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Knappe Lebensmittel Amerikanische Supermärkte rationieren Reis

24.04.2008 ·  Zwei amerikanische Supermarktketten reagieren auf die steigende Zahl von Hamsterkäufen: Kunden dürfen nur noch eine begrenzte Menge Reis auf einmal kaufen. Das Landwirtschaftsministerium in Washington warnt indes vor Panikmache. Einen generellen Versorgungsengpass gebe es nicht.

Von Claus Tigges
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Die amerikanischen Supermarktkette Sam's Club hat auf eine steigende Zahl von Hamsterkäufen reagiert und Mengenbeschränkungen für den Verkauf von Reis an ihre Kunden eingeführt. Auch Costco-Supermärkte lassen keine Käufe in unbegrenzter Menge mehr zu. Offenbar hatten zuvor Kunden in einigen Geschäften von Sam's Club und auch von Costco den gesamten Vorrat an Reis aufgekauft. Sie fürchteten, der Preis werde schnell noch weiter steigen. Wegen einer global steigenden Nachfrage und schlechter Ernten ist der Weltmarktpreis für Reis seit Jahresbeginn um 70 Prozent in die Höhe geklettert. Innerhalb eines Jahres hat sich der Preis ungefähr verdoppelt.

Sam's Club, ein Tochterunternehmen des Wal-Mart-Konzerns, gibt bis auf weiteres nur noch höchstens vier Neun-Kilo-Säcke Langkorn-, Jasmin- oder Basmati-Reis je Einkauf ab. Das Unternehmen nannte „jüngste Trends von Nachfrage und Angebot“ als Grund. „Wir arbeiten mit unseren Lieferanten, um sicherzustellen, dass genügend Reis vorhanden ist“, sagte Sam's-Club-Sprecherin Kristy Reed. Die Beschränkungen seien nur vorübergehend. Man wolle garantieren, dass Reis für alle Kunden verfügbar sei.

Hamsterkäufe im Westen Amerikas

Costco hat nach Angaben seines Vorstandsvorsitzenden James Sinegal keine formellen Beschränkungen erlassen, sondern verwehrt gegebenenfalls den Verkauf ungewöhnlich großer Mengen von Reis, Mehl oder Pflanzenöl. „Die Nachfrage ist gestiegen, aber bisher haben wir alles unter Kontrolle. Aber wenn ein Kunde kommt, der zehn Paletten Mehl kaufen will, dann werden wir wahrscheinlich sagen: 'Tut uns leid, wir können Ihnen nur eine Palette verkaufen‘“, sagte Sinegal. Zu Hamsterkäufen ist es Berichten zufolge insbesondere in Kalifornien und anderen Staaten im Westen Amerikas gekommen, wo besonders viele Asiaten und Mexikaner leben, deren Reiskonsum hoch ist.

Sam's Club und Costco verkaufen nicht nur an Endverbraucher, sondern vielfach auch an Inhaber kleinerer Geschäfte und an Restaurants. Die Preise sind niedriger als in herkömmlichen Supermärkten, weil die Packungsmengen größer sind. Selbst kleinere Einheiten in normalen Haushaltsgrößen sind nur gebündelt zu haben. Eine gewöhnliche Packung Reis wiegt zwei amerikanische Pfund, etwas mehr als 900 Gramm. Wegen ihrer guten Lagermöglichkeit bieten sich Reis und Mehl besser für Hamsterkäufe an als andere Lebensmittel. Zugang zu Costco und Sam's Club erhalten Kunden nur mit einer Mitgliedskarte, für die ein jährlicher Beitrag fällig wird.

Ministerium: Kein Grund zur Panik

Das Landwirtschaftsministerium in Washington warnte indes vor Panikmache. Einen generellen Versorgungsengpass gebe es nicht. „Wenn die Nahrungsmittelpreise so schnell steigen wie zuletzt auch die für Reis und Weizen, dann weckt das Besorgnis unter Verbrauchern und in einigen Fällen auch Hysterie. Das ist aber nicht gerechtfertigt“, sagte ein Ministeriumsvertreter. Das Angebot an Lebensmitteln in Amerika sei seit einigen Jahrzehnten recht stabil.

David Coia vom Verband der amerikanischen Reisproduzenten bestätigte, das Angebot an Reis sei nicht knapp. „Es mag sein, dass Betreiber kleinerer Restaurants und von Tante-Emma-Läden derzeit größere Mengen Reis kaufen, um sich vor einem weiteren Preisanstieg zu schützen“, sagte Coia. Mehr als 88 Prozent des Reiskonsums in Amerika werden durch heimischen Anbau gedeckt. Die Vereinigten Staaten zählen darüber hinaus zu den führenden Reisexporteuren der Welt mit einem Anteil von rund 14 Prozent am globalen Handel.

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