http://www.faz.net/-gqe-7af1l
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 25.06.2013, 09:25 Uhr

Klimaschutz EU findet Kompromiss zu CO2-Vorgaben für Autos

Das Thema ist heftig umstritten. Aber die EU hat sich auf neue Klimaschutz-Vorgaben für Autos geeinigt. Für das Jahr 2020 gibt es einen Zielwert von 95 Gramm pro Kilometer im Durchschnitt aller europäischen Neuwagen.

© ddp Die EU findet einen Kompromiss für neue Klimaschutz-Vorgaben für Autos

Die EU hat sich auf neue Klimaschutz-Vorgaben für Autos geeinigt. Vertreter von EU-Staaten, Europaparlament und EU-Kommission gingen am späten Montagabend mit einem Kompromiss auseinander, wie die irische EU-Ratspräsidentschaft mitteilte. Diplomaten betonten allerdings, als verlässlich könne der Beschluss erst gelten, wenn die Botschafter der 27 EU-Staaten am Donnerstag grünes Licht geben. Das Thema ist heftig umstritten.

Mit den Vorgaben will die EU festlegen, wie die europäischen Autobauer Grenzwerte des klimaschädlichen Gases Kohlendioxid (CO2) erreichen können. Für das Jahr 2020 gibt es einen Zielwert von 95 Gramm pro Kilometer im Durchschnitt aller europäischen Neuwagen. Zum Einsatz sollen dabei nun auch spezielle Boni für Elektroautos oder andere schadstoffarme Fahrzeuge kommen.

Mehr zum Thema

Mit Hilfe dieser Supercredits können sich Hersteller solche Fahrzeuge gleich mehrfach für ihre Klimabilanz anrechnen lassen und müssen so weniger bei konventionellen Wagen sparen. Im Jahr 2020 sollen sich die Autobauer für jedes schadstoffarme Fahrzeug zwei anrechnen lassen können, erklärten EU-Diplomaten. 2023 soll dieser Bonus auslaufen. Weiterhin einigten sich die Unterhändler, dass Europa auch für die Zeit nach 2020 CO2-Zielwerte festlegen will.

Zahlen legten sie aber noch nicht fest. Auch die Testverfahren zur Bestimmung des Spritverbrauchs sollen überholt werden, damit sie genauer den wirklichen Verbrauch der Fahrzeuge widerspiegeln. Nicht nur die Botschafter müssen der Einigung zustimmen, auch Minister der EU-Staaten müssen noch grünes Licht geben. Voraussichtlich im Juli votieren der Ausschuss und das Plenum des Europaparlaments darüber.

Greenpeace kritisierte den EU-Kompromiss wegen seiner „Schlupflöcher“. Die Umweltschützer bemängelten, der neue Grenzwert des klimaschädlichen Gases Kohlendioxid (CO2) sei eine Subventionierung deutscher Spritschlucker. Der Einigung zufolge können sich die Hersteller mit Hilfe von Boni für Elektroautos oder andere schadstoffarme Fahrzeuge diese gleich mehrfach für ihre Klimabilanz anrechnen lassen und müssen so weniger bei konventionellen Wagen sparen. Die sogenannten Supercredits seien nichts anderes als Verschmutzungsrechte, kritisierte Greenpeace.

Quelle: FAZ.NET/dpa

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Abgas-Skandal Amerikanischer Richter stimmt Volkswagen-Vergleich zu

Für Volkswagen ist ein Ende der Abgas-Affäre in Sicht: Der Richter hat dem Vergleichsentwurf zur Beilegung Hunderter Zivilklagen in Amerika vorläufig zugestimmt. Bis Entschädigungen fließen, dauert es aber noch. Mehr

26.07.2016, 19:21 Uhr | Wirtschaft
Fahrbericht Toyota Prius

Der Toyota Prius ist Vorreiter einer ganzen Generation Autos. Als Hybrid-Pionier führte der Prius lange die Spitze dieser Gruppe an. Doch die anderen Autobauer haben aufgeholt. Kann die vierte Generation Prius da noch mithalten? Mehr

25.07.2016, 14:22 Uhr | Technik-Motor
Autonomes Fahren bei Audi Der Autopilot fährt besser als Sie

Audi-Chef Rupert Stadler glaubt an das autonome Fahren. Wie Audi sich in dieser Branche behaupten will, erklärt er im Interview. Mehr Von Georg Meck

24.07.2016, 12:39 Uhr | Wirtschaft
Nach dem Putschversuch Geteilte Meinungen unter Türken in Berlin

Einige halten die Lage in der Türkei auch für Touristen für ungefährlich oder unterstützen die Politik von Staatspräsident Erdogan. Andere halten dagegen. Mehr

22.07.2016, 22:38 Uhr | Politik
Elektro-Golf Und Watt jetzt?

Der Energieversorger ENBW rüstet seine Flotte mit E-Golf aus. Um die Suche nach der nächsten Tanksäule und lange Ladezeiten zu vermeiden, hat das Management eine Idee. Mehr Von Michael Spehr

25.07.2016, 16:35 Uhr | Technik-Motor

Macris Drahtseilakt

Von Carl Moses, Buenos Aires

Argentiniens neuer Präsident Mauricio Macri reformiert mutig sein Land. Doch die wirtschaftliche Erholung verzögert sich. Läuft dem Reformer die Zeit weg? Mehr 0

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden