Seit Monaten tobt die Debatte um einen neuen Wohlstandsindikator, der das BIP ergänzen oder ersetzen soll. Heute hat eine Kommission des Bundestags ihre Lösung vorgestellt. Wozu braucht die Politik so etwas?
Klar ist: Es gibt viel Kritik am Bruttoinlandsprodukt. Sie trifft auch zu: Ein Maß für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit kann keinesfalls den gesellschaftlichen Wohlstand in all seinen Dimensionen beschreiben. Andererseits müsste man dafür schwer vergleichbare Kategorien wie Gesundheit, Umweltqualität und Bildungsteilhabe miteinander in Bezug setzen. Davon wäre eine neue Kennzahl überfrachtet.
Gut, dass es keinen Gesamtindikator geben soll
Deshalb ist es gut, dass die Enquetekommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“ des Deutschen Bundestags keinen Gesamtindikator vorschlägt, der alle Komponenten des Wohlstands umfassen soll. Das wäre methodisch unlauter gewesen und hätte auch nicht der Sache gedient, zu besseren politischen Entscheidungen zu kommen. Am Ende wäre nicht mehr differenzierbar gewesen wäre, welche Wirkung eine politische Maßnahme eigentlich hat.
Bringt es aber einen Zusatznutzen, neben das BIP weitere Komponenten des Wohlstands zu stellen? Zunächst einmal wird es der Komplexität von Begriffen wie Lebensqualität oder Wohlstand gerechter, sie nicht nur materiell zu bewerten.
Allerdings stellt sich die Frage, wer das in der Vergangenheit eigentlich getan hat. Die Politik war doch meist in der Lage, jenseits des Wachstums auch andere gesellschaftliche Ziele in den Blick zu nehmen. Ob aber wirklich aus der Wirtschaftsberichterstattung künftig eine Wohlstandsberichterstattung werden wird, darf dennoch bezweifelt werden. Denn das kann politische Diskussionen über Wirtschaftspolitik auch überfrachten.
Strikt dagegen
Harald Sulzmann (hsulzmann)
- 28.01.2013, 17:15 Uhr
Messen wir Wohlstand doch am PIP
Jürgen Wenz (satyrffm)
- 28.01.2013, 16:58 Uhr
Warum fängt man nicht einfach damit an, Arbeitslosenzahlen zu
veröffentlichen ...
Peter-Paul Gansen (peterpaulgan)
- 28.01.2013, 16:24 Uhr
Von wegen!
Achim Schröder (asfn)
- 28.01.2013, 16:03 Uhr
Natürliche Wachstums-Grenze in Deutschland erreicht
Eva Maria Palmer (AstrologinPalmer)
- 28.01.2013, 15:38 Uhr
