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Bundesbank-Präsident : Weidmann warnt Amerika vor Deregulierung der Banken

  • Aktualisiert am

Jens Weidmann, Präsident der Deutschen Bundesbank seit 2011. Bild: AP

Der oberste Bundesbanker erinnert an die Ursachen der Finanzkrise. Banken müssten weiterhin streng beaufsichtigt werden, sagt Jens Weidmann. Der Finanzminister sieht das ähnlich.

          Bundesbank-Präsident Jens Weidmann warnt vor einer Lockerung der Bankenregulierung. Faule Kredite hätten vor zehn Jahren die große Finanzkrise ausgelöst, sagte Weidmann der „Bild“-Zeitung. Eine wichtige Lehre daraus sei, dass die Banken strenger beaufsichtigt würden und dickere Eigenkapitalpolster vorweisen müssten. Es wäre ein Fehler, das Rad zurückdrehen zu wollen. „Einen Deregulierungswettbewerb müssen wir unbedingt vermeiden.“

          Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat vor Rückschritten bei der Regulierung der Finanzmärkte gewarnt. Er werde seinem neuen amerikanischen Ministerkollegen Steven Mnuchin nicht dazu raten, die nach der Finanzkrise mühsam erreichte Regulierung wieder zurückzunehmen, sagte er am Dienstag.

          Amerikas Regierung hat angekündigt, die 2010 im sogenannten Dodd-Frank-Act festgeschriebene Neuregulierung der amerikanischen Finanzmärkte zu überprüfen. Präsident Donald Trump hatte Anfang Februar entsprechende Dekrete unterzeichnet. Mnuchin war in Washington vergangenen Montag als neuer Finanzminister vereidigt worden.

          Das prominente Fed-Führungsmitglied Daniel Tarullo kündigte daraufhin am vergangenen Freitag sein Ausscheiden für Anfang April an. Tarullo ist stimmberechtigt bei Zinsentscheidungen der Notenbank und war bei der Fed mit der Regulierung der Finanzinstitute betraut. Er war es, der Verschärfung der Vorschriften für die Branche vorangetrieben hatte, die eine neuerliche Finanzkrise wie in den Jahren 2008/09 verhindern sollen.

          Quelle: AFP/Reuters

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