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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Japan Das älteste Land der Welt

 ·  Bald schon wird jeder vierte Japaner älter als 65 Jahre sein. Das verändert auch die Wirtschaft. Die Gefahr ist groß, dass sich die Menschen in Stagnation und Deflation einrichten, weil es für wohlhabende Senioren bequem ist.

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Stefan Rubens

@Hans im Glueck - Diese Familien machen etwas falsch

Wer als beruftstätiger, junger Mensch im noch am Tropf der Eltern hängt und meint, sich trotzdem reproduzieren zu müssen, hat die ökonomischen Realitäten des Lebens nicht erkannt. Besonders wenn, wie in den meisten Fällen, der Tropf nicht die eigenen Eltern sind, sondern der Steuerzahler. Weltweit stopft kaum ein Land mehr Geld in junge Familien rein wie Deutschland. Stattdessen enteignet diese Land Arbeitnehmer, die mit 55 nach 35 Arbeitsjahren am Arbeitsmarkt aussortiert werden. Man kann es sich ja leisten. Es stehen immer noch massenweise junge und billige Arbeitskräfte zur Verfügung. Also scheint vom Arbeitskräftebedarf die Lage so zu sein, daß der Nachschub (Geburtenrate) immer noch zu hoch ist. Ansonsten würden sich Arbeitgeber auch über Bewerbungen von Arbeitssuchenden jenseits der 50 freuen. Ist aber nicht so!

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Henriette Kaschulke

Westpazifisches Land vs. Südeuropa

Das westpazifische Japan hat es nie zum Ziel gemacht, eine erhebliche positive Außenhandelsbilanz vorweisen zu wollen. In unserem "verbayerten" Süd-Deutschland (niedlich gemeint), dem preußische Tugenden fremd sind und an denen sich Japan einst ein Vorbild nahm, ist es dagegen das Hauptziel, eine positive Außenhandelsbilanz zu erwirtschaften. Das Problem, das sich daraus ergibt, ist die Inflationsgefahr. Abhilfe ist bisher über das Instrument Auslandsanlage geschaffen worden. So sind große Summen deutschen Geldes auch als Altersvorsorge z.B in Griechenland ohne Wenn und Aber angelegt worden. Mit Boomrang-Effekt. Unsere Jugend wird mit Sicherheit finanziell zur Verantwortung gezogen. Die japanische Jugend kann sich dagegen mit ihren Eltern und Großeltern über die Zukunft freuen.

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Gerhard Dünnhaupt

Nur mal ein paar demographische Fakten:

Die Geburtenrate Deutschlands liegt an 217.Stelle von 221 Nationen der Welt. Wir stehen damit ganz obenan unter den sterbenden Ländern und sollten davon absehen, mit Fingern auf andere zu zeigen. Auch China, Italien und Russland gehören zu den rapide alternden Nationen. Junge Nationen mit großem Geburtenüberschuss hingegen sind Brasilien, USA und Kanada.

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Otto Haber
Otto Haber (ohaber) - 01.10.2011 19:14 Uhr

Alt ja, aber gleich mehrere Vorteile gegenüber Deutschland

Was die Altersstruktur anbelangt, so ähnelt Japan durchaus Deutschland, aber Japans Zukunftschancen sind ungleich größer, aus vier Gründen: 1. Sichere Energieversorgung durch Kernkraftwerke bald dritter bzw. ab ca. 2025 vierter Generation, mit erheblich besserer Brennstoffausnutzung und Zerstrahlung der radioaktiven Abfälle; ergo keine Abhängigkeit. 2. Praktisch keine Einwanderung, insbesondere nicht aus kulturfernen Regionen; ergo hoher Zusammenhalt der japanischen Gesellschaft und praktizierte Solidarität, praktisch völlige Gewaltfreiheit, geradezu preußische Disziplin. 3. Keine Finanzierung Restasiens durch irgendwelche Rettungsschirme bzw. irgendeine asiatische Gemeinschaftswährung, keine politische Fehlsteuerung durch eine "Asiatische Union" oder dergleichen. 4. Die japanischen "GRÜNEN" oder Kommunisten sind bedeutungslos. Glückliches Japan!

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Gerhard Rohlfs

Wenn ein Land zeigt wie man es nicht macht, dann Deutschland

Japans Vorteile sind doch gerade:
1. Japan hat eine eigene Währung und kann seine Wirtschaft daher selbst steuern.
2. Japan versenkt nicht sein ganzes Volksvermögen, um eine Währungsunion mit Pleitestaaten zu "retten".
3. Japan ist per Saldo nur bei sich selbst verschuldet: Die 200 % Staatsverschuldung sind daher nur ein internes Umverteilungproblem.
4. Japan lässt keine Masseneinwanderung zu.
5. Japan hat daher keine ethnischen und religiösen Konflikte.
6. In Japan bleibt es daher vermutlich friedlich, egal wie niedrig das Wachstum ist.
.
Jetzt Japan mit der alten neoliberalen Globalisierungs- und Einwanderungsleier zu kommen, "Arbeits- und Finanzmärkte global" zu öffnen, ist wirklich zu albern. Um die Gehälter der japanischen Arbeiter und Angestellten erst so richtig unter Druck zu setzen? Sehr witzig.
.
Deutschland wird sich im Gegenteil an Japan orientieren.
Und zwar sehr bald, vielleicht schon nächstes Jahr:
Spätestens wenn Merkels Rettungsblase platzt.

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Hans Glück

Ersetze "Japan" durch "Deutschland"...

Ersetze "Japan" durch "Deutschland", und schon hat man einen schönen Bericht über die Lage hier - Rentner, die finanziell gut abgesichert sind und doch überall ordentlich Rabatte bekommen (von der S-Bahn bis zum Wellness-Tempel), während junge Familien nicht mehr in der Lage sind, sich Sicherheiten aufzubauen, geschweige denn eine Absicherung für den Ruhestand. Die Generation der deutschen Babyboomer sitzt warm in den Immobilien, während es für die jüngeren Generationen kaum möglich ist, ein Häuschen zu kaufen, damit die Kinder im Garten spielen können. Wenn ich mich in meiner Bekanntschaft umschaue, dann haben 90% derer, die sich Immobilien gekauft haben, Unterstützung der Eltern bekommen. Der Rest steht dumm da, da er ohne Sponoring keine Chance auf einen Kauf bei total überzogenen Preisen hat. Ganz abgesehen von vielen Familien, deren Gehalt schon nicht für das normale Leben reicht, und die mit 35 noch von Ihren Eltern unterstützt werde müssen.

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Günter Schönbauer

Anmerkungen 2. Teil

Dass die jap. Wirtschaft nach 2007 boomen würde, hat Herr Kohlbacher erwartet, nur dürfte er mit dieser Erwartung nach der gerade mehr oder weniger überstandenen Bankenkrise, einer weiterhin kriselnden Wirtschaft und einem unter 10000 Yen liegenden Nikkei-Index eher allein gewesen sein. Wenn Japan kein Land des Aufbruchs mehr ist, wie Herr Schulz vom Fujitsu-Forschungsinstitut meint, kann man das unterschreiben. Wenn dann aber suggeriert wird, dass dies damit zu tun habe, dass zu sehr auf „die Sicherheit der Pensionen u. die Abwesenheit von Inflation“ geachtet würde, wird das Argument nicht nur falsch, sondern zynisch. Vielleicht sollte er sich mal bei seinem Brötchengeber Fujitsu umschauen: wie Innovationen da gefördert wird, ob es besser aussieht, als etwa bei Nichia, wo man glaubte, Shuji Nakamura für eine Jahrhunderterfindung (die erste blaue Leuchtdiode) mit einer Sonderzahlung von 100 oder 150 Euro abspeisen zu können.
G. Schoenbauer

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Günter Schönbauer

Anmerkungen 1. Teil

„Wer über 69 Jahre alt ist, hat in Japan im Schnitt mehr als 10 Millionen Yen (96.000 Euro) auf der hohen Kante“, schreiben Sie, u. die soll er jetzt verplempern, um die Wirtschaft anzukurbeln. Nur: 10 Millionen Yen sind nicht die Welt (einen hybriden Toyota-Crown bekommen sie nicht unter 7 Millionen Yen) , wenn man noch 10 oder 20 Jahre zu leben gedenkt. Übersehen wird auch, dass die Preise im Schnitt deutlich höher und Renten u. Pensionen deutlich niedriger liegen als etwa in Deutschland, so dass Konsumzurückhaltung auch von daher sinnvoll ist; letztere reicht übrigens weiter zurück als bis zum Lehman-Schlamassel. „Reich“ dürften Senioren auch nur dann sein, wenn sie vorher bei ein u. derselben Firma auf regulären Stellen beschäftigt waren: ein rundes Drittel der arbeitenden Bevölkerung, das zudem in einem Masse in den Arbeitsprozess eingespannt war, dass ihm nicht nur Hören u. Sehen, sondern auch die Lust am Konsumismus und dgl. vergangen sein dürfte; wenn heute jeder Dritte vom eigenen Einkommen kaum leben kann, wie Sie schreiben, ist das kein neues Phänomen.
G. Schoenbauer

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Philipp Schwab

In 100 Jahren

Wird es Japan noch geben - mit etwas weniger Gewicht in der Welt und einigen Millionen weniger Menschen. Aber es wird eine japanische Kultur sein, ein japanisches Volk und eine japanische Gesellschaft mit der Möglichkeit, die eigene Zukunft zu gestalten.
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Wollen wir mal wetten, dass das für Deutschland und Europa in 100 Jahren nicht gelten wird?

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Sönke Peters

Eine Einordnung

Eine Einordnung
Denen, die hier beständig in links-grünen Hasstiraden den Untergang Amerikas herbeibeten wollen, sei im Anbetracht dieses Artikels mal ins Buch geschrieben, dass gemessen am BIP pro Kopf die Verschuldung Japans ca. 4 mal so hoch ist wie der, der USA. Gemessen an diesem realistischen Bezugspunkt ist die Verschuldung Germanistans übrigens fast doppelt so hoch wie der der Vereinigten Staaten.
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Daneben schrumpft auch in Deutschland die Bevölkerung deutlich, während die Immigration in die Sozialsysteme jedes Jahr massiv steigt. Da Letzteres in Japan ganz unterbunden wird, sind also die Zukunftsaussichten des Reichs der aufgehenden Sonne damit weit besser als die Deutschlands.
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Dass z.B. in den USA oder Kanada eine Einwanderung in die Sozialsysteme nicht möglich ist und die Bevölkerung stetig wächst, sei hier nur am Rande erwähnt.

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Johann Feldbaum

Seit 20 Jahren

Das höre und lese ich schon seit 20 Jahren.
Kein Witz, dass stand schon in unserem Erdkunde-Buch. Seit 20 Jahren wird gesagt, dass Japan zu alt ist. Seit 20 Jahren wird gesagt, das Land könne sich ohne Migration bald nicht mehr halten. Und seit 20 Jahren geht es Japan besser als Deutschland, dass mit Einwanderung auf die angeblich zu alte Gesellschaft reagiert hat.
Und nun haben wir Unternehmen, die ihre Arbeiter mit 50 Jahren rauswerfen und für jeden Job, den sie bieten, Subventionen verlangen.

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günther reichert

Auch Japan,ein zweifelhaftes Vorbild für die Zukunft v Demokratien.

Kein Wunder auch,wenn die Verhältnisse der Geschwindigkeiten von Entwicklungen in den verschiedenen Kategorien des Lebens,Wirtschaft,Gesellschaft und Staat aus einem Gleichgewicht geraten und nur bevorzugten(modischen,ideologischen usw.) Richtungen folgen.Wenn ein Gleichgewicht drastisch ausfällt,sieht man das meistens erst spät.Wie war das nochmal.Das Volumen des Finanzkapitals weltweit ist 25 mal größer als die gesamte Wirtschaftsleistung.Die Mischung von Finanzderivaten mit Risikopapieren ist ein Beispiel wie an der Quelle bereits das Übel der Zerstörung hier von Bankenlandschaften und letztlich in der Folge von Staaten gelegt ist.-Nebenbei gesagt,die Zerstörung der Natur/Klimas geht schon länger.Die Elastizität aller miteinander verbundenen Vorgänge wird zerstört und man kommt in den Bereich eines Fließvorganges(wie bei der Überdehnung eines Gummis,der dann bricht),den man nicht mehr aufhalten kann....Die Demokratien sind wohl eine besondere Form,sie kann sich demokratisch selbst abschaffen-das hatten die Griechen der Antike auch schon festgestellt,aber die Bremse gezogen.Blinder Wohlstand und blinde Demokratien sind wie verdeckte Krankheiten der Gesellschaft.Das Volk in den versch.Staaten schläft-Jeder sieht sich nur selber.

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Jahrgang 1959, Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

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