ein Maß für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit kann keinesfalls den gesellschaftlichen Wohlstand in all seinen Dimensionen beschreiben. Andererseits müsste man dafür schwer vergleichbare Kategorien wie Gesundheit, Umweltqualität und Bildungsteilhabe miteinander in Bezug setzen. Davon wäre eine neue Kennzahl überfrachtet.

Gut, dass es keinen Gesamtindikator geben soll

Deshalb ist es gut, dass die Enquetekommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“ des Deutschen Bundestags keinen Gesamtindikator vorschlägt, der alle Komponenten des Wohlstands umfassen soll. Das wäre methodisch unlauter gewesen und hätte auch nicht der Sache gedient, zu besseren politischen Entscheidungen zu kommen. Am Ende wäre nicht mehr differenzierbar gewesen wäre, welche Wirkung eine politische Maßnahme eigentlich hat.

Bringt es aber einen Zusatznutzen, neben das BIP weitere Komponenten des Wohlstands zu stellen? Zunächst einmal wird es der Komplexität von Begriffen wie Lebensqualität oder Wohlstand gerechter, sie nicht nur materiell zu bewerten.

Allerdings stellt sich die Frage, wer das in der Vergangenheit eigentlich getan hat. Die Politik war doch meist in der Lage, jenseits des Wachstums auch andere gesellschaftliche Ziele in den Blick zu nehmen. Ob aber wirklich aus der Wirtschaftsberichterstattung künftig eine Wohlstandsberichterstattung werden wird, darf dennoch bezweifelt werden. Denn das kann politische Diskussionen über Wirtschaftspolitik auch überfrachten.

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Jahrgang 1977, Redakteur in der Wirtschaft.

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