28.06.2010 · Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich - kurz: BIZ - warnt mit deutlichen Worten vor der Gefahr einer neue Finanzkrise. Wegen der hohen Staatsverschuldung hätten die Staaten dann aber kaum noch Spielraum für neue Hilfsprogramme.
„Verbleibende Schwächen des Finanzsystems zusammen mit den Nebenwirkungen der anhaltenden Intensivbehandlung drohen einen Rückfall des Patienten zu verursachen und die Reformbestrebungen zu untergraben“, schreibt die auch als Bank der Notenbank bekannte BIZ mit Sitz im schweizerischen Basel in ihrem am Montag veröffentlichten Jahresbericht. Die Turbulenzen an den Finanzmärkten in der ersten Jahreshälfte hätten die geringe Stabilität des Finanzsystems in der industrialisierten Welt deutlich gemacht, heißt es in der mehr als 200 Seiten starken Analyse von Weltwirtschaft und Finanzsystem.
„Was wir Ende 2008 und Anfang 2009 erlebt haben, könnte sich durch einen Schock beliebiger Größenordnung wiederholen“, warnt die älteste internationale Finanzinstitution der Welt. „Jedoch besteht im Gegensatz zu jener Krise kaum noch Spielraum.“
BIZ-Generaldirektor Jaime Caruana ging in seiner Rede vor der Jahreshauptversammlung sogar noch einen Schritt weiter: „Der Spielraum für wirtschaftspolitische Maßnahmen ist enger geworden.“ Die Baseler Ökonomen haben sich einen Ruf als eine Art Frühwarnsystem für internationale Krisen gemacht. Sie hatten bereits Jahre vor Ausbruch der Finanzkrise Mitte 2007 vor einer Überhitzung am amerikansichen Immobilienmarkt und einer daraus resultierenden weltweiten Kettenreaktion gewarnt.
Im Kampf gegen eine Kernschmelze des Finanzsektors und den schwersten Konjunkturabsturz seit Jahrzehnten hatten Regierungen in aller Welt milliardenschwere Konjunkturpakete geschnürt. Gleichzeitig versuchten die Zentralbanken, mit massiven Leitzinssenkungen und anderen Maßnahmen Schlimmeres zu verhindern.
Diese in den meisten Volkswirtschaften bislang durchaus erfolgreichen Bemühungen könnten nun aber neue Probleme aufwerfen, warnt die BIZ: „Sollte es zu einer weiteren Krise kommen, wären Mittel und Möglichkeiten für erneute Eingriffe begrenzt“. Gefordert seien deshalb eine rasche Sanierung der Staatshaushalte und eine geldpolitische Kehrtwende der Notenbanken. Die BIZ drückt dabei trotz des Risikos den Aufschwung wieder abzuwürgen aufs Tempo: „Wir können mit der Normalisierung der Wirtschaftspolitik nicht warten, bis wieder ein kräftiges Wirtschaftswachstum eingesetzt hat“, sagte Caruana.
Die Staatsverschuldung habe in vielen Industrieländern „ein nicht mehr tragbares Niveau“ erreicht. Deshalb müssten die Regierungen nun sparen und mit Strukturreformen die Wirtschaft wetterfest machen - auch um den Preis kurzfristiger Wachstumsverluste. „Die Alternative - ein plötzlicher Vertrauensverlust an den Märkten - wäre weit schlimmer.“
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 9.002,14 | +0,61% |
| EUR/USD | 1,3239 | +0,01% |
| Rohöl Brent Crude | 118,24 $ | +0,29% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |