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Montag, 13. Februar 2012
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IT-Gipfel Regierung plant Zentrale gegen Computerviren

08.12.2009 ·  Computernutzer mit virenverseuchten Rechnern erhalten eine zentrale Anlaufstelle für Hilfe. Ein Beratungszentrum soll Verbrauchern helfen, deren Computer von Kriminellen gekapert und ferngesteuert werden. Außerdem hat die Regierung die IT-Branche zum Hoffnungsträger in der Krise ausgerufen.

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Die Bundesregierung hat die IT-Branche zum Hoffnungsträger in der Konjunkturkrise ausgerufen. Außerdem will sie die Sicherheit im Internet deutlich verbessern. Als Jobmotor könne die Branche drohende Arbeitsplatzverluste anderer Branchen mehr als ausgleichen, sagte Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) am Dienstag auf dem vierten nationalen IT- Gipfel. „Wir brauchen gerade jetzt den Erfolg der Branche, um erfolgreich zu sein.“

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) forderte eine neue Vertrauensbasis zwischen Staat und Internetnutzer und warb für mehr Sicherheit im Netz. Bislang seien vor allem private Firmen für die Sicherheit im Internet verantwortlich, erklärte de Maizière. Ohne eine maßgebliche Rolle des Staates werde es jedoch auch für die privaten Nutzer keine freie und allgemein sichere Kommunikation im Netz geben. Es gebe den Generalverdacht, der Staat wolle alle Netznutzer überwachen, sagte der CDU-Politiker. Auf der anderen Seite müsse klargemacht werden, dass auch das Internet nicht ohne Regeln funktioniere.

Kampf gegen Virenlast auf privaten PC

Mit einem nach Angaben der Planer europaweit einzigartigen Projekt will die Bundesregierung die PC-Sicherheit erhöhen und der Virenlast auf privaten Computern den Kampf ansagen. In der ersten Jahreshälfte 2010 sollen PC-Nutzer auf die Hilfe einer Beratungsstelle zurückgreifen dürfen, mit der sie ihre Rechner daheim von Computerviren befreien können. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der Verband der deutschen Internetwirtschaft (eco) wollten das Vorhaben vorstellen.

Dem Projektentwurf zufolge haben Internetzugangsanbieter längst die technische Möglichkeit, vireninfizierte Rechner bei ihren Kunden auszumachen. Laut Plan sollen die Firmen ihre Kunden auf die Viren hinweisen - etwa per Post oder Telefon. Angedacht ist auch eine Internetseite, die sich bei jeder Einwahl ins Netz automatisch aufbaut, falls auf dem Rechner Viren lauern.

Die Projektplaner schätzen, dass in Deutschland bis zu einem Viertel aller Rechner mit Viren infiziert ist. Es gebe allein 60.000 Neuinfektionen jeden Monat. Kriminelle schleusen die Viren über das Internet auf die Rechner und öffnen sich so ein Tor für Verbrechen - etwa, indem sie online das Bankkonto plündern oder den Rechner per Fernsteuerung für den Versand krimineller Massen-E-Mails nutzen. Ziel ist es, Deutschland aus den Top-Ten der Länder zu bekommen, von deren PCs Netzkriminalität ausgeht.

Herzstück der bundesweiten Beratungsstelle soll ein Call-Center sein. Zunächst jedoch sollen die Besitzer infizierter Rechner im Internet eine Seite mit Reinigungsprogrammen ansteuern, die die Viren ausmerzen. Wenn dieser Schritt erfolglos ist, soll das Call-Center per Telefon eine Anleitung zur Virenbekämpfung geben. Der Branchenverband Bitkom hatte jüngst ausrechnen lassen, dass jeder zweite deutsche Internetnutzer schon einmal Opfer von Kriminalität im Netz geworden ist. Die meisten hatten es dabei mit Computerviren oder anderen schädlichen Programmen zu tun.

Phishing nimmt immer mehr zu

Die Zahl der sogenannten Phishing-Fälle, bei denen Kriminelle Passwörter für das Online-Banking abfangen, soll dieses Jahr um gut 50 Prozent steigen. Von etwa elf Millionen Euro Gesamtschaden wird ausgegangen - die Tendenz sei weiter steigend (BKA warnt: Internetkriminalität nimmt zu).

Wirtschaftsminister Brüderle rief die deutschen Firmen mit Blick auf die Ergebnisse des ersten „Monitoring-Report Deutschland Digital“ dazu auf, ihre IT-Produkte und Innovationen besser im internationalen Markt positionieren. Nach der von der Bundesregierung in Auftrag gegebenen Studie liegt der Standort Deutschland lediglich im Mittelfeld der weltweit 15 führenden Informations- und Kommunikationstechniknationen. An der Spitze stehen die Vereinigten Staaten vor Japan und Südkorea. Nach einer anderen Studie könnte die deutsche Industrie bis 2020 rund ein Viertel ihres CO2-Ausstoßes mit Hilfe intelligenter Software einsparen. Das wären 207 Millionen Tonnen weniger als in diesem Jahr, heißt es in der Studie „Smart 2020 Deutschland“. Der IT-Sektor sei nur zu einem geringem Teil an den Emissionen des klimaschädlichen CO2 beteiligt, könne aber anderen Industriezweigen wie der Verkehrs-, Logistik- und Energiebranche beim Klimaschutz helfen.

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Mit Schulden

Von Johannes Ritter

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