http://www.faz.net/-gqe-7o5pa

IPCC-Konferenz : Weltklimarat setzt auf Ausbau der Atomkraft

  • -Aktualisiert am

Das Atomkraftwerk Grohnde in Niedersachsen Bild: dpa

Wie lässt sich der Klimawandel bremsen? Eine Option ist für den Weltklimarat offenbar der Ausbau nichtfossiler Energieträger. Dazu gehören aber nicht nur Sonne oder Wind.

          Wie lässt sich der Klimawandel bremsen? Was können Regierungen tun, um den Ausstoß von Kohlendioxid zu verringern? Mit solchen Fragen befassen sich seit Montag mehr als 600 Klimaexperten und Vertreter aus mehr als 130 Staaten in Berlin. Bis Freitag dauert die Konferenz des Weltklimarates der Vereinten Nationen (IPCC); am Sonntag soll der dritte Teil des aktuellen Weltklimaberichts vorgestellt werden. Vier Jahre lang wurde an den 2000 Seiten gearbeitet; nun wird in Berlin die Zusammenfassung für die politischen Entscheidungsträger verabschiedet.

          Zuvor hatten bereits zwei andere IPCC-Arbeitsgruppen ihre Berichte vorgelegt: zu den wissenschaftlichen Grundlagen sowie zu den Folgen des Klimawandels und den Anpassungsmöglichkeiten. Aus Sicht der Politik dürfte das dritte Kapitel aber das interessanteste sein. Denn darin geht es um die politischen und wirtschaftlichen Strategien im Kampf gegen die Erderwärmung – und um die Kosten solcher Maßnahmen.

          Der IPCC-Vorsitzende Rajendra Pachauri sagte am Montag, am Klimaschutz führe kein Weg vorbei. „Eine Anpassung reicht nicht.“ Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesumweltministerium, sprach von der „größten globalen Herausforderung“ für die Staatengemeinschaft in diesem Jahrhundert. Es sei unabdingbar, den Klimawandel abzuschwächen, sagte auch der deutsche Klimaforscher Ottmar Edenhofer, der Ko-Vorsitzender der Arbeitsgruppe III ist. Der aktuelle Report zeige die verfügbaren Optionen.

          Eine bedeutsame Option ist aus Sicht des IPCC offenbar der Ausbau nichtfossiler Energieträger; so viel war schon am Montag bekanntgeworden. Allerdings gehören dazu nicht nur Sonne oder Wind, sondern nach Meinung des Klimarates auch die Atomkraft und die Abscheidung von Kohlendioxid in Kohlekraftwerken. In solche Methoden müssten jedes Jahr 147 Milliarden Euro zusätzlich investiert werden, in fossile Energien hingegen 30 Milliarden Euro weniger.

          Das Ziel der globalen Klimaschutzbemühungen ist es, die Erwärmung auf zwei Grad über dem vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Anderenfalls sagt der Weltklimarat schwere Schäden durch Unwetter, steigende Meeresspiegel oder Dürren voraus. Auf der Weltklimakonferenz in Paris 2015 wollen die Staaten abermals versuchen, für die Zeit nach 2020 ein verbindliches Klimaabkommen zu vereinbaren.

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Martin Schulz vor seinem Gesprächstermin mit Seehofer und Merkel

          Spitzentreffen : Verhandlungsbeginn schon in dieser Woche?

          Am Montagabend trafen sich Martin Schulz, Angela Merkel und Horst Seehofer, um das weitere Vorgehen auf dem Weg zur Groko zu besprechen. Martin Schulz sagt, die SPD-Spitze muss sich erst noch sortieren.
          Lehrer und Schüler: Paul Bocuse (l) mit Eckart Witzigmann Anfang der Achtziger

          Zum Tod von Paul Bocuse : „Die Küche muss glänzen!“

          Spitzenkoch Eckart Witzigmann erinnert sich an seinen Lehrmeister Paul Bocuse - an die harschen Ansprachen, das ungebremste Temperament, die Gastfreundschaft und das große Herz des französischen Kochs.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.