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Kernkraft Vattenfall fordert längere Laufzeit für Brunsbüttel

05.03.2007 ·  Vattenfall klopft am Dienstag mit einem guten Argument bei Umweltminister Gabriel an: Der Kampf gegen den Klimawandel soll wohl als Begründung einer längeren Laufzeit für das Atomkraftwerk Brunsbüttel dienen.

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Der Stromkonzern Vattenfall will das Atomkraftwerk Brunsbüttel in Schleswig-Holstein nicht wie geplant 2009 abschalten, sondern länger betreiben. Den erwarteten Antrag will das Unternehmen an diesem Dienstag bei Bundesumweltminister Gabriel (SPD) einreichen. Das erfuhr die Frankfurter Allgemeine Zeitung aus Kreisen des Unternehmens.

Vattenfall ist damit nach RWE und EnBW der dritte der vier deutschen Kernkraftwerksbetreiber, der Reaktoren länger laufen lassen will. Eon ist zu einem Drittel an der 1977 in Betrieb genommenen Anlage an der Unterelbe beteiligt. Um dort mehr und länger Strom erzeugen zu können, will Vattenfall Strommengen übernehmen, die die rot-grüne Regierung der Branche für das RWE-Kraftwerk Mülheim-Kärlich in Rheinland-Pfalz zugesprochen hatte, das nie in Betrieb gegangen war. Gabriel hatte schon erkennen lassen, dass er einer Übertragung von Strom aus diesem Kontingent auf das RWE-Kraftwerk Biblis A nicht zustimmen wolle.

Kampf gegen den Klimawandel als Begründung

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters hatte der Chef des schwedischen Mutterkonzerns Vattenfall, Lars Josefsson, angekündigt, man werde den Verlängerungsantrag für Brunsbüttel mit dem Kampf gegen den Klimawandel begründen.

„Wenn man die Zahlen anschaut, wird es sehr schwierig, die Klimaziele ohne Atomkraft zu erreichen“, hatte Josefsson betont, der auch Klimaberater von Bundeskanzlerin Angela Merkel ist. „Diese Debatte wird sich sicherlich zuspitzen“, hatte er vorhergesagt. Der SPD-Vize-Fraktionschef Ulrich Kelber sagte: „Wenn Vattenfall die Verlängerung mit dem Klimaschutz begründen will, ist das ein dreister Etikettenschwindel.“ Es gehe dem Unternehmen nur darum, abgeschriebene Kraftwerke weiterlaufen lassen zu können.

Diskussion um Sicherheit von Brunsbüttel

Der schwedische Staatskonzern Vattenfall hatte zuletzt wegen Störfällen bei seinem schwedischen Reaktor Forsmark Schlagzeilen gemacht. In diesem Zusammenhang war auch die Sicherheit von Brunsbüttel in die Diskussion geraten. An Brunsbüttel ist auch der Eon-Konzern zu einem Drittel beteiligt.

Anders als Kohle- und Gaskraftwerke stoßen Reaktoren allerdings kein klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) aus. RWE und EnBW hatten bereits Anträge für die AKW Biblis A und Neckarwestheim I gestellt, so dass die Anlagen über die Wahlperiode hinaus laufen könnten. Zwischen Union und SPD ist der Atomausstieg umstritten, gilt aber dem Koalitionsvertrag zufolge wie noch von Rot-Grün beschlossen weiter.

Die EU hatte den Druck beim Klimaschutz auf Deutschland erhöht, indem sie Deutschland erheblich weniger Rechte für den CO2-Ausstoß zugebilligt hatte, als die Bundesregierung ursprünglich an Versorger und Industrie verteilen wollte. Dies hatte auch die Debatte über die Nutzung der Atomkraft neu entfacht.

Quelle: FAZ.NET mit ami./F.A.Z. und Reuters
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Von Heike Göbel

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