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Donnerstag, 20. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Investitionsströme Schwellenländer ziehen mehr Investitionen an

 ·  Mehr als die Hälfte aller ausländischen Direktinvestitionen der Welt wurden im vergangenen Jahr in Schwellenländern getätigt. Das geht aus dem neuen Investitionsbericht der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung hervor.

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Die Ströme von grenzüberschreitenden Investitionen gehen immer stärker in die Schwellenländer und zeigen damit eine Verlagerung der globalen Gewichte an. Im Jahr 2010 zogen diese erstmals mehr als die Hälfte (52 Prozent) aller ausländischen Direktinvestitionen der Welt an. China und Hongkong lagen mit zusammen 175 Milliarden Dollar Zufluss (zusammen 27 Milliarden Dollar Plus) nicht mehr allzu weit hinter den Vereinigten Staaten (228 Milliarden Dollar) auf der Liste der größten Investitionszielländer.

Mit 1,244 Billionen Dollar hat sich das Volumen der Direktinvestitionen nach der Rezession wieder etwas erholt (plus 5 Prozent), doch liegt es immer noch um mehr als ein Drittel unter dem Rekord im Boomjahr 2007. Das geht aus dem neuen Investitionsbericht der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (Unctad) hervor. Erst 2013 sollte das Vorkrisenniveau von knapp 2 Billionen Dollar wieder erreicht werden. Es gebe eine zunehmende Tendenz zur Regulierung in der Wirtschaftspolitik, stellt die Unctad zudem fest.

Die ausländischen Direktinvestitionen in Amerika erholten sich nach dem Ende der Rezession rasant und legten im Jahr 2010 um rund 44 Prozent zu. Die Direktinvestitionen nach Europa verringerten sich dagegen um 19 Prozent auf 313 Milliarden Dollar. Die Unctad führt dies auf die schwächere Konjunkturentwicklung in einigen europäischen Ländern und die Unsicherheit durch die Schuldenkrise zurück.

Deutschland indes wurde für ausländisches Kapital wieder attraktiver: Investoren trugen 46 Milliarden Dollar Realkapital hierher. Deutschland steht damit knapp hinter Brasilien (48 Milliarden Dollar) auf dem 6. Platz der größten Zielländer. Aus Japan wurden im Saldo wegen der Krise Investitionen abgezogen, daher waren die Direktinvestitionen hier sogar negativ (minus 1 Milliarde Dollar).

Inzwischen sind nach Angaben der Unctad unter den Top-20-Zielländern die Hälfte Schwellen- und Entwicklungsländer; im Vorjahr waren es nur sieben. Allerdings profitiere vor allem Ost- und Südostasien sowie Lateinamerika, während die ärmsten Länder in Afrika und die süd- und zentralasiatischen Staaten weiter zurückfallen. Nach Angaben der Unctad gehen gut ein Fünftel aller Direktinvestitionen in den primären Sektor (vor allem den Bergbau), knapp die Hälfte fließt in den Industriesektor (wobei die Automobil-Investitionen wieder deutlich zulegten), und etwas weniger als ein Drittel in Dienstleistungsbranchen.

Nur die Vereinigten Staaten investieren mehr im Ausland als Deutschland

Unter den größten Ursprungsländern von Direktinvestitionen hat sich Deutschland hinter den Vereinigten Staaten auf Platz 2 geschoben. Deutsche Unternehmen investierten im Aufschwung 105 Milliarden Dollar in anderen Ländern; das waren knapp 35 Prozent mehr als im Vorjahr, als die Rezession sie zügelte.

Zu den größten Investoren im Ausland gehören Volkswagen, die Deutsche Telekom und die Deutsche Post. Etwa das dreifache Volumen an Direktinvesitionen im Ausland (329 Milliarden Dollar) tätigten amerikanische Unternehmen. Andere Staaten verzeichneten Einbrüche, etwa Frankreich (von 103 auf 84 Milliarden Dollar) und Japan (von 75 auf 57 Milliarden Dollar).

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Jahrgang 1979. Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Der Volkswirt“.

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